Orthorexie

Ärzte schlagen Alarm - und warnen jetzt vor dieser gefährlichen Diät 

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Orthoretiker wollen fit, schlank und gesund sein - und das um jeden Preis.

Magersucht, Bulimie oder Binge-Eating: Diese Essstörungen sind bereits medizinisch anerkannt. Doch nur wenige kennen Orthorexie. Was sich dahinter verbirgt.

Das öffentliche Bewusstsein für Essstörungen wächst zunehmend: Magersucht, Bulimie & Co. werden als ernstzunehmende Erkrankungen medizinisch und gesellschaftlich anerkannt. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass hierzulande etwa 800.000 Menschen von Essstörungen betroffen sind. Doch nun kommt eine weitere hinzu, die noch im Dunkeln verborgen ist und bereits mehr Menschen in ihren Fängen hat: Orthorexie.

Symptome, Ursache und Definition: Was ist Orthorexie?

Der Begriff Orthorexie, auch Orthorexia nervosa genannt, stammt aus dem Griechischen für "ortho" (richtig) und "orexis" (Appetit). Er wurde 1997 vom US-amerikanischen Mediziner Steven Bratman eingeführt. Die Orthorexie hat mit der Anorexie gemein, dass Betroffene geradezu besessen von Ernährung und Nahrungsmitteln im Speziellen sind.

Der Unterschied besteht allerdings darin, dass bei der Orthorexie nicht das "Wie viel" im Vordergrund steht, sondern die Qualität der Lebensmittel. Das heißt konkret: Betroffene sind krampfhaft darauf fixiert, nur als gesund geltende Nahrung zu sich zu nehmen.

Orthoretiker sind von ihrer "richtigen" Ernährung so überzeugt, dass sie dieser einen unangemessen hohen Stellenwert einräumen. Ihr Leben dreht sich nur noch um das Studieren von Nährwerttabellen, sie kaufen stets ökologisch korrekt ein und essen nicht mehr auswärts – aus krankhafter Angst vor möglichen Zusatz- beziehungsweise Schadstoffen.

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Falls sie diese (unbewusst) doch zu sich nehmen, entsteht meist ein psychischer Leidensdruck: Sie erleiden Panikattacken, haben ein schlechtes Gewissen und erleben Depressionen. Daher bereiten sie ihre Speisen immer öfter zuhause zu.

Die Ursache für dieses Verhalten, vermuten Mediziner, ist oftmals einerseits der gesellschaftliche Druck, schlank und fit zu sein, und andererseits die panische Angst vor schweren Erkrankungen wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen & Co.

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Orthorexie: der Zwang, perfekt aussehen/sein zu wollen

Zwar ist die die augenscheinliche Zwangsstörung Orthorexie noch nicht als Krankheit anerkannt, dennoch halten sie immer mehr Experten aus den USA für ein gefährliches, ernstzunehmendes Krankheitsbild. So berichtete der Psychologe Thomas Dunn von der University of North Colorado in einer Studie bereits 2014 in der Zeitschrift "Psychomatics" darüber. Darin versuchten er und sein Team, die Zwangsstörung zu identifizieren und anhand von Merkmalen zu kategorisieren.

Allerdings sei dies erst nötig, wenn das selbst auferlegte Regelwerk zu einer Belastung wird und sich das Denken nur noch um die eigene Ernährung kreist. Doch die Diagnose fällt oft schwer – schließlich tun die sozialen Plattformen wie Instagram & Co. ihr Übriges. Dort propagieren Fitnessgurus, Promis und sogenannte "Influencer" tagtäglich, wie ein gesunder Ernährungs- und Lebensstil auszusehen hat, der meist überwiegend aus veganer Rohkost besteht.

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Mehrmals am Tag werden mit den zahlreichen Followern selbst kreierte Mahlzeiten aus Superfoods wie Goji-Beeren, Quinoa oder Kokosöl und schweißtreibende Workouts im Fitnessstudio geteilt. Dadurch wird eine Community geschaffen, die sich gegenseitig pusht, weshalb die Betroffenen immer weiter in die Zwangsstörung rutschen – oder gar nicht erst erkennen, wie tief sie schon drin stecken.

Der " Drang nach Anerkennung sei einfach so groß, dass viele "über Essen, ihre Identität formen", erklärt Johann Christoph Klotter, Ernährungspsychologe aus Fulda, gegenüber der Welt am Sonntag.

