Macht Süßstoff krank?

Krass: Darum kann Diät-Limo Ihrem Gehirn schaden

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Sie enthalten keinen Zucker: Machen Light-Limonaden trotzdem krank?

Eine neue Studie warnt vor künstlichen Süßstoffen für die Gesundheit. Der Grund: Diät-Limos können das Risiko für Demenz drastisch erhöhen.

Dass herkömmliche Limonaden und Cola wegen ihres hohen Zuckergehalts jedoch nicht gerade die richtige Wahl sind, um den Flüssigkeitsverlust pro Tag wieder auszugleichen, wissen die meisten Menschen mittlerweile.

Übermäßiger Zuckerkonsum öffnet Erkrankungen wie Diabetes, Fettleibigkeit und Herzinfarkt Tür und Tor. Viele Menschen greifen dann auf Diät-Limonaden zurück. Doch wie schädlich ist Süßstoff wirklich?

Schadet Süßstoff der Gesundheit?

Zum Glück haben viele Getränkehersteller auf die gesundheitsbewusste Einstellung der Verbraucher reagiert und führen auch Cola und Limonaden in ihrem Sortiment, die statt mit Zucker mit Süßstoff gesüßt sind. Eine Studie aus den USA ließ Diät-Getränke in einem neuen Licht erscheinen und wirft die Frage auf, ob die Light-Varianten tatsächlich so gesund sind wie viele glauben.

Forscher der Boston University of Medicine haben vor einiger Zeit eine Studie veröffentlicht, die Hinweise darauf enthalten soll, dass der Konsum von mit künstlichem Süßstoff versetzten Getränken negative gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann. So sollen Süßstoffe in Zusammenhang mit einer erhöhten Demenz- und Schlaganfall-Gefahr stehen. So zitiert es der Nachrichtensender CNN.

Langzeitstudie in den USA wirft neue Fragen auf

In der Framingham Heart Study, einem Gemeinschaftsprojekt des US-amerikanischen National Heart, Lung and Blood Institute in Kooperation mit der Boston University, wurden ab 1948 zunächst 5.000 Einwohner der Stadt Framingham in der Nähe von Boston und später auch deren Kinder und Enkel auf etwaige Herzkrankheiten und deren Ursachen untersucht.

Jene Daten legten die Forscher nun der neuen Studie zugrunde, bei der 2.888 Menschen, die älter als 45 Jahre waren, bezüglich des Auftretens eines Schlaganfalls beobachtet wurden. 1.484 Teilnehmer älter als 60 Jahre wurden hinsichtlich einer aufgetretenen Demenz untersucht. Alle Studienteilnehmer wurden über Jahre hinweg zu ihrem Konsum von zucker- beziehungsweise süßstoffhaltigen Getränken befragt. 

Dreifach höheres Risiko für Demenz und Schlaganfall bei Diät-Drinks-Konsum

Unter den Probanden diagnostizierten die Mediziner in 97 Fällen einen Schlaganfall, 81 Mal wurde eine Demenz-Erkrankung festgestellt, wobei es sich in den meisten Fällen, nämlich bei 63 Personen, um Alzheimer handelte. Teilnehmer, die angegeben hatten, täglich nur ein Getränk mit künstlichem Süßstoff konsumiert zu haben, hatten laut Studie bereits ein fast dreimal so hohes Risiko (2,96), einen Schlaganfall zu erleiden als jene, die laut eigener Angaben gar keine Softdrinks getrunken hatten. Auch das Demenz-Risiko war bei den Konsumenten süßstoffhaltiger Getränke gestiegen. Hier lag das Risiko beim Faktor 2,89

Viele Faktoren können die Ursache sein

Die Ergebnisse der Studie, die in der medizinischen Fachzeitschrift Stroke erschien, nahmen die Wissenschaftler zum Anlass, einen Zusammenhang zwischen süßstoffhaltigen Getränken und einer Gefahr für die Gesundheit zu sehen. Doch das US-amerikanische Nachrichtenunternehmen Bloomberg wies bereits darauf hin, dass die Ergebnisse keine eindeutigen Beweise für eine Kausalität lieferten und deshalb mit Vorsicht zu behandeln seien.

