Hirnhautentzündung

Drama um Tod einer Achtjährigen - so schützen Sie sich gegen Meningitis

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Eine Schutzimpfung, am besten noch im Säuglings- oder Kindesalter kann gegen Meningitis schützen. (Symbolbild)

Ein achtjähriges Mädchen ist vor wenigen Tagen an den Folgen einer Meningitis verstorben. Wie sich diese äußert – und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier.

Im hessischen Rosbach an der Wetterau hat sich Anfang März 2018 eine Tragödie abgespielt – ein achtjähriges Mädchen musste von seinen Eltern von der Schule abgeholt werden, weil es ihr schlecht ging. Als sich ihre Beschwerden verschlimmerten, kam sie sofort in eine Kinderklinik nach Gießen. Doch zu spät – wenige Tage später verstarb die Schülerin.

Achtjähriges Mädchen stirbt an Gehirnhautentzündung

Angeblich soll sie an einer Meningitis, auch bekannt als Hirnhautentzündung, gestorben sein. Laut der Hessenschau sollen anschließend 40 gefährdete Personen in der Schule und Umgebung ausgemacht worden sein, die mit dem Kind zu tun hatten.

Doch es gab schnell Entwarnung: Angeblich sei eine Ansteckung äußerst "unwahrscheinlich" gewesen, teilte Amtsarzt Reinhold Merbs vom Gesundheitsamt im Wetteraukreis gegenüber dem Online-Portal mit. Was viele nicht wissen: Die Meningitis gilt als meldepflichtig, daher wurde letztlich auch das Gesundheitsamt alarmiert.

Doch was ist eine Meningitis?

Hierbei kommt es zu einer Entzündung der Hirn- bzw. der Rückenmarkshäute (Meningen). Die Meningitis wird in zwei Formen unterteilt, je nach Auslöser. So gibt es die virale und bakterielle Gehirnhautentzündung. Erstere wird durch Viren verursacht und kommt am häufigsten vor.

Letztere wird durch Bakterien (Pneumokokken oder auch Meningokokken) ausgelöst, allerdings ist diese seltener. So soll die Erkrankungsrate laut der Apotheken Umschau bei unter 0,5 Fällen pro 100.000 Einwohner liegen. Allerdings gibt es weitere Erreger, wie zum Beispiel Pilze, die die Gehirnhaut angreifen können. Wenn die Entzündung zusätzlich das Gehirn befällt, handelt es sich schließlich um eine Meningoenzephalitis.

Erfahren Sie hier alles über die Zecken-Impfung: Kosten, Auffrischung und Nebenwirkungen.

Symptome bei einer Gehirnhautentzündung

Bei einer Meningitis können diverse Beschwerden bei Betroffenen auftreten. Das Perfide daran: Oftmals ähneln sie denen einer Grippe. Dazu gehören:

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • starke Kopfschmerzen
  • Erbrechen
  • Nackensteifigkeit
  • epileptische Anfälle
  • Schwindel
  • Hörstörungen
  • Mattigkeit
  • rote oder braune Hautverfärbungen (infolge einer zusätzlichen Blutvergiftung)

Virale und bakterielle Meningitis - die eine verläuft milder, die andere sogar tödlich

Die beiden Formen der Meningitis sind anfangs nicht scharf voneinander zu unterscheiden. Allerdings berichten Mediziner, dass die virale Gehirnhautentzündung oftmals milder verlaufen soll. Die seltenere, bakterielle Form dagegen ist nicht ganz so harmlos – sie wird heutzutage hauptsächlich durch die Pneumokokken ausgelöst. Wenn man nicht sofort in einem Krankenhaus behandelt wird, kann diese meist tödlich enden. So auch bei dem kleinen Mädchen aus Rosbach.

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So wird die Diagnose bei einer Gehirnhautentzündung gestellt

Dennoch ist es in beiden Fällen durch die ähnlichen Anfangssymptome ratsam, sogleich einen Arzt aufzusuchen bzw. in die Notfallaufnahme zu gehen. Hierzu werden dem Betroffenen Blut abgenommen sowie bei einer Lumbalpunktion Nervenwasser in der Nähe der Lendenwirbelsäule entnommen. Daher war es auch so wichtig, herauszufinden, welche Personen im Umkreis der Schülerin Kontakt mit ihr hatten.

Ist eine Meningitis ansteckend?

Obwohl am Ende für diese alles glimpflich ausging, können sich andere bei Infizierten schn ell anstecken. Schließlich werden die Erreger meist durch eine Tröpfcheninfektion übertragen, etwa beim Händeschütteln, Husten oder Niesen. Besonders Menschen, die bereits ein geschwächtes Immunsystem aufweisen, sollten den Kontakt mit Infizierten meiden.

Behandlung der viralen und bakteriellen Gehirnhautentzündung

Diese müssen dann beobachtet und notfalls mit Antibiotika behandelt werden. Generell gilt: Wenn die Meningitis früh erkannt wird, kann sie sehr gut mit einer Antibiotikatherapie ausgemerzt werden. Bei einer viralen Meningitis hingegen reicht es aus, sich zu schonen und das Bett zu hüten. Schließlich heilt sie meist innerhalb von zwei Wochen wieder aus. Wer starke Beschwerden hat, kann zudem fiebersenkende und entzündungshemmende Schmerzmittel zu sich nehmen.

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Kann man sich gegen Meningitis impfen lassen?

Aber auch Schutzimpfungen haben sich in der Vergangenheit als eine sichere Vorbeugemaßnahme bewährt. Zurzeit gibt es Impfungen gegen die bakteriellen Erreger:

  • Meningokokken der Typen C, B, A, W und Y
  • Pneumokokken
  • Haemophilus influenzae

Gegen die mildere Variante, der viralen Gehirnhautentzündung, gibt es bis dato keinen Impfstoff. Hier sind die Hauptauslöser vor allem

  • Enteroviren (Coxsackieviren)
  • Mumpsviren
  • Herpesviren
  • Eppstein-Barr-Viren

Die einzige Ausnahme stellt hier die Frühsommer-Meningoenzephalitis dar. Dabei handelt es sich um eine Infektion mit dem FSME-Virus, der durch Zecken übertragen wird.

Gehirnhautentzündung: Diese Personengruppen sind besonders gefährdet

Während die virale Meningitis oftmals im Herbst und Frühjahr ausbricht, tritt die bakterielle Meningitis dagegen häufig in den Winter- bis Frühlingsmonaten auf. Die Apotheken Umschau berichtet weiter, dass besonders von Anfang Januar bis Ende April etwa 30 bis 40 Prozent der Fälle auftreten.

Betroffen sind herbei vor allem Babys, (Klein-)Kinder sowie Jugendliche oder Senioren ab 60 Jahren. Darum empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), Säuglinge bereits im Alter von einem Jahr gegen die bakteriellen Erreger Pneumo- und Meningokokken sowie Haemophilus influenzae und Mumpsviren impfen zu lassen.

Bitte beachten: Die Tipps in diesem Artikel sind KEIN Ersatz für einen Arztbesuch. Falls Sie Beschwerden haben, sollten Sie immer auch Ihren Hausarzt aufsuchen, um mögliche Risiken auszuschließen.

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jp

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

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Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
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Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
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Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
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Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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