Zu wenig Vitamine und Untergewicht: die verheerenden Folgen von Orthorexie

Doch der Preis, den Betroffene für ihre Orthorexie zahlen müssen, sei den Medizinern zufolge bedeutend höher. Schließlich führe eine zu restriktive Ernährung zu Mangelerscheinungen. Die Folgen sind gravierend:

  • Vitaminmangel
  • Untergewicht
  • Schlaf- und Konzentrationsstörungen
  • Antriebslosigkeit
  • Eingeschränkte Leistungsfähigkeit

Zudem versuchen viele Betroffene, ihr Umfeld zu "bekehren", da sie glauben, diesem überlegen zu sein. Schließlich wüssten sie am besten, wie man gesund lebt. Doch meist geht dies auf Dauer mit extremer sozialer Isolation einher, da Betroffene darauf achten, stets nur Gesundes zu sich zu nehmen. Einsamkeit und Depressionen sind oftmals die Folge.

Erfahren Sie hier, wie Sie "schlank im Schlaf" werden können - ohne zu hungern oder zu verzichten.

Therapie und Behandlung bei Orthorexie

Die "National Eating Disorders Association" klärt auf ihrer Webseite über Orthorexie auf und darüber, wie man Anzeichen und Symptome erkennt und warum eine Verhaltenstherapie bei Betroffenen ratsam sei.

Hierbei wird Betroffenen vermittelt, wie sie wieder zu einem "normalen" Essverhalten zurückfinden und entspannter im Umgang mit Nahrungsmitteln werden. Schließlich sollen sie lernen, sich auch "Ungesundes" zu gönnen, das Ihnen gut schmeckt – ohne auf die Nährwerte zu achten oder den Gesundheitsgehalt zu hinterfragen.

