Milde Winter

Zecken-Sommer naht: Wo Sie besonders vorsichtig sein müssen

Zecke krabbelt auf der Haut
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Zecken fühlen sich vielerorts wohl - in Deutschland überleben viele den Winter.

Badewetter bedeutet auch, dass wieder Haut gezeigt wird - und hier kommen Zecken ins Spiel. In manchen Regionen Deutschlands fühlen sie sich besonders wohl - der „Zecken-Papst" verrät wo.

  • Zecken können FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und Borreliose übertragen, gegen erstere Krankheit gibt es eine Impfung. Borreliose* dagegen muss mit Antibiotika behandelt werden.
  • Die letzten Sommer galten als besonders zeckenfreundlich: Zählungen ergaben höchste Zeckenaktivität in Deutschland. Und auch 2020 sollen sich die kleinen Spinnentiere wieder besonders wohl fühlen.
  • Doch nicht ganz Deutschland gilt als FSME- und Borreliose-Risikogebiet. Gerhard Dobler, Oberfeldarzt vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München, informiert.

Nach ausgiebigen Sommertagen im Freien heißt es abends erstmal: Den ganzen Körper nach Zecken absuchen. Vor allem im Unterholz, aber auch auf Wiesen fühlen sich die kleinen Blutsauger wohl. Selbst Tierliebhaber erfreuen sich nicht am Anblick der kleinen Spinnentiere, denn diese übertragen FSME-Viren, die auch eine Hirnhautentzündung auslösen können. Auch Bakterien können von Zecken übertragen werden, die eine Borreliose zur Folge haben können. Diese Krankheit kann einen gefährlichen Verlauf nehmen, wenn das Nervensystem oder das Herz betroffen ist.

Vor allem mildes Klima ist verantwortlich dafür, dass 2020 wieder ein zeckenreiches Jahr in Deutschland werden wird. Warme Temperaturen haben für Wirtstiere der Zecke wie Mäuse oder Ratten die Folge, dass sie ausreichend Futter finden und sich deshalb gut vermehren können. Das wiederum bedeutet mehr Nahrung in Form von Blut für Zecken*. Warme Temperaturen von über acht Grad Celsius haben zur Folge, dass Zecken gar nicht erst in Winterstarre verfallen. Daher waren sie in den letzten Jahren vielerorts ganzjährig aktiv - auch in vielen Regionen Deutschlands.

Mehr Zecken: Drei neue FSME-Risikogebiete in Deutschland

„Unsere bisherigen Zählungen in März, April und Mai sprechen dafür, dass es ähnlich hohe Zeckenzahlen geben wird wie 2018 und 2019, es wird also wieder ein hohes Zeckenjahr werden“, prognostiziert Gerhard Dobler, Leiter des Konsiliarlabors des Robert Koch-Instituts im Bereich FSME. Wie der Focus weiter berichtet, seien bei Zählungen innerhalb eines Modellareals in Ostbayern, das vergleichbar mit anderen Risikogebieten Deutschlands ist, in 90 Minuten fast 600 Zecken gesammelt worden – ein vergleichbares Ergebnis wie im Rekordjahr 2019. Was ebenfalls beunruhigt: Die hohe Zahl erwachsener Zecken. Diese übertragen das FSME-Virus weitaus häufiger als Jungtiere. 

Bisher haben sich 2020 etwa genau so viele Menschen über Zeckenstiche mit FSME infiziert als 2019, in Baden-Württemberg liegen die Fallzahlen dem Focus zufolge dagegen mehr als 40 Prozent höher als im letzten Jahr. Auch die FSME-Risikogebiete breiten sich in Deutschland aus: So kommen dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge drei neue FSME-Risikogebiete zu den bestehenden Arealen dazu:

  • zwei Kreise in Sachsen (Stadtkreis Dresden, Landkreis Meißen)
  • ein Kreis in Thüringen (Landkreis Schmalkalden-Meiningen)

Damit gelten 164 Kreise dem RKI zufolge als gefährdete Gebiete, in welchen die Wahrscheinlichkeit, dass Zecken FSME-Viren übertragen, recht hoch ist. Dazu zählen zum Beispiel:

  • ganz Bayern (außer: Stadtkreis Augsburg, Landkreis Dillingen a. d. Donau, Landkreis Fürstenfeldbruck, Stadtkreis München und der Stadtkreis Schweinfurt)
  • ganz Baden-Württemberg außer der Stadtkreis Heilbronn
  • weite Teile Südhessens, Sachsens und das südöstliche Thüringen

(jg) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Weiterlesen: Schwarzkümmelöl gegen Zecken: Wie gut ist das Hausmittel wirklich?

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