Gesunder Geist

Scheitern nicht immer in etwas Gutes umdeuten

+
Mit Freude scheitern? Das muss keiner. Seinem Ärger kann man ruhig mal Luft machen. Foto: Jens Kalaene/dpa

Scheitern als Chance - das wird gerade groß geschrieben. Eine Niederlage soll man positiv deuten. Hm, darf man sich heute eigentlich nicht mehr über einen Fehler ärgern? Doch, sagt ein Psychiater.

München (dpa/tmn) - Es ist immer wieder zu lesen: Scheitert jemand, habe das doch auch etwas Gutes. Scheitern sei wichtig und helfe, sich neu zu sortieren. Darf man sich noch richtig ärgern?

Alles immer positiv umzudeuten, ist aber auch wahnsinnig anstrengend. Deswegen kann man das ruhig mal sein lassen, sagt der Münchner Psychiater Prof. Peter Falkai aus dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). "Echtheit", sagt er, "hat einen hohen Wert." Geht es einem schlecht, weil man eine Aufgabe so richtig versemmelt hat, kann man das ruhig zulassen. "Es auszusprechen, tut auch sehr gut", ist Falkais Erfahrung.

Das gilt auch, wenn andere aus der eigenen Sicht Fehler gemacht haben. "Es gibt eine Tendenz, stets alles positiv zu formulieren." Das aber sei nicht authentisch. Die Familie oder auch Kollegen oder Untergebene bekämen in der Regel mit, wenn jemand nicht ehrlich ist. "Besser, derjenige macht seinem Ärger einmal Luft." Dann wissen alle, woran sie sind, und können daran arbeiten, dass es beim nächsten Mal besser läuft.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Arzt sieht Frau in TV-Show - und entdeckt Seltsames an ihrem Hals
Arzt sieht Frau in TV-Show - und entdeckt Seltsames an ihrem Hals
Nach OP: Frau kann nur noch dieses eine Wort sprechen
Nach OP: Frau kann nur noch dieses eine Wort sprechen
Zecken-Impfung: So erkennen Sie sofort, ob Sie allergisch reagieren
Zecken-Impfung: So erkennen Sie sofort, ob Sie allergisch reagieren
Achtung: 73.000 Fipronil-Eier in deutschem Handel im Umlauf
Achtung: 73.000 Fipronil-Eier in deutschem Handel im Umlauf

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.