Selbst die Autoren der Studie räumten ein, dass die Beweislage nicht ausreiche, um eindeutige Schlüsse zu ziehen. Vielmehr gäbe es viele verschiedene Faktoren, die Einfluss auf eine Demenz-Erkrankung oder einen Schlaganfall nehmen können, wie das Institute of Health verlauten ließ, etwa das Alter einer Person, aber auch Bluthochdruck, ein bereits bestehender Diabetes und nicht zu verachten: die Gene

Wasser trinken, wer auf Nummer sicher gehen will

Zudem enthielt die Gruppe der Studienteilnehmer keine Minderheiten, weshalb sie eventuell zu einheitlich war und das Ergebnis somit verfälscht sein könnte. Auch könnten Teilnehmer bei der Angabe ihres Konsumverhaltens falsche Aussagen gemacht haben – ob nun wissentlich oder aus Versehen. Auch stellt sich die Frage, ob sich Ursache und Wirkung in diesem Fall möglicherweise umgekehrt verhalten, schließlich ist es auch denkbar, dass bereits kranke Personen deshalb häufiger zu Diät-Limonaden greifen, um ihren Gesundheitszustand nicht noch weiter zu verschlechtern.

Tatsache ist: Studien zur Wirkung von künstlichen Süßstoffen auf die menschliche Gesundheit hat es in der Vergangenheit schon viele gegeben. Mit dem Ergebnis, dass bislang keinerlei negative Folgen festgestellt werden konnten. Selbst die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie weitere Behörden und Gesellschaften für Lebensmittelrecht schätzen den Konsum von kalorienarmem Süßstoff als ungefährlich ein. Dean M. Hartley, wissenschaftlicher Leiter der Alzheimer’s Association rät dennoch, die Finger am besten ganz von Soda-Limonaden zu lassen, ob nun mit Zucker oder Süßstoff gesüßt, und stattdessen lieber Wasser zu trinken.

Von Franziska Grosswald

So erkennen Sie einen Schlaganfall

Schlaganfall Symptome
Diagnose Schlaganfall – je eher er entdeckt wird, umso besser sind die Heilungs- und Überlebenschancen für den Patienten. Es gibt vier typische Symptome, mit denen Ärzte, aber auch Angehörige prüfen können, ob jemand kurz zuvor einen Schlaganfall erlitten hat. © picture-alliance / dpa
Lächeln: Schlaganfall-Patienten können oft nicht mehr richtig lachen, der Mund wird schief.
Lächeln: Schlaganfall-Patienten können oft nicht mehr richtig lachen, der Mund wird schief. © dpa
Sprechen: Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meistens keine zusammenhängenden Sätze mehr formulieren. Wer also stottert und sprachliche Probleme hat, hat möglicherweise einen Schlaganfall.
Sprechen: Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meistens keine zusammenhängenden Sätze mehr formulieren. Wer also stottert und sprachliche Probleme hat, hat möglicherweise einen Schlaganfall. © dpa
Arme: „Heben Sie doch einmal beide Arme nach oben!“ Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meist nicht mehr selbstständig beide Arme in die Höhe strecken.
Arme: „Heben Sie doch einmal beide Arme nach oben!“ Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meist nicht mehr selbstständig beide Arme in die Höhe strecken. © picture alliance / dpa
Schlaganfall
Zunge: „Zeigen Sie mal Ihre Zunge.“ Das Herausstrecken funktioniert nicht mehr richtig, die Zunge ist gekrümmt und wandert von einer Seite zur anderen. © dpa
Schlaganfall
Risiko-Faktoren und mögliche Auslöser für einen Schlaganfall: Bluthochdruck, Herzkrankheiten besonders Vorhofflimmern, Bewegungsmangel, Diabetes, Rauchen, Übergewicht. © dpa
Schlaganfall
Faktoren, die sich naturgemäß nicht beeinflussen lassen, sind das Alter, Geschlecht (Männer sind gefährdeter) und schlicht die Veranlagung. © dpa

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