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Pestizide im Obst: Immer mehr Sorten mit Giftstoffen belastet

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Von: Laura Knops

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Viele Obst- und Gemüsesorten enthalten deutlich mehr Pestizide als noch vor einigen Jahren. Dazu gehören Äpfel, genauso wie Birnen oder Pfirsiche.

München – Pestizid und Giftstoffe haben in Nahrungsmitteln nichts verloren. Doch nicht selten sind Obst und Gemüse mit bedenklichen Mengen Spritzmitteln belastet. Aus diesem Grund sind Staaten in der Europäischen Union (EU) daher bereits seit 2011 verpflichtet, die Verwendung besonders gefährlich eingestufter Pestizide zu verringern. Viele Obstsorten in Europa enthalten allerdings deutlich mehr Giftstoffe als noch vor neun Jahren. Die Rückstände haben also keinesfalls abgenommen, sondern sind vielmehr erheblich gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktueller Bericht der Umweltorganisation „Pesticide Action Network Europe“ (PAN).

Pestizide im Obst: Immer mehr Sorten mit Giftstoffen belastet

Die Menge der Giftstoffe in Obst und Gemüse nimmt seit einigen Jahren stetig zu.
Die Menge der Giftstoffe in Obst und Gemüse nimmt seit einigen Jahren stetig zu (Symbolbild). © Westend61 / Imago

Die Experten konnten zwischen 2011 und 2019 einen dramatischen Anstieg von Giftstoffen in Obst und Gemüse, die von der Europäischen Kommission als „besonders gefährlich“ eingestuft werden, nachweisen. Die Nahrungsmittel enthalten demnach rund 53 Prozent mehr Pestizide als noch einige Jahre zuvor. Beinahe ein Drittel der Proben wies zudem so hohe Mengen an Rückständen auf, die als für Menschen, Tiere und Umwelt als enorm giftig gelten.

Für die Analyse wertete die Organisation fast 100.000 Obstproben aus. Dabei fokussierten sich die Forscher vor allem auf die Untersuchung der gefährlichsten und am stärksten regulierten Pestizide. Diese werden bereits seit einigen Jahren mit einer Reihe von chronischen Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Beschwerden und Diabetes in Verbindung gebracht. Doch die Giftstoffe schaden nicht nur dem Menschen, auch für das Ökosystem sind sie hochgiftig.

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Pestizide im Obst: Diese Sorten sind am stärksten betroffen

Gerade bei den gefährlichsten Pestiziden ist in den letzten Jahren ein Aufwärtstrend zu sehen, so die Autoren. Die Ergebnisse seien daher ein Beweis, dass die Regierungen ihren gesetzlichen Verpflichtungen nicht nachkommen. Folgende Früchte sind dabei besonders häufig betroffen:

Im Rahmen ihrer Untersuchung analysierten die Wissenschaftler auch verschiedene Gemüsesorten. Dabei fanden sie heraus, dass vor allem Staudensellerie (54 Prozent), Knollensellerie (45 Prozent) und Grünkohl (31 Prozent) besonders häufig Giftstoffe enthalten. Da die meisten Gemüsesorten weniger anfällig für Krankheiten und Insekten sind, ist daher auch die Pestizidbelastung bei Gemüse geringer.

Pestizide im Obst: In Europa immer mehr Sorten mit Gift belastet

Doch nicht nur in Deutschland scheinen Obst- und Gemüsesorten immer mehr Pestizide zu enthalten. Auch in anderen europäischen Ländern wird der Einsatz von Giftstoffen im Anbau von Obst und Gemüse bemängelt. So wurden die meisten Rückstände in Belgien (43 Prozent), Irland (20 Prozent), Frankreich (22 Prozent), Italien (21 Prozent) und Deutschland (20 Prozent) festgestellt.

Viele der Proben enthielten jedoch nicht nur ein bedenkliches Pestizid. In einigen Obst- und Gemüsesorten konnten gleich mehrere der gefährlichen Wirkstoffe nachgewiesen werden. Die Ergebnisse sind laut dem Bericht daher ein deutlicher Beweis, dass die Regierungen der Europäischen Union (EU) ihren gesetzlichen Verpflichtungen nicht nachkommen. Im Rahmen der europäischen „Farm-to-Fork“-Strategie zur Reduzierung von Pestiziden sollten giftige Pestizide, die zu den sogenannten „Substitutionskandidaten“ zählen, durch weniger schädliche Alternativen ersetzt werden – statt immer mehr davon zu verwenden. Um sich vor den ungesunden Pestiziden zu schützen, fordern die Experten daher Verbraucher auf, vor allem Bio-Produkte zu kaufen. Zudem sollte jedes Obst vor dem Verzehr gründlich mit Wasser gereinigt werden.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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