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Deutsche Forscher wollen jetzt die Ursache für Schlaganfall kennen

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Werden die Studienerkenntnisse die Schlaganfall-Therapie revolutionieren?

Wissenschaftler haben die genetischen Daten von einer halben Million Probanden untersucht, um Ursachen der komplexen Gefäßkrankheit im Erbgut zu finden.

Schlaganfall ist weltweit die Todesursache Nummer zwei, aber die molekularen Mechanismen und möglichen genetische Ursachen sind bisher noch nicht ausreichend erforscht. Das internationale Forschungskonsortium "Megastroke" hat nun in einer genomweiten Assoziation-Studie das Erbgut von mehr als 520.000 Individuen auf mögliche genetische Risikofaktoren untersucht. Die Analyse zeigt insgesamt 32 Genorte, die mit Schlaganfall in Verbindung stehen – rund dreimal so viele, wie bisher bekannt.

"Megastroke": Riesige Studie enthüllt Fülle an Schlaganfall-Gene

"Megastroke" ist die weltweit bislang größte Untersuchung ihrer Art zur genetischen Prädisposition für Schlaganfall. Forschungsgruppen um Martin Dichgans, Professor für Neurologie, Direktor des Instituts für Schlaganfall- und Demenzforschung (ISD) an der LMU sowie Forscher am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), und die Epidemiologie-Professorin Stephanie Babette von der Universität Bordeaux haben die Studie koordiniert, an der sich rund 180 Einrichtungen beteiligt haben.

Bei "Megastroke" handelt es sich um eine sogenannte Meta-Analyse, welche die Daten aus nahezu 30 großen Studien auswertet. Von den gut einer halben Million Probanden, deren Daten in die Studie eingingen, waren etwa 67.000 Schlaganfallpatienten. Die Ergebnisse sind jetzt im renommierten Fachblatt Nature Genetics erschienen.

Schlaganfall: Wie er entsteht - und welche Rolle die Gene spielen

Schlaganfälle können ausgelöst werden durch Veränderungen in verschiedenen Teilen des Gefäßsystems: in den großen Arterien und den kleinen Gefäßen, dem Herzen und den venösen Gefäßen. "Aus der Untersuchung haben wir viel gelernt über die genetische Architektur, die der Entstehung des Schlaganfalls zugrunde liegt", sagt Martin Dichgans. Die Forscher fanden heraus, dass viele der 32 Genorte in Teilen mit Erbgutabschnitten übereinstimmen, die mit anderen Erkrankungen assoziiert sind wie

  • Bluthochdruck
  • Hyperlipidämie
  • Vorhofflimmern
  • koronarer Herzkrankheit
  • venösen Thrombosen.

Genvarianten also, die beispielsweise zu Bluthochdruck führen, kommen auch als Auslöser eines Schlaganfalls in Frage. Da die Daten von Studien aus aller Welt stammen, können die Wissenschaftler auch zeigen, dass sich die Gewichtung der Risikofaktoren inverschiedenen Ethnien leicht unterscheidet. "Überraschend ist, dass sich für die Hälfte der 22 neu gefundenen Genorte keine Überlappung zu bisher bekannten Risikofaktoren finden lässt", sagt Dichgans.

Deutsche Forscher stellen fest: Schlaganfall-Mechanismen komplexer als gedacht

Das deutet auf neue, bislang unbekannte Mechanismen hin, die einen Schlaganfall auslösen – und womöglich auf Zielpunkte neuer Therapien. Die Forscher fanden auch gemeinsame genetische Risikofaktoren für die beiden Hauptformen des Schlaganfalls. Sie fanden Überlappungen der Genorte, die zum Risiko für einen Schlaganfall infolge eines Gefäßverschlusses beitragen, und solcher, die mit dem Riss eines Blutgefäßes assoziiert sind. Das deutet auf gemeinsame Entstehungsmechanismen hin, unabhängig von bekannten Risikofaktoren, wie beispielsweise einem Bluthochdruck.

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Indem sie die Untersuchungen um Daten zur Expression von Genen und Proteinen und anderen Charakteristika verschiedenster Zelltypen und Gewebe ergänzten, die Wissenschaftler der beteiligten Institutionen zusammengetragen hatten, konnten die Forscher erste Einblicke gewinnen, welche Gene, molekularen Mechanismen und Zelltypen das genetische Schlaganfall-Risiko der jetzt gefundenen Genorte ausmachen.

