Entzündungen im Mundraum

Rückenschmerzen und dauernd krank? Das könnte an Ihren Zähnen liegen – ein Sportzahnarzt klärt auf

Wer ständig mit Leistungsschwäche kämpft, dem kann in einigen Fällen der Zahnarzt weiterhelfen. Wie genau, erfahren Sie hier.

Ist der Körper gesund, wird das Immunsystem in der Regel gut mit harmlosen Krankheitserregern wie Erkältungsviren fertig. Doch eine ganze Reihe Faktoren schwächt unsere Abwehr, wie etwa eine unausgewogene Ernährung, wenig Bewegung oder zu wenig Schlaf. Doch auch weniger offensichtliche Ursachen können dahinter stecken, wenn wir uns müde und schlapp fühlen – zum Beispiel Zahnprobleme. Diese können sogar zu extremen Rückenbeschwerden führen, wie Sportzahnarzt Dr. Siegfried Marquardt erklärt.

„Schon eine normale Zahnfleischentzündung schwächt den Körper. Schlimmer wird es, wenn die Bakterien auf Zahn* und Kieferknochen übergehen. Dann sprechen wir von einer Parodontitis. Sie sorgt dafür, dass sowohl unsere Immunantwort als auch die allgemeine Leistungsfähigkeit rapide sinkt“, zitiert das Portal Fitbook mit der DAK-Krankenkasse als Partner Zahnarzt Marquardt, der unter anderem die deutsche SkiCross-Nationalmannschaft und den Deutschen Skiverband als Team-Zahnarzt betreut.

Zahnfleischentzündungen können gesamten Organismus beeinträchtigen – und anfälliger für Krankheiten machen

Das Problem seien die Bakterien im Mund, die eine Zahnfleischentzündung auslösen können. Je stärker sie sich vermehren, desto mehr ist unser Organismus mit deren Bekämpfung beschäftigt. Das kann sich nicht nur negativ auf die Ausdauer beim Sport auswirken, sondern auch die Anfälligkeit für Krankheiten wie Erkältungen erhöhen. Vorbeugen könne man, indem man die tägliche Zahnreinigung nicht vernachlässigt, mindestens einmal jährlich einen Kontrolltermin beim Zahnarzt wahrnimmt und regelmäßig professionelle Zahnreinigungen in Anspruch nimmt.

Um die Zähne bis ins hohe Alter gesund zu halten, sollte die tägliche Zahnhygiene nicht vernachlässigt werden.

Zahnfehlstellungen für bis zu 60 Prozent der Rückenschmerzen mit verantwortlich

Doch die Mundgesundheit hat nicht nur enormen Einfluss auf die Infektanfälligkeit: Auch Rückenschmerzen sollen in vielen Fällen auf Probleme im Mundraum zurückzuführen sein. Marquardt schätzt fitbook.de zufolge, dass 50 bis 60 Prozent aller Beschwerden im Rücken von Zahnfehlstellungen (zumindest mit-)verursacht werden. „Wenn das Gebiss nun nicht gleichmäßig zusammenarbeitet, also wenn sich nicht alle Zähne beim Zusammenbeißen gleichzeitig berühren, dann müssen die Kiefermuskeln dieses suboptimale Zusammenspiel ausgleichen“, so Marquardt. Das kann zur Folge haben, dass Muskeln an verschiedenen Stellen im Bewegungsapparat verkrampfen und so zu Nacken-, Rücken- oder sogar Hüftschmerzen führen.

„Solche Fehlstellungen erkennt der Zahnarzt. Fragen Sie, ob in Ihrer Praxis eine Funktionsanalyse und -therapie durchgeführt werden kann. Mit Analysen, Tests und Zahnabdrücken erkennt der Experte – zumeist in Kooperation mit einem Physiotherapeuten oder Orthopäden – wo nachjustiert werden muss“, so Sportzahnarzt Marquardt. Eine Schiene, die nachts getragen wird und die Fehlbelastung beim Zubeißen korrigiert, sei eine einfache Möglichkeit, die Beschwerden zu lindern. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Weiterlesen: Wer diese Zahnpasta verwendet, kann sein Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt senken.

