Zukunft oder Hirngespinst?

Kurios: Diese Wunderpille soll Sie vorab von Alzheimer heilen

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Ist eine Heilung von Alzheimer bald in Sicht?

Eine innovative Therapieform soll Alzheimer bald heilen können. Das Kuriose daran: Es handelt sich dabei um eine Wunderpille, die Sie präventiv einnehmen.

Alzheimer gilt bis heute als unheilbar. Doch immer mehr innovative Therapien und Behandlungsmöglichkeiten wurden in letzter Zeit mithilfe von Studien erprobt.

Nun haben auch Wissenschaftler der Universität von Edinburgh ihren Teil zur Alzheimer-Forschung beigetragen – das Ergebnis ist bahnbrechend und könnte zukunftsweisend sein.

Studie: Wunderpille soll Alzheimer heilen?

Sie wollen nämlich eine Art Wunderpille entwickelt haben, die die Alzheimer-Krankheit aufhalten kann. Das Besondere daran: Sie soll die Erkrankung stoppen – bevor sie überhaupt einsetzt. Die Wissenschaftler hoffen, so in etwa zehn bis zwanzig Jahren Alzheimer endgültig heilen zu können.

Doch damit die Pille wirkt, muss diese bereits Jahrzehnte vorher eingenommen werden, sozusagen als Präventions-Therapie. Schließlich beginnen erste Anzeichen schon Jahre vor dem Ausbruch der Erkrankung.

Allerdings können Patienten, die bereits an Demenz erkrankt sind, diese nicht mehr einnehmen, da bei ihnen das Medikament nicht mehr wirkt.

Angeblich soll die Wunderpille die schädlichen Einwirkungen im Gehirn, die zu Demenz und Alzheimer führen können, von vornherein stoppen. Das berichtet jetzt die britische Tageszeitung "The Times".

Und damit die Präventiv-Therapie auch wirklich anschlägt, haben die Forscher vor, mithilfe von regelmäßigen Gehirn-Scans den Verlauf zu verfolgen.

Dies soll durch die Scans auch sehr gut möglich sein, schließlich bilden sich bei Alzheimer zwischen den Nervenzellen sogenannte amyloide Plaques, also Ablagerungen.

Diese können die Kommunikation zwischen ebenjenen erschweren – erste Symptome sind Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit und eine verringerte Intelligenz.

Wunderpille gegen Demenz als Präventionstherapie - sonst keine Wirkung

Doch wer zu spät behandelt, der muss damit rechnen, dass die Medikamente nicht mehr richtig ansprechen: "Viele Medikamente, die an Menschen mit Demenz getestet wurden, konnten keine positive Wirkung entfalten, fast ausschließlich deshalb, weil sie zu spät eingenommen wurden", meint Professor und Studienleiter Craig Ritchie.

Schließlich gebe man einem Schlaganfall-Patienten auch keine Statine, wenn er diesen gerade erlitten habe, so seine Erklärung.

Er ist sich sicher: Auch wenn die Forschung noch in den Kinderschuhen steckt, ist eine Heilung in spätestens 20 Jahren möglich: "Es wird passieren. Es ist nur eine Frage, wie es passieren wird."

Momentan werde das Medikament noch an gesunden Probanden freiwillig getestet. Hierbei konzentrieren sich Ritchie und sein Team auf diejenigen, die bereits Fälle von Alzheimer in ihrer Familie erlebt haben. Dabei handele es sich um eine Doppelblindstudie – einer Gruppe wird ein Placebo verabreicht, der anderen das richtige Medikament.

Zukunft: Wunderpille bald Standardrezept für Demenzkranke?

Wenn diese erfolgreich ist, könnte die Zukunftsmusik also positiv klingen – und die Pille zum vorbeugenden Standardrezept für Demenzkranke werden. Schließlich sollen Schätzungen zufolge im Jahr 2050 allein in Deutschland drei Millionen Menschen an Alzheimer leiden.

Dennoch empfiehlt sich, nicht (nur) auf die Wunderpille eines Tages zu hoffen, sondern auch mit einem gesunden Lebensstil jetzt schon vorzusorgen.

Zu einem gesunden Lifestyle gehört Bewegung, gesunde Ernährung - und auch viel Schlaf. Die Deutschen schlafen allerdings viel zu wenig. Lesen Sie hier, warum dabei Alzheimer droht.

Auch interessant: Light-Getränke schädigen laut einer Studie massiv ihrem Gehirn. Statt Cola Light sollten Sie sich vielleicht mal ein Bier trinken - denn das macht dank eines Pflanzenstoffes angeblich schlau.

