Blähungen

Notlandung: Fluggast furzt ständig - steckt diese Gefahr dahinter?

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Wer häufiger unter Blähungen leidet, sollte sich von einem Arzt durchchecken lassen.

Auf einem Flug einer niederländischen Airline Richtung Dubai musste der Pilot notlanden. Ein Passagier pupste ständig. Dabei hätte ihm geholfen werden können.

Peinlich, peinlich – was sich auf einem Flug der Transavia Airlines abgespielt hat. Dort soll sich nämlich ein Zwischenfall der übelriechenden Art ereignet haben: Zwei Passagiere hatten sich über einen älteren Mann beschwert, der dauernd pupsen musste.

Fluggast leidet unter Blähungen - Flugzeug muss notlanden

Doch anstatt ihm zu helfen, fingen die Fluggäste an, miteinander zu zanken. Das Ganze artete schließlich so aus, dass der Billigflieger, der gerade auf dem Weg nach Dubai war, in Österreich notlanden musste. Dort kamen am Ende Polizeibeamte zu Hilfe, um die streitenden Parteien zu besänftigen und zwei von ihnen aus dem Flugzeug zu entfernen.

Nun stellt sich die Frage, ob der dauer-pupsende ältere Mann, der für dicke Luft sorgte, überhaupt etwas für seine Blähungen konnte. Schließlich ist nicht geklärt, ob ein medizinischer Hintergrund die Ursache gewesen sei.

"Boeing belly": Blähungen lieber rauslassen

Zudem ist bekannt, dass sich über den Wolken durch den verringerten Luftdruck mehr Gase im Darm bilden. Das Phänomen wird auch "Boeing belly" genannt. Das bedeutet konkret: Je höher das Flugzeug steigt, desto mehr Blähungen können entstehen. Wer zudem noch kohlensäurehaltige Getränke wie Cola oder Bier zu sich nimmt, der tut sein Übriges dazu.

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Gase dann zurückzuhalten, ist der falsche Weg, wie Forscher im "New Zealand Medical Journal" berichteten. Wer diese nämlich zurückhalte, dem drohen Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen & Co. Der ältere Fluggast hat sich wohl an diesen Tipp gehalten. Doch was tun, wenn man auch unten am Boden ständig unter Blähungen leidet? Und wann ist es eine ernstzunehmende Krankheit?

Blähungen: Symptome, auslösende Speisen und Hausmittel

Zuerst ist es wichtig, zu verstehen, warum Blähungen überhaupt entstehen. Fakt ist: Jeder Mensch produziert jeden Tag etwa 600 Milliliter bis 1,4 Liter Gas im Darm. Der Grund dafür: Die Nahrung wird dort verdaut, doch bei manchen Menschen können bestimmte Lebensmittel blähend wirken. Zum Beispiel:

  • Kohlgemüse
  • Hülsenfrüchte
  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Sauerkraut
  • Lauch
  • Gurke
  • Mais

Aber auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Laktose- oder Glutenintoleranz können zu Blähbauch, Völlegefühl und sogar Schmerzen führen. Wer generell häufig unter Darmwinden leidet, sollte darauf achten, weniger Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Zwar sind diese gesund, doch bei empfindlichen Menschen werden sie nicht richtig verdaut. Zudem ist es ratsam, viel zu trinken und sich zu bewegen. Außerdem können bewährte Hausmittel für Abhilfe schaffen. Dazu zählen:

  • Fencheltee
  • Wärmflasche auflegen
  • Bauchmassagen im Uhrzeigersinn
  • warme Wickel für den Bauchbereich
  • sanfte Bewegungen aus dem Tai Chi oder Yoga
  • heißes Bad

Ursachen für Blähungen: Krebs, Nahrungsmittelintoleranz oder doch nur Reizdarm?

Doch wenn alles nichts hilft, sollten Sie sich besser an einen Arzt wenden. Der klärt ab, ob es sich bei den Flatulenzen nicht um eine ernsthafte Krankheit handelt. Besonders, wenn die Symptome ganz plötzlich auftreten und sehr schmerzhaft sind. Schließlich könnte es sich um einen Darmverschluss oder sogar einen Tumor handeln.

In den häufigsten Fällen wird der Arzt wohl allerdings von einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder gar einem Reizdarm-Syndrom ausgehen. Während erstere durch eine Eliminationsdiät des jeweiligen Allergens geheilt werden kann, stehen Mediziner dem Reizdarm noch immer sehr ratlos gegenüber.

Bis heute wurde keine körperliche Ursache dafür gefunden. Während man früher davon ausging, dass es psychischer Natur sei, versucht man ihn nun durch eine Kombination aus Ernährungsumstellung, Medikamenten und stressabbauenden Maßnahmen zu therapieren.

Lesen Sie auch: Das bedeutet es, wenn Fürze besonders stinken.

jp

Verdacht auf  Nahrungsmittelunverträglichkeit? 

Gluten, Histamin, Fructose, Lactose: Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist es nicht ganz leicht, den richtigen Auslöser zu finden. Fotos: dpa-tmn Foto: dpa-tmn
Gluten, Histamin, Fructose, Lactose: Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist es nicht ganz leicht, den richtigen Auslöser zu finden.  © dpa-tmn
Wer kein Histamin verträgt, bekommt nach dem Verzehr von Tomaten mitunter Beschwerden. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
Wer kein Histamin verträgt, bekommt nach dem Verzehr von Tomaten mitunter Beschwerden.  © Klaus-Dietmar Gabbert
Bei Zöliakie führt der Verzehr von in Getreide enthaltenem Gluten zu Entzündungen im Dünndarm. Foto: Andrea Warnecke
Bei Zöliakie führt der Verzehr von in Getreide enthaltenem Gluten zu Entzündungen im Dünndarm. © Andrea Warnecke
Wer Fructose nicht verträgt, dem ist es nicht unbedingt komplett verboten, Obst zu essen. Foto: Florian Schuh
Wer Fructose nicht verträgt, dem ist es nicht unbedingt komplett verboten, Obst zu essen.  © Florian Schuh
Die Milch macht's nicht immer - manche Menschen vertragen keinen Michzucker. Foto: Franziska Gabbert
Die Milch macht's nicht immer - manche Menschen vertragen keinen Michzucker.  © Franziska Gabbert
Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen: Wenn nach dem Essen regelmäßig Probleme auftauchen, ist schnell eine Nahrungsmittelunverträglichkeit unter Verdacht. Gewissheit verschaffen Tests beim Facharzt. Foto: Monique Wüstenhagen
Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen: Wenn nach dem Essen regelmäßig Probleme auftauchen, ist schnell eine Nahrungsmittelunverträglichkeit unter Verdacht. Gewissheit verschaffen Tests beim Facharzt.  © Monique Wüstenhagen

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