Diese Dinge sind schlecht für Ihre Zähne

Snacks: Knabbereien wie Chips und Flips oder auch Gummibärchen, Bonbons und andere Süßigkeiten enthalten viel Zucker und Stärke. Diese wird von Plaque-Bakterien in Säure umgewandelt, die wiederum den Zähnen, genauer gesagt dem Zahnschmelz, schadet. Ein weiterer Nachteil: Snacks sorgen für eine verminderte Produktion von Speichel, der im Mund eine wichtige Schutzfunktion übernimmt.
Snacks: Knabbereien wie Chips und Flips oder auch Gummibärchen, Bonbons und andere Süßigkeiten enthalten viel Zucker und Stärke. Diese wird von Plaque-Bakterien in Säure umgewandelt, die wiederum den Zähnen, genauer gesagt dem Zahnschmelz, schadet. Ein weiterer Nachteil: Snacks sorgen für eine verminderte Produktion von Speichel, der im Mund eine wichtige Schutzfunktion übernimmt. © Pixabay
Fruchtsäfte: Das Problem bei Fruchtsäften ist der teilweise hohe Zuckergehalt. Orangensäfte enthalten manchmal nur unwesentlich weniger Zucker als Limonaden.
Fruchtsäfte: Das Problem bei Fruchtsäften ist der teilweise hohe Zuckergehalt. Orangensäfte enthalten manchmal nur unwesentlich weniger Zucker als Limonaden. © Pixabay
Kaffee: Es ist kein Geheimnis. Kaffee sorgt für Verfärbungen der Zähne. Das gleiche gilt für das ...
Kaffee: Es ist kein Geheimnis. Kaffee sorgt für Verfärbungen der Zähne. Das gleiche gilt für das ... © Pixabay
Rauchen: Es erhöht zudem das Risiko für Entzündungen des Zahnfleisches und kann zu Zahnverlusten führen. Im schlimmsten Fall kann Rauchen auch Mund-, Lippen oder Zungenkrebs verursachen.
Rauchen: Es erhöht zudem das Risiko für Entzündungen des Zahnfleisches und kann zu Zahnverlusten führen. Im schlimmsten Fall kann Rauchen auch Mund-, Lippen oder Zungenkrebs verursachen. © Pixabay
Piercings: Metalle von Piercings im Mundbereich schaden nicht nur den Zähnen, sondern auch dem Zahnfleisch. Dies kann teilweise gravierende Folgen haben, Zähne können im schlimmsten Fall sogar ausfallen.
Piercings: Metalle von Piercings im Mundbereich schaden nicht nur den Zähnen, sondern auch dem Zahnfleisch. Dies kann teilweise gravierende Folgen haben, Zähne können im schlimmsten Fall sogar ausfallen. © Pixabay
Wein: Die in Rotwein enthaltenen chromogenen Moleküle und Tannine können zu einer Verfärbung der Zähne führen. Gleichzeitig schadet die Säure in Rot- und Weißwein dem Zahnschmelz.
Wein: Die in Rotwein enthaltenen chromogenen Moleküle und Tannine können zu einer Verfärbung der Zähne führen. Gleichzeitig schadet die Säure in Rot- und Weißwein dem Zahnschmelz. © Pixabay
Zähneknirschen: Speziell angefertigte Schienen können übermäßiges nächtliches Zähneknirschen und dadurch Schäden an der Zahnsubstanz vermeiden.
Zähneknirschen: Speziell angefertigte Schienen können übermäßiges nächtliches Zähneknirschen und dadurch Schäden an der Zahnsubstanz vermeiden. © picture alliance / dpa
Essstörungen: Auch auf die Zähne können Sie sich auswirken. Denn Menschen etwa, die unter der Binge-Eating-Störung leiden, bekommen periodische Heißhungerattacken und verlieren die Kontrolle über Ihr Essverhalten. Dieses exzessive Essverhalten kann schädlich für die Zähne sein.
Essstörungen: Auch auf die Zähne können Sie sich auswirken. Denn Menschen etwa, die unter der Binge-Eating-Störung leiden, bekommen periodische Heißhungerattacken und verlieren die Kontrolle über Ihr Essverhalten. Dieses exzessive Essverhalten kann schädlich für die Zähne sein. © picture alliance / dpa
Verpackungen oder Flaschen mit dem Mund öffnen: So wie im Bild sollte es eigentlich sein. Doch viele Menschen öffnen Bierflaschen oder andere Verpackungen mit den Zähnen. Das sollten Sie besser lassen, da die Materialien theoretisch splittern könnten. Auf alle Fälle ist das Öffnen von Verpackungen schädlich für die Zähne. Ähnlich ist es mit dem Stifte oder Fingernägel kauen.
Verpackungen oder Flaschen mit dem Mund öffnen: So wie im Bild sollte es eigentlich sein. Doch viele Menschen öffnen Bierflaschen oder andere Verpackungen mit den Zähnen. Das sollten Sie besser lassen, da die Materialien theoretisch splittern könnten. Auf alle Fälle ist das Öffnen von Verpackungen schädlich für die Zähne. Ähnlich ist es mit dem Stifte oder Fingernägel kauen. © Pixabay

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