Bahnbrechende Entdeckung

Enzyme gegen Haarausfall? Forscher verblüffen mit neuer Therapie

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Die Glatze ist sein Markenzeichen: Der amerikanische Schauspieler Telly Savalas (Archivbild vom 19.02.1975) wurde in der Rolle des glatzköpfigen Polizisten "Kojak", der stets einen Lolli lutscht, in der gleichnamigen US-Krimiserie weltweit bekannt.

Viele Männer und Frauen finden Geheimratsecken und kahle Stellen unästhetisch. US-Forscher haben nun ein Enzym entdeckt, das alles verändern könnte.

Die Ursachen für Haarausfall sind unterschiedlich. Bei den einen liegt es in der Familie, bei den anderen können es auch Umweltweinflüsse oder eine Mangel- beziehungsweise Fehlernährung sein. Es gibt Betroffene, bei denen der Haarfollikel seine Arbeit einfach einstellt. Nach der Wachstumsphase (Anagen) stockt der Haarzyklus in der Ruhephase (Telogen).

Haarausfall: Was sind die Gründe?

Bei den einen ist es genetische Disposition - und Haarausfall liegt oftmals in der Familie. Bei anderen wiederum kann ein ungesunder Lebensstil dazu führen. Wissenschaftliche Beweise gibt es für beide Theorien noch nicht.

Doch es gibt es Hoffnung für das haarige Problem. Professor Angela Christiano von der Columbia-Universität New York hat nun Enzyme ausgemacht, der bei diesem Mechanismus eine große Rolle spielen: die sogenannten Januskinasen (JAK).

Die JAK hemmen das Haarwachstum und versetzen die Follikel auch am Ende des Lebenszyklus im Haarwachstum in die Ruhephase. 

Enzym-Hemmer gegen Haarausfall

Werden diese Enzyme gehemmt, wachsen nach Ansicht der Forscherin wieder Haare. Versuche an Mäusen waren erfolgreich, wie eine im US-Magazin advances.sciencemag.org veröffentlichte Studie 2015 zeigt.

Ob sich diese Anwendung von Mäuse auf Menschen übertragen lassen, müssen weitere Untersuchungen erst noch zeigen. Tests an menschlicher Haut waren schon sehr vielversprechend. Durch die Hemmung des Enzyms JAK bildeten die Follikel wieder neue Haare. Diese waren sogar dicker und dunkler als zuvor.

Für Prof. Angela Christiano sind die Ergebnisse ein wichtiger Schritt zur Behandlung von Haarausfall. Nun müssen weitere Forschungen zeigen, ob JAK-Enzym-Hemmer an der menschlichen Kopfhaut wieder Haare wachsen lassen.

Um das Enzym JAK auszuschalten, wurden Mäuse mit den Wirkstoffen Tofacitinib oder Ruxolitinib behandelt. Wirkung zeigten diese beiden Stoffe erst, als sie direkt auf das Mausfell aufgetragen wurden. 

Die beiden Substanzen sind in Deutschland schon in der Medizin zugelassen und kommen laut scinexx.de  bei der Behandlung von Blut- und Rheumaerkrankungen zum Einsatz.

Ursache für Haarausfall

Haarausfall an sich ist nicht gefährlich und auch nicht ansteckend. Dünne Haare oder gar kahle Stellen am Kopf sind vor allem ein ästhetisches Problem und können unterschiedliche Ursachen haben:

  • Hormonell bedingter Haarausfall - Androgenetische Aolpezie
  • Kreisrunder Haarausfall - Alopecia areata
  • Diffuser Haarausfall - Diffuse Alozepia

Was hilft bei Haarausfall?

Zahlreiche Shampoos, Tinkturen und Pillen versprechen Hilfe gegen Haarausfall. Manche Mittel bringen jedoch nichts oder helfen nur gegen eine bestimmte Form des Haarausfalls.

Für eine erfolgreiche Behandlung ist auf jeden Fall eine Diagnose vom Dermatologen notwendig. Was gegen Haarausfall hilft, finden Sie hier. 

Um bei Männern erblich bedingtem Haarausfall zu stoppen, haben US-Forscher eine Radikalkur getestet. Das Ergebnis war verblüffend.

So wachsen Haare

Etwa 100.000 Haare hat jeder Mensch auf dem Kopf, und jedes wächst etwa einen Zentimeter pro Monat. Haare können nicht unbegrenzt lang werden.

Durchschnittlich wachsen sie nur etwa drei Jahre lang – so lange dauert die so genannte Anagen-Phase. Mehr Infos zum Thema Haare finden Sie hier

ml

Haartransplantationen füllen lichte Lücken auf

Kahler werdende Stellen am Hinterkopf haben viele Männer. Aber auch viele Frauen leiden unter lichtem Haar. Foto: Andrea Warnecke
Kahler werdende Stellen am Hinterkopf haben viele Männer. Aber auch viele Frauen leiden unter lichtem Haar. Foto: Andrea Warnecke © Andrea Warnecke
Unter dem Mikroskop lassen sich gut die Haare in dem einer Patientin entnommenen Hautstreifen erkennen. Sie werden nun einzeln aufbereitet und an kahle Stellen transplantiert. Foto: Andrea Warnecke
Unter dem Mikroskop lassen sich gut die Haare in dem einer Patientin entnommenen Hautstreifen erkennen. Sie werden nun einzeln aufbereitet und an kahle Stellen transplantiert. Foto: Andrea Warnecke © Andrea Warnecke
Andreas M. Finner ist Hautarzt und Haarspezialist bei der Trichomed Praxis in Berlin. Foto: Andrea Warnecke
Andreas M. Finner ist Hautarzt und Haarspezialist bei der Trichomed Praxis in Berlin. Foto: Andrea Warnecke © Andrea Warnecke
Unter einem Mikroskop werden feine Haareinheiten aus dem entnommenen Hautstreifen für die nachfolgende Transplantation herausgetrennt. Foto: Andrea Warnecke
Unter einem Mikroskop werden feine Haareinheiten aus dem entnommenen Hautstreifen für die nachfolgende Transplantation herausgetrennt. Foto: Andrea Warnecke © Andrea Warnecke
Die frisch eingesetzten Haareinheiten sind direkt nach der Transplantation an der Stirn einer Patientin noch gut zu erkennen. Foto: Andrea Warnecke
Die frisch eingesetzten Haareinheiten sind direkt nach der Transplantation an der Stirn einer Patientin noch gut zu erkennen. Foto: Andrea Warnecke © Andrea Warnecke
Wie kleine Pakete werden die vom Hinterkopf gewonnenen Haare an kahlen Stellen am Kopf wieder eingesetzt. Foto: Andrea Warnecke
Wie kleine Pakete werden die vom Hinterkopf gewonnenen Haare an kahlen Stellen am Kopf wieder eingesetzt. Foto: Andrea Warnecke © Andrea Warnecke
Einzeln werden in Handarbeit die zuvor aus einem Hautstreifen oder direkt aus dem Hinterkopf gewonnenen Haareinheiten wieder eingesetzt. Foto: Andrea Warnecke
Einzeln werden in Handarbeit die zuvor aus einem Hautstreifen oder direkt aus dem Hinterkopf gewonnenen Haareinheiten wieder eingesetzt. Foto: Andrea Warnecke © Andrea Warnecke

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