In vielen Fällen keine Medikamente nötig

Übersicht über Diabetes-Medikamente: Warum Sie nur in letzter Instanz zu Metformin greifen sollten

Diabetes Typ 2 lässt sich in vielen Fällen durch ausgewogene Ernährung bekämpfen. Vor allem gesättigte Fettsäuren wie etwa in Chips und Zucker sollten dabei nicht zu oft auf dem Speiseplan stehen.
+
Diabetes Typ 2 lässt sich in vielen Fällen durch ausgewogene Ernährung bekämpfen. Vor allem gesättigte Fettsäuren wie etwa in Chips und Zucker sollten dabei nicht zu oft auf dem Speiseplan stehen.

In Deutschland leben rund zehn Millionen Diabetiker. Doch in vielen Fällen wäre keine Behandlung mit Medikamenten nötig – wenn Betroffene folgenden Fakt kennen würden.

Acht Millionen Deutsche leiden aktuell an Diabetes, wie die Deutsche Diabetes Hilfe informiert. Zusätzlich sollen weitere zwei Millionen Menschen noch nicht von ihrer Erkrankung wissen. Die Dunkelziffer sei hoch: Bis zur ersten Diagnose leben Betroffene etwa acht Jahre lang mit einem unentdeckten Diabetes, so die Deutsche Diabetes Hilfe. In den meisten Fällen handelt es sich um Diabetes Typ 2, dem in der Regel eine Insulinresistenz* vorangeht. In dem Fall sprechen Körperzellen schlechter auf das Hormon Insulin an. Infolge steigt der Blutzuckerspiegel, weil die Zellen weniger Zucker aus der Nahrung aufnehmen können.

Es gibt blutzuckersenkende Arzneimittel, die gegen Diabetes Typ 2 eingesetzt werden, aber auch andere sogenannte Antidiabetika. Doch diese sollte man nicht zu vorschnell einnehmen, rät das Portal Gesundheitsinformation.de, das vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) betrieben wird. Medikamente seien erst dann sinnvoll, wenn sich der Blutzuckerspiegel nicht auf andere Weise kontrollieren lässt – etwa durch eine Ernährungsumstellung oder Bewegung.

Wie Sie einen Typ-2-Diabetes ohne Medikamente behandeln und der Entstehung vorbeugen können, erfahren Sie hier.

Nur Ihr behandelnder Arzt kann entscheiden, wann die Medikation mit Antidiabetika sinnvoll ist. Das Alter spielt dabei eine entscheidende Rolle. So führt ein beginnender Typ-2-Diabetes mit erhöhten Blutzuckerwerten bei älteren Menschen nur noch selten zu Gefäß- und Nervenschäden, wie Gesundheitsinformation.de informiert. Für Jüngere hingegen wachse die Gefahr von Diabetes-Folgeschäden wie Nierenerkrankungen, Schlaganfall oder Herzinfarkt, wenn ein erhöhter Blutzuckerspiegel nicht erkannt und frühzeitig gesenkt werde.

Antidiabetika im Überblick: Häufig eingesetzte Medikamente gegen Diabetes Typ 2

  • Metformin: Metformin senkt den Blutzuckerspiegel, indem es auf mehreren Wegen in den Glukosestoffwechsel eingreift, informiert der Diabetes Ratgeber. Es handele sich um einen bewährten Klassiker und gleichzeitig um ein sehr sicheres, modernes Medikament, heißt es weiter. Allerdings sind wie bei allen Arzneimitteln Nebenwirkungen möglich, wie etwa Magen-Darm-Beschwerden.
  • Sulfonylharnstoffe: Bei dieser Wirkstoffgruppe handelt es sich um Substanzen, die dem Körper helfen, mehr Insulin zu produzieren. Zu den Nebenwirkungen zählen Unterzuckerung, Gewichtszunahme und allergische Reaktionen, wie Gesundheitsinformation informiert.
  • Glinide: Nateglinid und Repaglinid fallen in diese Kategorie und steigern die körpereigene Insulinproduktion. Auch hier kann es zu Unterzuckerung und Gewichtszunahme kommen.
  • Gliptine: Gliptine wie die Wirkstoffe Linagliptin, Saxagliptin, Vildagliptin oder Sitaglipti regen den Körper an, mehr Insulin zu produzieren. Mögliche Nebenwirkungen: Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden.
  • Flozine: Flozine wie die Wirkstoffe Dapagliflozin, Empagliflozin und Canagliflozin punkten dem Diabetes Ratgeber zufolge mit dem Effekt, dass man durch die Einnahme Gewicht verliert, den Blutdruck senkt und im Fall des Wirkstoffs Empagliflozin Herz sowie Nieren schützt. Flozine bewirken, dass vermehrt Zucker über den Urin ausgeschieden wird. Dadurch steigt auch das Risiko für Scheidenpilz und vermutlich auch das Risiko für eine Übersäuerung des Blutes, so das Portal Gesundheitsinformation.de.

Mehr Quellen: https://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/was_ist_diabetes_/diabetes_in_zahlen

(jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Weiterlesen: Wer zu dieser Uhrzeit frühstückt, senkt sein Diabetes-Risiko laut Studie enorm.

Warum wir im Alter abbauen und was wir tun können

Viel Bewegung und die richtige Ernährung sind die Basis, um bis ins hohe Alter möglichst gesund zu bleiben. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Viel Bewegung und die richtige Ernährung sind die Basis, um bis ins hohe Alter möglichst gesund zu bleiben. Foto: Christin Klose/dpa-tmn © Christin Klose
Die Journalistin Nina Ruge und der plastische Chirurg und Zellforscher Dominik Duscher haben gemeinsam ein Buch geschrieben. Foto: Kay Blaschke/dpa-tmn
Die Journalistin Nina Ruge und der plastische Chirurg und Zellforscher Dominik Duscher haben gemeinsam ein Buch geschrieben. Foto: Kay Blaschke/dpa-tmn © Kay Blaschke
Nina Ruge, Dominik Duscher: "Altern wird heilbar." Gräfe und Unzer Verlag, 352 S., 22 Euro, ISBN-13: 978-3-8338-7178-8. Foto: Gräfe und Unzer Verlag/dpa-tmn
Nina Ruge, Dominik Duscher: «Altern wird heilbar.» Gräfe und Unzer Verlag, 352 S., 22 Euro, ISBN-13: 978-3-8338-7178-8. Foto: Gräfe und Unzer Verlag/dpa-tmn © Gräfe und Unzer Verlag
Es zwickt in der Schulter? Viele Menschen haben im Alter mehr Probleme mit ihrem Bewegungsapparat. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Es zwickt in der Schulter? Viele Menschen haben im Alter mehr Probleme mit ihrem Bewegungsapparat. Foto: Christin Klose/dpa-tmn © Christin Klose
Gemüse satt: Die Autorin Nina Ruge empfiehlt, 400 Gramm am Tag zu essen - der eigenen Gesundheit zuliebe. Foto: Silvia Marks/dpa-tmn
Gemüse satt: Die Autorin Nina Ruge empfiehlt, 400 Gramm am Tag zu essen - der eigenen Gesundheit zuliebe. Foto: Silvia Marks/dpa-tmn © Silvia Marks

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Kommentare