Nach dem Bewerbungsgespräch

Warum bekomme ich ständig Absagen?

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Warum Bewerber abgelehnt werden, erfahren diese meist nie.

Die meisten Bewerbungen enden in einer Absage - das ist zwar traurig, aber kein Beinbruch. Leider erfahren die Kandidaten nur selten, warum sie abgelehnt werden.

"Vielen Dank für Ihre Bewerbung. Leider haben wir uns für einen anderen Kandidaten entschieden..." So oder so ähnlich klingt es, wenn Bewerber eine Absage erhalten. Oft sagt Bewerbern schon ihr Bauchgefühl, ob ein Bewerbungsgespräch gut lief oder nicht. In anderen Fällen kommt die Absage aus heiterem Himmel. Doch was können die Gründe sein? 

Welche Gründe könnte die Absage haben?

Eine Einladung zum Jobinterview gleicht besonders bei großen Unternehmen schon einem Sechser im Lotto. Kommt dann nach dem Bewerbungsgespräch die Absage - und das immer und immer wieder - zweifelt man schnell an sich selbst. Doch konkrete Gründe für die Absage erhalten Bewerber eher selten, sei es aus Zeitmangel oder weil Unternehmen keine Klage riskieren wollen

Das amerikanische Karriere-Portal Muse hat seine User gefragt, warum ihrer Meinung nach Kandidaten abgelehnt wurden und was sie ihnen in diesem Fall raten würden. Zwei der besten Antworten haben wir für Sie ausgewählt.

1. Sie haben zu wenig gezeigt, dass Sie den Job wirklich wollen

"Personaler wollen das Gefühl haben, dass Sie die Stelle wirklich wollen. Leidenschaft ist ein wichtiges Einstellungskriterium, nach dem sie suchen", weiß Karriere-Coach Theresa Merrill.

Um sich sich auch von anderen Kandidaten abzusetzen, hat die Insiderin folgende Tipps für Sie: 

  • Zeigen Sie, was Sie über das Unternehmen und über die Stelle wissen: "Machen Sie Ihre Hausaufgaben und weben Sie diese Informationen in Ihre Antworten ein. Verknüpfen Sie die Anforderungen für die Stelle mit ähnlichen Erfahrungen. Unternehmen wollen Problemlöser und Sie sind vielleicht einer, aber vermitteln Sie das beim Vorstellungsgespräch auch?"
  • Beziehen Sie den Personaler mit ein: "Wie jeder gute Gesprächspartner möchten Sie einen Dialog mit dem Interviewer führen. Und Sie wollen, dass er Ihnen zuhört. Erzählen Sie Geschichten, um Ihren Standpunkt zu verdeutlichen. Menschen erinnern sich an Geschichten. Ihr Ziel ist es, unvergesslich zu sein." 
  • Bereiten Sie sich besser vor: "Bei simulierten Bewerbungsgesprächen hatte ich den Eindruck, dass sich die meisten Arbeitssuchenden nicht genug vorbereitet hatten. Bei Interviews kommt es auf die Vorbereitung an." 

Lesen Sie auch: Zehn Fehler, die Sie bei der Jobsuche unprofessionell wirken lassen

2. Sie bewerben sich auf die falschen Jobs

"Ich habe Dutzende von Bewerbungsgespräche gemacht, ohne ein Jobangebot zu erhalten", schreibt Nutzer "Queen Joseph". Das hat er daraus gelernt:

  • Falsche Stelle oder Arbeitsbereich: "Vielleicht suchen Sie am falschen Ort nach den falschen Jobs. Ich wurde bei vielen Stellen abgelehnt, weil ich mich immer wieder um Jobs bewarb, die ich nicht mochte."
  • Schlechter Lebenslauf trifft schlechte Kommunikation: "Ich habe gelernt, mich in Interviews zu präsentieren und habe meinen Lebenslauf aktualisiert. Dein Lebenslauf bringt dir Vorstellungsgespräche ein, also ist es vielleicht deine Kommunikation oder die Art, wie du dich in Gesprächen gibst."
  • Falsche Firma oder falscher Zeitpunkt: Diese Jobs sind wahrscheinlich nicht das, wo Sie hin wollen.

Nutzer "Queen Joseph" rät allen gebeutelten Bewerbern, ihre Denkweise zu ändern: "Schreiben Sie auf, was Ihnen an einem Arbeitgeber, Team und Arbeitsumfeld wichtig ist und wie Sie sich fühlen möchten. Seien Sie genau. Konzentrieren Sie sich dann darauf, was Sie zu bieten haben und wie Sie diesem Unternehmen, Team oder Manager helfen können."