jp

Prominente, die ihr Gedächtnis verloren 

Alptraum Alzheimer: Der ehemalige Fußballspieler des FC Bayern München, Gerd Müller leidet an einer Alzheimer-Erkrankung. Wenige Wochen vor seinem 70. Geburtstag am 3. November bitten der deutsche Fußball-Rekordmeister und die Familie des Weltmeisters von 1974 um Verständnis, dass es keine öffentlichen Auftritte anlässlich des Jubiläums geben werde. © dpa
Karheinz Böhm
Der große Schauspieler Karheinz Böhm starb am 29. Mai 2014 im Alter von 86 Jahren. Erst im Februar 2013 war Böhms Alzheimererkrankung bekannt geworden. Sein Sohn Michael wollte nicht länger über den Gesundheitszustand seines Vaters schweigen. Karlheinz Böhm wurde an der Seite von Romy Schneider in Sissi ein Star. Böhm setzt sich seit 1981 für hungernde Menschen in der Sahelzone ein (Archivfoto vom 2.05.2011). © dpa
Der ehemalige Schauspieler Karlheinz Böhm, der seit 28 Jahren die Äthiopienhilfe "Menschen für Menschen" leitet, und seien Ehefrau Almazs besichtigen das Wiederaufforstung-Projekt "Sheikh Abdi Erosionsgraben" in Äthiopien (Aufnahme aus dem Jahr 2006).
Der ehemalige Schauspieler Karlheinz Böhm leitet seit 1981 die Äthiopienhilfe "Menschen für Menschen" . Die Aufnahme aus dem Jahr 2006 zeigt, wie Böhm mit seiner Ehefrau Almazs  das Wiederaufforstung-Projekt "Sheikh Abdi Erosionsgraben" in Äthiopien besichtigt. © dpa
Rudi Assauer
Rudi Assauer und die furchtbare Diagnose Alzheimer erschütterte ganz Deutschland. Seine Ehrlichkeit macht betroffen. © dpa
Schalke-Manager Rudi Assauer
In einem TV-Auftritt spricht der Fußballmanager Rudi Assauer Anfang des Jahres 2012 erstmals offen von seinem Leiden. Und der Prominente ist mit seinem schweren Schicksal nicht allein. © dpa
Ronald Reagan
Der frühere US-Präsident Ronald Reagan (1911-2004) erkannte eines Tages seine Frau Nancy nicht mehr - nach mehr als 40 Jahren Ehe. © dpa
Ronald Reagan Alzheimer
"Ich beginne nun die Reise, die mich zum Sonnenuntergang meines Lebens führt..." - 1994 bekannte sich der ehemalige Präsident in einem Brief als Alzheimer-Patient. Dadurch entstand erstmals ein öffentliches Bewußtsein für die Krankheit.   © dpa
Gunter Sachs Selbstmord
Er machte sich in Europa einen Namen als Fotograf, Kunstsammler und Playboy: Gunter Sachs. Doch aus Angst vor Alzheimer beging im Alter von 78 Jahren Suizid (7.05.2011). © dpa
Margret Thatcher
Die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher gilt als unnachgiebig und brachte ihr den Spitznamen "Die Eiserne Lady" ein.  © dpa
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US-Schauspieler Peter Falk als Inspektor "Columbo" in seinem typischen Outfit, dem Trenchcoat - und mit einer Zigarre in der Hand brauchte am Ende Vollzeit-Betreuung. Er leidet bis Sommer 2011 an Demenz und Alzheimer. © dpa
Annie Girardot
Die französische Schauspielerin Annie Girardot starb im Alter von 79 Jahren (28.02.2011) an Alzheimer. © dpa
Charlton Heston
Der an Alzheimer leidende Charlton Heston starb im Alter von 84 Jahren. Der US-Schauspieler wurde bekannt für das Filmepos "Die Zehn Gebote" Moses. Für seinen Judah in " Ben Hur" hatte er 1959 den Oscar als bester Hauptdarsteller bekommen. © dpa
Bubi Scholz
Immer wieder kämpfte sich Bubi Scholz trotz mehrerer Schlaganfälle ins Leben zurück. Die ehemalige Box-Legende litt auch an Alzheimer und starb im Alter von 70 Jahren in Berlin (21.08.2000). © dpa
Country-Star Glen Campbell wollte trotz seiner Diagnose Alzheimer im Herbst 2011 noch ein letztes Mal auf Tour gehen und sich mit mehreren Live-Auftritten von seinen Fans verabschieden. © dpa
Der Schauspieler Fred Delmare zählte zu den bekanntesten DDR-Schauspielern. Zuletzt stand Delmare in der ARD-Serie "In aller Freundschaft" als Opa Friedrich vor der Kamera. 2005 zog er sich aus dem Berufsleben auch wegen seiner Alzheimererkrankung zurück, wo der Mime 2009 verstarb. © dpa
Helmut Zacharias
Der Violin-Virtuose Helmut Zacharias komponierte 400 Stücke, arrangierte 1400 Titel und verkaufte 13 Millionen Platten. Zuletzt verschwand er aus dem Blick der Öffentlichkeit. Der Musiker litt unter der Alzheimer-Krankheit und lebte bis zu seinem Tod im Alter von 82 Jahren (28.02.2002) in einem Sanatorium in der Nähe seines Wohnortes Ascona in der Schweiz. © dpa
Roberto Blanco
Roberto Blanco und Sodom rocken gemeinsam für einen Spot der Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Mit viel Humor macht der Sänger auf die Krankheit aufmerksam. © obs
Eine Büste des Hirnforschers Alois Alzheimer
Eine Büste des Hirnforschers Alois Alzheimer: Als der Psychiater am 3. November 1906 in Tübingen erstmals "Über einen eigenartigen schweren Erkrankungsprozess der Hirnrinde" referierte, werteten Kollegen seine Entdeckung als Kuriosität. 100 Jahre später ist Alzheimers Name einer der bekanntesten weltweit, von der nach ihm benannten Hirnkrankheit sollen allein in Deutschland 700.000 bis eine Million Menschen betroffen sein. © dpa

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