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jp

Aufgedeckt: Das sind die zehn größten Abnehm-Irrtümer

Mythos Nummer 1: Alkoholfreies Bier macht nicht dick - das stimmt allerdings nur bedingt. Zwar enthält es weniger Alkohol als normales Bier, dennoch liefert es genug Kalorien durch die enthaltenen Kohlenhydrate.
Diät-Mythos Nummer 1: Alkoholfreies Bier macht nicht dick - das stimmt allerdings nur bedingt. Zwar enthält es weniger Alkohol als normales Bier, dennoch liefert es genug Kalorien durch die enthaltenen Kohlenhydrate. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 2: Wer nicht frühstückt, nimmt schneller ab - für Frühstücksmuffel gilt das vielleicht, doch Menschen mit einem niedrigen Blutzuckerspiegel sollten lieber davon Abstand nehmen. Tipp: Morgens eine Scheibe Vollkornbrot plus Eiweiß in Form von Käse oder magerem Schinken hält lange satt. Außerdem bewahrt es vor Heißhungerattacken.
Diät-Mythos Nummer 2: Wer nicht frühstückt, nimmt schneller ab - für Frühstücksmuffel gilt das vielleicht, doch Menschen mit einem niedrigen Blutzuckerspiegel sollten lieber davon Abstand nehmen. Tipp: Morgens eine Scheibe Vollkornbrot plus Eiweiß in Form von Käse oder magerem Schinken hält lange satt. Außerdem bewahrt es vor Heißhungerattacken. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 3: Weißes Fleisch ist gesünder als rotes - auch das stimmt nur bedingt. Schließlich versorgen die mageren Stücke von Rind & Co. (zum Beispiel Filet) mit viel Eiweiß und wertvollen Nährstoffen.
Diät-Mythos Nummer 3: Weißes Fleisch ist gesünder als rotes - auch das stimmt nur bedingt. Schließlich versorgen die mageren Stücke von Rind & Co. (zum Beispiel Filet) mit viel Eiweiß und wertvollen Nährstoffen. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 4: Wer raucht, nimmt ab - schließlich soll das regelmäßige Paffen den Appetit zügeln. Fest steht: Rauchen beeinflusst den Stoffwechsel, doch auf Dauer gewöhnt sich der Körper daran.
Diät-Mythos Nummer 4: Wer raucht, nimmt ab - schließlich soll das regelmäßige Paffen den Appetit zügeln. Fest steht: Rauchen beeinflusst den Stoffwechsel, doch auf Dauer gewöhnt sich der Körper daran. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 5: Mit Ausdauertraining nimmt man ab, mit Krafttraining nicht - das stimmt so nicht. Schließlich verbrauchen Muskeln auf Dauer mehr Fett. Tipp: Wer beides kombiniert, kurbelt die Fettverbrennung richtig an.
Diät-Mythos Nummer 5: Mit Ausdauertraining nimmt man ab, mit Krafttraining nicht - das stimmt so nicht. Schließlich verbrauchen Muskeln auf Dauer mehr Fett. Tipp: Wer beides kombiniert, kurbelt die Fettverbrennung richtig an. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 6: Wer viel Obst isst, wird schnell schlank - auch das ist nur bedingt richtig. Obstsorten wie Banane, Trauben oder exotische Früchte enthalten viel Fruchtzucker. Und wer zu viel davon zu sich nimmt, der bleibt auch dick.
Diät-Mythos Nummer 6: Wer viel Obst isst, wird schnell schlank - auch das ist nur bedingt richtig. Obstsorten wie Banane, Trauben oder exotische Früchte enthalten viel Fruchtzucker. Und wer zu viel davon zu sich nimmt, der bleibt auch dick. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 7: Nudeln machen dick - das entspricht nicht der Wahrheit. Schließlich muss man differenzieren, welche Nudelsorte und welche Soße man dazu wählt. Tipp: Vollkorn lässt den Blutzuckerspiegel nicht so schnell in die Höhe schießen und sättigt schneller.
Diät-Mythos Nummer 7: Nudeln machen dick - das entspricht nicht der Wahrheit. Schließlich muss man differenzieren, welche Nudelsorte und welche Soße man dazu wählt. Tipp: Vollkorn lässt den Blutzuckerspiegel nicht so schnell in die Höhe schießen und sättigt schneller. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 8: Süßstoffe sind gesünder als Zucker - jein. Süßungsmittel wie Aspartam sollen Studien zufolge tatsächlich eher schädlich für den Körper sein. Diesem wird zwar Süße vorgetäuscht, aber es kommt keine an. Die Folge: Er schüttet Insulin aus, was wiederum auf Dauer zu Heißhungerattacken führen kann.
Diät-Mythos Nummer 8: Süßstoffe sind gesünder als Zucker - jein. Süßungsmittel wie Aspartam sollen Studien zufolge tatsächlich eher schädlich für den Körper sein. Diesem wird zwar Süße vorgetäuscht, aber es kommt keine an. Die Folge: Er schüttet Insulin aus, was wiederum auf Dauer zu Heißhungerattacken führen kann. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 9: Wer zu spät isst, nimmt nicht ab - wichtig ist allerdings nicht, wann man die Kalorien zu sich nimmt, sondern wie viele. Allerdings tun sich viele leichter, wenn sie die meisten Kalorien früher am Tag zu sich nehmen - und abends vor dem Zubettgehen weniger essen. Das dankt Ihnen sicherlich auch Ihre Verdauung.
Diät-Mythos Nummer 9: Wer zu spät isst, nimmt nicht ab - wichtig ist allerdings nicht, wann man die Kalorien zu sich nimmt, sondern wie viele. Allerdings tun sich viele leichter, wenn sie die meisten Kalorien früher am Tag zu sich nehmen - und abends vor dem Zubettgehen weniger essen. Das dankt Ihnen sicherlich auch Ihre Verdauung. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 10: Fünf kleine Mahlzeiten sind besser als drei große - so lautete lange die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Doch diese rät nun lieber zu drei Mahlzeiten pro Tag. Der Grund dafür: Erwachsenen (die großteils am Schreibtisch sitzen) reichen drei Mahlzeiten völlig aus. Schließlich kann der Körper so in den Stunden dazwischen in Ruhe verdauen und Fett verbrennen.
Diät-Mythos Nummer 10: Fünf kleine Mahlzeiten sind besser als drei große - so lautete lange die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Doch diese rät nun lieber zu drei Mahlzeiten pro Tag. Der Grund dafür: Erwachsenen (die großteils am Schreibtisch sitzen) reichen drei Mahlzeiten völlig aus. Schließlich kann der Körper so in den Stunden dazwischen in Ruhe verdauen und Fett verbrennen. © pixabay

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