Mehr zum Thema: Diese Fehler sind im Bewerbungsgespräch fatal

Von Andrea Stettner

Mit dieser Körpersprache geht das Bewerbungsgespräch schief

Im Vorstellungsgespräch die Arme verschränken wirkt auf den Gesprächspartner abweisend. Diese Körperhaltung sollten Sie unbedingt vermeiden.
Im Vorstellungsgespräch die Arme verschränken wirkt auf den Gesprächspartner abweisend. Diese Körperhaltung sollten Sie unbedingt vermeiden. © Simona Asam
Halten Sie Blickkontakt mit Ihrem Gegenüber: Kein Blickkontakt wirkt unsicher oder noch schlimmer desinteressiert. Auch verschämt wegschauen macht keinen guten Eindruck.
Halten Sie Blickkontakt mit Ihrem Gegenüber: Kein Blickkontakt wirkt unsicher oder noch schlimmer - desinteressiert. Auch verschämt wegschauen macht keinen guten Eindruck. © Simona Asam
Die Denkerpose: Wahrscheinlich wollen Bewerber mit dieser Körperhaltung zeigen, dass sie sich Gedanken über den Job oder die Fragen des Personalers machen. Oftmals nimmt man so eine Haltung auch automatisch ein. Doch meist wirkt diese Pose gestellt - lassen Sie es also lieber bleiben.
Die Denkerpose: Wahrscheinlich wollen Bewerber mit dieser Körperhaltung zeigen, dass sie sich Gedanken über den Job oder die Fragen des Personalers machen. Oftmals nimmt man so eine Haltung auch automatisch ein. Doch meist wirkt diese Pose gestellt - lassen Sie es also lieber bleiben. © Simona Asam
Sie kennen das selber: Wenn Sie jemand höflich anlächelt, vermittelt Ihnen das eine positive Stimmung. Vermeiden Sie es also, das ganze Gespräch über ernst zu schauen. Doch übertreiben Sie es auch nicht mit dem Lächeln, das könnte künstlich oder unpassend wirken.
Sie kennen das selber: Wenn Sie jemand höflich anlächelt, vermittelt Ihnen das eine positive Stimmung. Vermeiden Sie es also, das ganze Gespräch über ernst zu schauen. Doch übertreiben Sie es auch nicht mit dem Lächeln, das könnte künstlich oder unpassend wirken. © Simona Asam
Jeder kennt ihn, den schlaffen Händedruck. Der erste Eindruck ist dadurch schon negativ behaftet. Drücken Sie Ihrem Gesprächspartner mit Nachdruck und Bestimmtheit die Hand - es wird ihm positiv im Gedächtnis bleiben.
Jeder kennt ihn, den schlaffen Händedruck. Der erste Eindruck ist dadurch schon negativ behaftet. Drücken Sie Ihrem Gesprächspartner mit Nachdruck und Bestimmtheit die Hand - es wird ihm positiv im Gedächtnis bleiben. © Simona Asam
Bleiben Sie cool: Wenn Sie sich aus der Ruhe bringen lassen, werden Sie nervös und fangen höchstwahrscheinlich an, an ihrer Jacke oder ihren Händen zu zupfen. Legen Sie lieber die Hände flach vor sich auf den Tisch oder trinken Sie ab und zu einen Schluck Wasser. So hat der Stress gar nicht erst die Möglichkeit, in ihren Händen eine Reaktion auszulösen. 
Bleiben Sie cool: Wenn Sie sich aus der Ruhe bringen lassen, werden Sie nervös und fangen höchstwahrscheinlich an, an ihrer Jacke oder ihren Händen zu zupfen. Legen Sie lieber die Hände flach vor sich auf den Tisch oder trinken Sie ab und zu einen Schluck Wasser. So hat der Stress gar nicht erst die Möglichkeit, in ihren Händen eine Reaktion auszulösen.  © Simona Asam
Eine schlaffe oder in sich zusammengefallene Körperhaltung lässt Sie auch müde und wenig aktiv wirken. Setzen Sie sich gerade hin, dass wirkt auf das Gegenüber aufmerksam und positiv.
Eine schlaffe oder in sich zusammengefallene Körperhaltung lässt Sie auch müde und wenig aktiv wirken. Setzen Sie sich gerade hin, dass wirkt auf das Gegenüber aufmerksam und positiv. © Simona Asam
Vermeiden Sie es, mit ihren Haaren zu spielen. Auch das zeugt von Nervosität und Unsicherheit.
Vermeiden Sie es, mit ihren Haaren zu spielen. Auch das zeugt von Nervosität und Unsicherheit. © Simona Asam
Gestikulieren Sie nicht wild mit den Händen, so verbreiten Sie nur Hektik. Bleiben Sie gelassen und strukturiert.
Gestikulieren Sie nicht wild mit den Händen, so verbreiten Sie nur Hektik. Bleiben Sie gelassen und strukturiert. © Simona Asam
Aufstützen
Den Kopf aufstützen: Hier könnte man meinen, Ihr Kopf sei zu schwer, so dass sie ihn nicht von allein gerade halten können. Davon sollten Sie absehen. © Simona Asam

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