Robert-Koch-Institut

Neuartiges Coronavirus von Mensch zu Mensch übertragbar: Wie wahrscheinlich ist eine Ansteckung?

Eine neuartige Lungenentzündung beunruhigt derzeit Behörden in China. Das Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar - wie wahrscheinlich ist die Ansteckung?

  • Behörden in China haben es derzeit mit einer neuartigen Lungenentzündung zu tun, die sich rasant auszubreiten scheint.
  • Bisher sind mehr als 4.500 Personen an dem Coronavirus* erkrankt, mehr als 100 Menschen sind daran gestorben.
  • Die Mehrzahl erkrankte in Wuhan, einer Metropole mit elf Millionen Einwohnern in der Provinz Hubei. Ein dortiger Fisch- und Geflügelmarkt als Ausgangspunkt des Erregers angesehen. 

Das Besorgniserregende an dem neuen Coronavirus: Es ist laut Chinas Nationaler Gesundheitskommission von Mensch zu Mensch übertragbar. Zudem steckte sich auch medizinisches Personal an. Wie wahrscheinlich ist also eine Übertragung? Das Robert-Koch-Institut gibt dazu nun eine Einschätzung.

Neuartiger Coronavirus von Mensch zu Mensch übertragbar

Wie das Robert-Koch-Institut erklärt, sind weitere begrenzte Mensch-zu-Mensch-Übertragungen zu erwarten. Allerdings handele es sich bisher um Einzelfälle, die "keine Hinweise auf eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch" geben würden. Heißt: Bisherige Erkenntnisse lassen darauf schließen, dass das bislang erkannte Coronavirus sich nicht verändert und dadurch die Übertragung von Mensch zu Mensch leichter würde. Das erklärte auch Vizepräsident des Instituts, Lars Schaade, im Deutschlandfunk. Die Infektionsbarriere sei noch recht hoch. Deshalb sei es unwahrscheinlich, dass die Mortalität so hoch liegen könnte, wie noch beim Sars-Virus vor 17 Jahren.

Coronavirus: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, sich in Deutschland anzustecken?

Zudem unternimmt China alle nötigen Maßnahmen, um die weitere Ausbreitung des Virus* zu unterbinden: Kranke Menschen werden identifiziert und isoliert, Verkehrsknotenpunkte überwacht. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) schätzt das Risiko für eine Ausbreitung innerhalb der EU "als gering bis sehr gering" ein. Auch das Bundesgesundheitsministerium (BGM) mahnt zur Ruhe: "Die Gefahr für Deutschland durch das neu aufgetretene Coronavirus wird von unseren Fachleuten momentan als sehr gering eingeschätzt."

Sollte es dennoch zu einem Auftreten der neuartigen Lungenkrankheit in Deutschland kommen, seien laut dem Virulogen Christian Drosten in der Berliner Charité schon "alle Testsysteme hochgefahren", um das Virus schnell nachweisen zu können.

Erfahren Sie hier alle Fakten zum neuartigen Coronavirus und dessen Symptome in Kürze.

Mysteriöse Lungenkrankheit: Diese Maßnahmen können Sie selbst ergreifen

Um eine Ansteckung zu vermeiden, rät die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Reisenden in dem betroffenem Gebiet zu den üblichen Vorsichtsmaßnahmen:

  • Kontakt zu Menschen, die an Atemwegsinfektionen leiden, vermeiden
  • regelmäßiges Händewaschen, besonders nach Kontakt zu kranken Menschen oder ihrem Umfeld
  • Kontakt zu lebenden oder toten Nutz- oder Wildtieren vermeiden

Darüber ob aufgrund des neuartigen Coronavirus ein internationaler Gesundheitsnotstand ausgerufen werden soll, berät die WHO am Mittwoch (22. Januar) in einem Notfallausschuss. Hier werden Sie dazu und allgemein zu den Entwicklungen um das Coronavirus auf dem Laufenden gehalten.

Lesen Sie auch: Dieses lebensgefährliche Virus kann in wenigen Stunden um die ganze Erde gehen.

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Diese Viren und Bakterien machen uns krank

HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.  
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.   © dpa/dpaweb-mm
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. 
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.  © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. 
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren.  © picture alliance / Science Photo
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

Rubriklistenbild: © Mark Schiefelbein/AP/dpa

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