Rauchte eine Schachtel am Tag

Schock: Frau erlitt Schlaganfall - weil sie die Pille nahm?

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Ist die Anti-Baby-Pille wirklich so harmlos - oder auf Dauer doch eher gefährlich?

Eine Österreicherin hat mit nur 25 Jahren einen Schlaganfall erlitten – weil sie jahrelang die Pille einnahm und dabei gleichzeitig rauchte. Doch wie geht das?

Mit nur 25 Jahren erlebte Julia Baumgarten wohl den größten Schreck ihres Lebens: Sie erlitt einen Schlaganfall. Am eigenen Leibe bekam sie zu spüren, was sie jahrelang ihrem Körper angetan hatte.

Mit 25 Jahren Diagnose Schlaganfall

Wie viele andere Frauen auch nahm die Österreicherin regelmäßig die Anti-Baby-Pille – zehn Jahre lang. Doch den Beipackzettel hatte sie nie studiert – purer Leichtsinn: Denn das Medikament kann für ernste Nebenwirkungen sorgen – besonders in Kombination mit bestimmten Drogen.

Bei Julia Baumgarten war es die Nikotinsucht – die j unge Frau rauchte bis zu eine Schachtel Zigaretten am Tag.

Bis zu jenem Tag vor sechs Jahren, als es der damals 25-Jährigen auf dem Weg zur Arbeit plötzlich sehr schlecht ging: "Ein Stich in den Hinterkopf, Schwindelgefühl, Übelkeit und keine Kontrolle über meine rechte Körperhälfte", beschreibt sie die Schreckensminuten gegenüber woman.at.

Ihre Kollegin rief sofort den Notarzt. Im Krankenhaus angekommen, stellten die Ärzte allerdings erst eine Fehldiagnose: Angeblich sei "nur" ihr Kreislauf zusammengebrochen. Julia wurde wieder entlassen. Doch die Symptome kamen wieder – vor allem der Schwindel blieb.

Kombi Pille und Rauchen hat fatale, gesundheitliche Folgen

In der gleichen Nacht passierte dann das Ungeheuerliche: Julia erlitt einen zweiten, noch viel heftigeren Schlaganfall. "Schlussendlich rief ich mir selbst einen Krankenwagen - dass ich froh sein konnte, noch sprechen zu können, wusste ich da noch nicht". Diesmal erhielt Julia die richtige Diagnose.

Im Nachhinein gibt zu, dass sie zu diesem Zeitpunkt bereits gewusst hatte, dass sie nicht rauchen dürfe, während sie gleichzeitig die Pille einnehme. Doch sie ignorierte den Warnhinweis.

Fatal – wie bereits mehrere Studien bewiesen, soll die Kombi Pille und Rauchen nämlich Herzinfarkt und Schlaganfall begünstigen.

Besonders Nikotin soll sich negativ auf die Fließeigenschaft des Blutes auswirken – obwohl einige Inhaltsstoffe in der Pille das Blut leichter gerinnen lassen sollen. Diese Wechselwirkung kann schließlich sogar zu einer Thrombose führen.

Wer die Pille weiter nehmen will, sollte mit dem Rauchen aufhören

Wer allerdings nicht auf die Anti-Baby-Pille als sicheres Verhütungsmittel verzichten möchte, der sollte also besser mit dem Rauchen aufhören.

Albrecht Scheffler, Landesvorsitzender für Berlin des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V. ist sich sicher – nicht die Pille ist an Schlaganfall & Co. schuld, sondern das Rauchen. "Nicht die Pille macht es", sagte er dem "Tagesspiegel". "Hört endlich auf zu rauchen und zu fett zu essen!"

Julia Baumgarten hat es getan – zwar überlebte sie nur knapp, aber durch den Schlaganfall wurde ihr klar, dass sie ihr Leben ändern musste. Sie hörte mit dem Rauchen auf, isst heute bewusster und hat zudem die Pille abgesetzt.

Julia Baumgarten ist heute glücklich - und will mit ihrem Blog aufklären

Trotz ihres schweren Schicksalsschlags ist die heute 31-Jährige so glücklich wie nie – und hat mit ihrer großen Liebe sogar ein Haus gebaut.

Auf ihrem Blog möchte sie dennoch über die Gefahren und Nebenwirkungen eines ungesunden Lebensstils und der Pille aufklären und andere junge Frauen dafür sensibilisieren.

Genauso Schockierendes ist auch einer Frau in England passiert - während sie schwanger war, erlitt sie einen Schlaganfall. Was mit ihr und dem Kind passierte, erfahren Sie hier.

Lesen Sie hier auch, warum angeblich harmloses Schnarchen auf Dauer sogar gefährlich werden kann. Und hier erfahren Sie alle Anzeichen, die darauf hindeuten, ob Ihr Blutdruck aus den Gleisen gerät.

jp

So erkennen Sie einen Schlaganfall

Schlaganfall Symptome
Diagnose Schlaganfall – je eher er entdeckt wird, umso besser sind die Heilungs- und Überlebenschancen für den Patienten. Es gibt vier typische Symptome, mit denen Ärzte, aber auch Angehörige prüfen können, ob jemand kurz zuvor einen Schlaganfall erlitten hat. © picture-alliance / dpa
Lächeln: Schlaganfall-Patienten können oft nicht mehr richtig lachen, der Mund wird schief.
Lächeln: Schlaganfall-Patienten können oft nicht mehr richtig lachen, der Mund wird schief. © dpa
Sprechen: Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meistens keine zusammenhängenden Sätze mehr formulieren. Wer also stottert und sprachliche Probleme hat, hat möglicherweise einen Schlaganfall.
Sprechen: Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meistens keine zusammenhängenden Sätze mehr formulieren. Wer also stottert und sprachliche Probleme hat, hat möglicherweise einen Schlaganfall. © dpa
Arme: „Heben Sie doch einmal beide Arme nach oben!“ Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meist nicht mehr selbstständig beide Arme in die Höhe strecken.
Arme: „Heben Sie doch einmal beide Arme nach oben!“ Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meist nicht mehr selbstständig beide Arme in die Höhe strecken. © picture alliance / dpa
Schlaganfall
Zunge: „Zeigen Sie mal Ihre Zunge.“ Das Herausstrecken funktioniert nicht mehr richtig, die Zunge ist gekrümmt und wandert von einer Seite zur anderen. © dpa
Schlaganfall
Risiko-Faktoren und mögliche Auslöser für einen Schlaganfall: Bluthochdruck, Herzkrankheiten besonders Vorhofflimmern, Bewegungsmangel, Diabetes, Rauchen, Übergewicht. © dpa
Schlaganfall
Faktoren, die sich naturgemäß nicht beeinflussen lassen, sind das Alter, Geschlecht (Männer sind gefährdeter) und schlicht die Veranlagung. © dpa

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