Bald auch in Deutschland?

Russen-Impfstoff Sputnik V: Mögliche Nebenwirkungen verschleiert? Europäische Arzneimittelagentur startet Prüfung

Der Sputnik V-Impfstoff soll eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent zeigen. Doch wie jede Impfung kann auch diese Nebenwirkungen auslösen. Der Hersteller legt die Daten nicht offen.

Wie der Impfstoff von Astrazeneca handelt es sich beim Sputnik V-Präparat* um einen Vektorimpfstoff. Dieser besteht aus für den Menschen harmlosen Viren, den sogenannten Vektoren. Damit das menschliche Immunsystem die Abwehr gegen den Krankheitserreger aufbauen und Antikörper bilden kann, wird der Vektor mit Erbmaterial des Coronavirus versehen. Mediziner betonen allerdings, dass eine Impfung mit Vektorimpfstoffen Covid-19 nicht auslösen kann.

Wie das ZDF informiert, hatten bis 16. April 9,7 Millionen Menschen in Russland die erste Impfdosis mit Sputnik V erhalten. In 59 Staaten verfüge das Vakzin zudem über eine Notfallzulassung. Eine Studie, die im Februar auf dem Fachportal The Lancet veröffentlicht wurde, attestieren dem Sputnik-V-Impfstoff eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent. Allerdings gibt es einen Haken.

Eine Lieferung des Corona-Impfstoffes Sputnik V steht in einem Flugzeug der argentinischen Fluggesellschaft Aerolineas Argentinas. Der Impfstoff wurde in Russland entwickelt. Studienergebnisse zur Sicherheit und Wirksamkeit werden von vielen Forschern skeptisch beurteilt.

Sputnik V bald in Deutschland? EU-Zulassung an ein wichtiges Kriterium gekoppelt

So sei die Fachwelt skeptisch in Hinblick auf die Studien, die bisher über Sputnik V angestellt wurden, wie die Deutsche Welle (dw) als Auslandsrundfunk der Bundesrepublik Deutschland informiert. Auch acht Monate nach der Zulassung in Russland im August 2020 lägen noch keine verlässlichen Daten zur Wirksamkeit vor, weil Russland die entscheidenden Primärdaten bislang noch keiner unabhängigen Arzneimittelprüfbehörde zugängig gemacht habe, heißt es vonseiten dw. Zudem hätten Unregelmäßigkeiten in einschlägigen Veröffentlichungen dazu geführt, dass vierzig Forschende aus Europa, den USA, Kanada, aber auch aus Russland auf mögliche Datenmanipulationen aufmerksam gemacht wurden, berichtete die Deutsche Welle.

Alle bisher veröffentlichten Studien kamen zu dem Ergebnis, dass es bei Studienteilnehmern nur zu vorübergehenden leichten Impfreaktionen wie Kopfschmerzen oder Abgeschlagenheit gekommen war, aber nicht zu schweren Nebenwirkungen. Dem widersprechen Medienberichte über sechs schwere Komplikationen und vier mutmaßliche Todesfälle nach der Impfung. Diese wurden der Deutschen Welle zufolge allerdings von der russischen Kontrollbehörde Rossdravnadsor dementiert.

Ein sogenanntes Rolling-Review der Europäischen Arzneimittelagentur EMA soll jetzt die Wirksamkeit und Sicherheit von Sputnik V unabhängig bewerten. Ziel ist es herauszufinden, ob Sputnik V die üblichen EU-Standards für Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität erfüllt – Voraussetzung für eine Zulassung des Impfstoffs in der EU. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Mehr Quellen: https://www.bmbf.de/de/das-sollten-sie-ueber-impfstoffe-wissen-12724.html; https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(21)00234-8/fulltext

Weiterlesen: Verdacht auf Thrombose nach Corona-Impfung? So wird die sehr seltene Komplikation behandelt – Aspirin hilft nicht.

Der lebensrettende Pieks: Diese Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin gibt Empfehlungen ab, welche Menschen sich impfen lassen sollten. Gehören Sie auch zur Risikogruppe? (Stand: Juli 2013) © dpa
Das Immunsystem älterer Menschen reagiert zwar weniger stark auf die Impfung, dennoch empfehlen die Experten das Serum. Im Falle einer Erkrankung fallen die Symptome schwächer aus. Da für Menschen über 60 Jahre ein erhöhtes Risiko für schwere oder gar tödliche Komplikationen besteht, ist die Impfung dringend angebracht. © dpa
Wie bei älteren Menschen besteht auch bei Schwangeren ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Daher raten die Gesundheitsexperten auch werdenden Müttern ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zur Impfung. Schwangere, die bereits an einer Grunderkrankung leiden, können sich nach Absprache mit dem Arzt auch schon früher pieksen lassen. © dpa
Erwachsene und Kinder, die an einer chronischen Erkrankung wie beispielsweise Asthma leiden, gehören ebenfalls zu den Risikogruppen. © fkn, Mundipharma
Auch Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck wird die Grippe-Impfung nahe gelegt. © dpa
Kinder dürfen frühestens ab einem Alter von sechs Monaten gegen die Grippe geimpft werden. © dpa
Wer an chronischen Stoffwechsel-Erkrankungen wie Zucker (Diabetes Mellitus), an chronischen Nierenerkrankungen, Blutarmut (Anämie), an angeborenen oder erworbenen Immunstörungen wie Abwehrschwäche nach Organtransplantationen, bei Chemotherapien oder HIV-Infektionen leidet, sollte sich die Grippe-Impfung nicht entgehen lassen. © dpa
Ebenso Menschen mit chronisch neurologischen Krankheiten wie beispielsweise Multipler Sklerose gehören zu den Risikogruppen. © dpa
Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Arztpraxen oder Angestellte in Einrichtungen mit erhöhtem Publikumsverkehr laufen Gefahr, durch ihre Arbeit sich selbst oder andere anzustecken - die Grippe-Impfung ist daher eigentlich Pflicht. © dpa
Die Bewohner von Pflege- und Altenheimen sind ebenfalls besonders gefährdet. © dpa
Urlauber ab 60 Jahren oder chronisch Kranke, die verreisen wollen, sollten sich spätestens zwei Wochen vor der Abreise pieksen lassen. © dpa
Menschen, die häufig mit Geflügel, auch mit Wildvögeln in Berührung kommen, zählen auch als Risikogruppe. © dpa
NICHT impfen lassen dürfen sich Menschen, die allergisch reagieren auf Hühnereiweiß. Der Impfstoff wird in Hühnereiern gezüchtet. Wer aktuell unter Fieber leidet, sollte mit der Imfpung warten, bis die Erkrankung abgeklungen ist.
Die meisten Krankenkassen in Deutschland übernehmen freiwillig die Kosten für die saisonale Grippeimpfung. Über-60-Jährige und chronisch Kranke müssen in der Regel nichts bezahlen. © dpa

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