Fleischfressende Bakterien

Nach Spinnenbiss isst Veganerin nur noch Fleisch - warum sie auf die neue Diät schwört

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Rindfleisch frisch geschnitten: Eine US-Amerikanerin wurde von einer Veganerin zur Fleisch-Liebhaberin.

Eine US-Amerikanerin ernährte sich vegan, bis sie von einer Spinne mit fleischfressenden Bakterien infiziert wird. Eine OP rettete ihr das Leben - doch sie musste ihre Ernährung komplett umstellen.

Was nach einer Horrorgeschichte klingt, war bittere Realität für die 32-jährige Sylwia Tabor aus dem kalifornischen Sacramento. Die gesundheitsbewusste junge Frau war gerade im Camping-Urlaub im US-Bundesstaat Michigan, als das Unheil seinen Lauf nahm. Eine braune Einsiedlerspinne biss sie ins Bein - was Tabor in dem Moment nicht ahnte: Eine gefährliche Infektion wird die Folge sein.

Spinnenbiss als Überträger von fleischfressenden Bakterien

Kurz nach dem Spinnenbiss entdeckte Tabor einen Pickel in der Leistengegend, der bald zu einer handgroßen Beule herangewachsen war. Nicht nur diese führte Tabor zum Arzt: Auch violette, angeschwollene Striemen an Bauch und Taille beunruhigten die junge Frau sehr. Schnell stand für die behandelnden Mediziner fest: Sylwia Tabor litt an einer nekrotisierenden Fasziitis, die durch fleischfressende Bakterien - übertragen höchstwahrscheinlich durch den Spinnenbiss - ausgelöst wurde.

Nach einer dreistündigen Operation war die Infektion zwar unter Kontrolle und breitete sich nicht weiter in ihrem Körper aus, wie das britische News-Portal Daily Mirror berichtete. Doch auch noch lange nach der OP im Jahr 2017 fühlte sich Tabor krank und schwach. Ihre Vermutung: Ihre vegane Ernährung ist für den Heilungsprozess nicht förderlich.

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Vegane Ernährung ließ Sylwia Tabor von rohem Fleisch träumen

Die 32-Jährige stellte daraufhin ihre Ernährung rigoros um. Schon vor der schweren Erkrankung bemerkte Tabor, dass die vegane Ernährung zwar gut für ihr Gewissen war - sie entschied sich nach einer Dokumentation über Massentierhaltung dafür, keine tierischen Produkte mehr zu essen -, allerdings ihre Gesundheit beeinträchtigte: "Ich bemerkte, dass ich schwächer wurde, weniger Energie hatte und dass ich Schwierigkeiten hatte, mein Essen richtig zu verdauen", erinnerte sich Sylwia an ihre erste Zeit als Veganerin. Der Mangel an Proteinen führte sogar dazu, dass Tabor begann davon zu träumen, rohes Fleisch zu essen.

Als Tabor auch noch eine Nussunverträglichkeit entwickelte, nahm sie noch weniger Proteine zu sich. Nicht nur Nüsse, auch viele Gemüsesorten lösten Hautausschläge bei der jungen Frau aus, weshalb sie irgendwann nur noch Obst aß. Doch der ganze Fruchtzucker führte dazu, dass ihre Zähne sehr empfindlich wurden.

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Heute isst sie zwei Pfund Fleisch pro Tag - auch roh

2018 beschloss Tabor dann, wieder Fleisch zu essen. Und bereute es bisher keinen Tag: "Sobald ich das erste Stück Fleisch gegessen hatte, fühlte ich mich sofort stärker", erinnerte sie sich. Seitdem kann es nicht genug Fleisch für Tabor sein: Sie isst ungefähr zwei Pfund Lamm oder Rindfleisch pro Tag.

Tabor geht sogar soweit zu behaupten: "Ich bin der nekrotisierenden Fasziitis dankbar, dass sie mich dazu brachte, meine Diät zu ändern, die mich umbrachte." Nach der Operation und all den Antibiotika, die sie danach einnehmen musste, nahm sie nicht genügend Nährstoffe über den Magen-Darm-Trakt auf - was Tabor auch auf die vegane Ernährung im Vorfeld zurückführte. Je mehr sich die 32-Jährige nach ihrer schweren Krankheit mit der fleischreichen Ernährung auseinandersetzte, desto klarer wurde ihr, "dass Fleisch essen die wirksamste Art ist, Nährstoffe zu absorbieren, viel mehr als wenn man Kohlenhydrate und Gemüse isst." Deshalb rät sie allen zur Fleisch-Diät - allerdings nur mit Fleisch, dessen Herkunft man traut.

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Was ist eine nekrotisierende Fasziitis?

Die Infektionskrankheit wird meist durch Bakterien ausgelöst, die durch kleine Hautverletzungen oder Injektionen in den Körper eindringen. Sie geht mit Schmerzen an den betroffenen Stellen einher und auch Fieber kann auftreten. Es kommt zur Schwellung und die Haut wird heiß und wirft Blasen. Im Endstadium stirbt die Haut ab. Infiziertes Gewebe muss deshalb schnell vom Arzt operativ entfernt werden. Wird eine nekrotisierende Fasziitis zu spät diagnostiziert, kann das lebensgefährlich sein und zum Tod führen - wie bei einem US-Amerikaner. Er hatte in Florida Strandurlaub gemacht und sich dort mit fleischfressenden Bakterien infiziert. Hier lesen Sie mehr über den tragischen Fall.

