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45 und zu alt für den Job? Personaler mit Altersgrenzen im Kopf

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Von: Carina Blumenroth

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Fachkräftemangel und offene Stellen, die lange unbesetzt bleiben – das ist bei einigen Betrieben der Fall. Trotzdem haben Personaler Altersgrenzen im Kopf. 

Demografischer Wandel, Personal- und Fachkräftemangel und andere Arbeitsvorstellungen der neuen Generationen. Die Arbeitswelt ist im Wandel und Arbeitsmodelle, wie beispielsweise Remote-Arbeit oder flexible Arbeitseinteilung sind bei jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern immer beliebter. Viele Betriebe und Unternehmen haben Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Ein Lösungsansatz könnten ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sein – doch daran denken nicht alle Personalerinnen und Personaler, wie aus einem aktuellen Whitepaper der Karriereplattform Indeed hervorgeht.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf einem Bild.
Personalerinnen und Personaler haben Altersgrenzen bei Bewerberinnen und Bewerbern im Kopf. Die werden langsam weniger. (Symbolbild) © Monkeybusiness/Imago

Zu alt für den Arbeitsmarkt? Eine Umfrage zeigt, dass es das gibt

Eine Frage des Alters, das begegnet Menschen immer wieder in Leben. Einige Sachen, wie Filme oder der Konsum von Alkohol sind an ein bestimmtes Alter geknüpft – aber das Alter spielt auch im Arbeitsleben eine Rolle. Bei einigen Personalerinnen und Personaler gibt es nämlichen bestimmte Altershöchstgrenzen in den Köpfen. Da steht also ein Alter im Raum, welches ein unterbewusstes Einstellungskriterium sein könnte. Indeed bezeichnet die Ergebnisse aus der aktuellen Studie als Altersdiskriminierung.

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Befragte Personaler: Ab dann sind Arbeitnehmer alt

Gemischte BelegschaftKeine AngabeAb 35Ab 45Ab 55Ab 60
Personaler/in40,7 Prozent0,8 Prozent3,8 Prozent7,5 Prozent19,5 Prozent27,7 Prozent

Quelle: Indeed, 07/22, Stand 14.10.2022

Diese Überheblichkeit gegenüber älteren Berufstätigen passt einfach nicht mit den Klagen über den Arbeitskräftemangel zusammen. Es wird dringend Zeit, dass Unternehmen umdenken und flexibler werden. Es braucht eine inklusive Unternehmenskultur, die unterschiedlichste Hintergründe berücksichtigt. 

Frank Hensgens, Indeed-Chef via LinkedIn, 11. Oktober 2022

Die Verantwortlichen von Indeed untersuchten ebenfalls, was die Formulierung „junges Team“ in Stellenanzeigen für Auswirkungen auf potenzielle Bewerberinnen und Bewerber ab 45 Jahren hat. Dabei ist herausgekommen, dass sich 62,6 Prozent der befragten Menschen über 45 Jahren davon angesprochen fühlen. Das Team leitet im Whitepaper daraus ab, dass Unternehmen, die viele Bewerberinnen und Bewerber haben möchten, „möglichst diskriminierungsfrei formulieren“ sollten.

Zu alt für den Arbeitsmarkt? Ein Drittel denkt, sie profitieren vom Fachkräftemangel

Die 45- bis 50-Jährigen geben an, dass sie 37 Prozent mehr Bewerbungsgespräche von Unternehmen erhalten. Mit zunehmenden Alter wird dieser Eindruck allerdings weniger. Diesen positiven Trend bestätigen auch Personaler, 53 Prozent der Befragten wollen auch älteren Menschen eine Chance gehen. Allerdings gehen nur 14 Prozent von ihnen aktiv auf die Suche nach älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.

Nach Prognosen von Indeed ist es allerdings auch notwendig, dass sie sich auch langfristig gut aufstellen und den Erfahrungsschatz älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aufgreifen, denn:

Der demografische Wandel hat einen zentralen Einfluss auf die weitere Entwicklung des Fach- und Arbeitskräftemangels. Ein Drittel der aktuellen Erwerbspersonen wird bis 2036 in Rente gehen.

Whitepaper Altersdiskriminierung, Indeed, 2022

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Zu alt für Arbeit? Reaktionen von LinkedIn-Nutzern

Unter dem Post von Indeed-Chef Frank Hensgens haben einige Nutzerinnen und Nutzer ihre unterschiedlichen Standpunkte geteilt.

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