Steht die Heilung von Schlaganfall bevor?

Ein Teil der 32 Genorte zeigte Überlappungen mit Bereichen, deren Genprodukte Angriffspunkte zweier gängiger antithrombotischer Therapeutika sind:

  • einem Plasminogenaktivator, der in den Abbau von Blutgerinnseln involviert ist, und
  • einem Wirkstoff, der die Zusammenballung der Blutplättchen zu Gerinnseln hemmt.

"Diese Befunde belegen die Bedeutung genetischer Studien für die Medikamentenentwicklung", sagt Dr. Rainer Malik vom ISD, einer der Erstautoren der Studie. Überhaupt ließen sich die Ergebnisse der Studie "als ein erster Schritt zu einer personalisierten, evidenzbasierten Behandlung dieser hochkomplexen Erkrankung" sehen.

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jp

Diese sieben Promis erlitten einen Schlaganfall

Bab-Star Wolfgang Niedecken 
Bab-Star Wolfgang Niedecken ist wieder auf der Bühne. Seit dem 3. Mai 2012 ist der Frontman mit seiner Band BAP auf Tour "Volles Programm - Tour 2012".  Im November 2011 bangte die Nation um den Sänger: Schlaganfall - ein Blutgerinsel war in Richtung Gehirn gewandert und hatte ihn in Lebensgefahr gebracht. © dpa
Gaby Köster
TV-Ulknudel Gaby Köster ("Ritas Welt") war plötzlich lange von der Bildfläche verschwunden. Im Januar 2008 hatte Köster einen Schlaganfall erlitten, der ihre linke Körperhälfte lähmte. Über ihre Krankheit hat sie das Buch "Ein Schnupfen hätte auch gereicht – Meine zweite Chance" geschreiben. Jetzt kommt die TV-Komikerin in der neuen RTL-Show "RTL Comedy Woche" zurück auf die Mattscheibe. © dpa
Horst Lichter
Fernsehkoch Horst Lichter ist bei seinen Zuschauern nicht nur für seine wundervollen Gerichte bekannt, sondern auch für seine ansteckende Lebensfreude. Doch auch er hat schwere Zeiten hinter sich. Wie er im Jahr 2008 in einem Interview erzählte, hatte er jeweils im Alter von 26 und 28 Jahren einen Schlaganfall. Er soll dabei sogar ein Nahtod-Erlebnis gehabt haben, sagte Lichter. © dpa
Jean-Paul Belmondo
Während seines Urlaubs auf der Insel Korsika im Jahr 2001 erleidet der französische Schauspieler Jean-Paul Belmondo einen Schlaganfall. Sein Zustand ist kritisch. Nach einer langen Rehabilitation erholt sich "Bébel" aber wieder. Seinen jüngsten Auftritt in Deutschland hatte die Film-Legende als Zuschauer beim Boxkampf zwischen Jean-Marc Mormeck und Wladimir Klitschko in Düsseldorf. © dpa
Der deutsche Theaterschauspieler Michael Hinz war vielen auch als Serien-Darsteller bekannt. Er spielte in Krimi-Reihen wie "Der Kommissar", "Derrick" oder "SOKO 5113". Im November 2008 starb der 68-jährige Schauspieler an den Folgen eines Schlaganfalls in einer Münchner Klinik.   © dpa
Peter Struck
Während seiner Amtszeit als Verteidigungsminister erlitt Peter Struck im Jahr 2004 einen Schlaganfall. Nach einer zehnwöchigen Arbeitspause nahm er allerdings wieder seine politische Arbeit auf. Dabei wirkte Struck aber dünner und schwächer. Gesprächspartner berichteten zudem von leichten Sprachstörungen. Nach den Bundestagswahlen und dem Regierungswechsel im Jahr 2005 schied er aus seinem Amt aus. © dpa
Sängerin Michelle
Es war nur eine Minute bis zu ihrem Konzert in Wuppertal, als Sängerin Michelle sich plötzlich schwach fühlte und ihre Lippen taub wurden. Schnell wurde sie mit Lähmungserscheinungen ins Klinikum Barmen gebracht. Dort stellten die Ärzte bei der 31-Jährigen die Diagnose "Schlaganfall" fest. Doch Michelle erholte sich schnell und stand schon wenig später wieder in Cottbus auf der Bühne.  © dpa

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