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jg

Die seltensten Krankheiten der Welt

Seltene Krankheiten werden von Ärzten oft erst zu spät erkannt. Die meisten Patienten haben eine regelrechte Odyssee hinter sich, bis irgendwann ein Arzt die Krankheit diagnostiziert. Als selten gilt eine Krankheit, die bei weniger als 5 von 10 000 Menschen auftritt. Über die Schwierigkeiten bei deren Diagnose haben sich am Freitag in Hannover mehr als 100 Ärzte, Selbsthilfegruppen, Forscher und Patienten ausgetauscht. Am 28. Februar ist der Europäische Tag der seltenen Krankheiten. Er wird von der der europäischen Organisation für seltene Krankheiten (EURORDIS) organisiert. © dpa
Syringomyelie: Ein schöner Rücken kann entzücken, ein Rücken mit einem Hohlraum in der Wirbelsäule aber ist eine seltene Krankheit - die Syringomyelie. Manchmal ist eine Entwicklungsstörung die Ursache, manchmal auch ein Tumor, eine Verletzung oder eine Entzündung. Der Holraum füllt sich mit Flüssigkeit, die nach und nach das Rückenmark verdrängt. © dpa
Dancing Eyes Syndrom: Die sehr seltene Krankheit wird meist bei Kindern zwischen 1 bis 3 Jahren diagnostiziert. Ihre Augen zucken hin und her, aber auch Arme und Beine bewegen sich ruckartig. Und über Wochen und Monate sind die Kinder oft sehr leicht irritierbar. Wenn die Kinder älter werden, werden die Symptome weniger. Es ist nicht genau klar, wie es dazu kommt. Einige Mediziner nehmen an, dass der Körper Tumorzellen bekämpfen will. Doch er greift gleichzeitig auch gesunde Gehirnzellen an - daher die Zuckungen. © dpa
Progeria adultorum: Der lateinische Begriff besagt, dass ein Mensch viel zu früh und viel zu schnell altert. Die Patienten sind oft erst dreißig, doch plötzlich ergrauen die Haare, die Haut wird faltig. Auch im Geiste werden sie schnell älter. Viele Erkrankte sterben, wenn sie kaum 50 Jahre alt sind. © dpa
Das Kabuki-Syndrom: Die Dame auf unserem Bild ist nur wie eine japanische Kabuki-Schauspielerin geschminkt. Kinder, die unter dem Kabuki-Syndrom leiden, haben aber sehr ähnliche Gesichtszüge. Dazu gehören zum Beispiel große Augen, lange und dicke Wimpern und die Augenbrauen sind sehr bogig. Die Nasenspitze ist bei ihnen zudem oft eingedrückt und die Ohren stehen hervor. Auch die Motorik der Kinder ist eingeschränkt. Geistig sind die Kinder oft mild bis mäßig behindert. © dpa
Das Kleeblattschädel-Syndrom ist eine sehr seltene Fehlbildung des Kopfes. Der Schädel hat, von vorne betrachtet, die Form eines Dreiblättrigen Kleeblatts. Nur 120 Fälle wurden bis 2005 beschrieben. Die meisten Patienten leben nicht lange. Die Fehlbildungen lassen sich jedoch chirurgisch beheben. © dpa
Myiasis: Manche Fliegen, wie die Tumbu- oder Dasselfliege legen ihre Eier gerne in offene Wunden. Deswegen heißt die Myiasis auch Fliegenmaden-Krankheit. Sie tritt vor allem in tropischen oder subtropischen Gegenden auf. Die Larven verteilen sich dann unter der Haut und wandern durch den Körper. Die wichtigste Vorbeugung: Hygiene und wunden gut abdecken. © dpa
Sklerodermie: Bei dieser "entzündlichen rheumatischen Erkrankung" erhärtet sich das Kollagen, ein wichtiger Bestandteil des Bindegewebes. In manchen Fällen nur in der Haut, in manchen Fällen dringt die Sklerodermie aber auch ins Gefäßsystem und die inneren Organe vor. Die Folge können gravierende Funktionsstörungen sein. Das Gesicht wird starr, und die Haut bekommt ein sehr ledriges Aussehen. Auf unserem Foto hat sich eine junge Frau aus Bayern, die an Sklerodermie leidet, ihr Gesicht von Kosmetik-Spezialisten zumindest äußerlich in den Zustand vor der Krankheit zurückversetzen lassen. © dpa
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Alien Hand Syndrom: Per Definition ist dies keine seltene Krankheit, auch wenn sie bisher nur sehr selten von Ärzten beschrieben wurde. Einfach erklärt bedeutet diese Krankheit, dass die eine Hand nicht weiß, was die andere tut. Sie tritt zum Beispiel nach Schlaganfällen auf, aber die genauen Ursachen sind nicht bekannt. Eine Hand hat keinen Kontakt mehr zur anderen - und zur entsprechenden Hirnhälfte. Die Patienten denken, die fremde Hand ist nicht ihre eigene. Sie entwickelt ein Eigenleben und kann im schlimmsten Fall sogar versuchen, den Patienten zu erwürgen. Und beidhändig Klavierspielen wird mit dieser Krankheit fast unmöglich. © dpa
Nicht ganz selten, aber übel: Der Candirú-Fisch lebt in tropischen Flüssen wie dem Amazonas oder dem Orinoco - und schimmt auch gerne mal in schwimmende Menschen hinein. Das fast durchsichtige Tierchen passt durch den Harnleiter, aber auch durch den Anus und sucht sich den Weg in die Blase. Dort beißt es sich fest, und vor allem die kleinen Wiederhaken am Kopf sorgen für Schmerzen. Er verursacht Blutungen und kann nur durch eine Operation wieder herausbefördert werden. © dpa
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