Nach Aldi und Lidl in den USA

Prämie für Corona-Spritze: Dürfen Chefs ihren Mitarbeitern Geld zahlen, wenn sie sich impfen lassen?

In den USA bezahlen Aldi und Lidl ihren Mitarbeitern viel Geld, wenn Sie sich gegen Covid-19 impfen lassen. Ist dies auch in Deutschland möglich? Was das Arbeitsrecht sagt.

Die Impfungen laufen in Deutschland auf Hochtouren – zumindest dort, wo genügend Impfstoff vorhanden ist. Pflegepersonal* gehört dabei zu den ersten Angestellten, die sich gegen das Coronavirus impfen lassen dürfen. Da die Impfbereitschaft unter Mitarbeitern nicht sonderlich hoch ist, wird in Deutschland immer wieder über eine Impfpflicht für Beschäftigte diskutiert.

Prämie für Corona-Impfung: In den USA belohnen Aldi und Lidl ihre Mitarbeiter bei Immunisierung

In den USA ist man hierbei schon einen Schritt weiter: Statt mit einer Impfpflicht zu drohen, versuchen einige Arbeitgeber dort ihre Mitarbeiter mit einer Impfprämie zu „motivieren“. So stellt etwa ein Krankenhaus in Houston (US-Bundesstaat Texas) seinen Mitarbeitern eine Prämie von 500 Dollar in Aussicht, wenn Sie sich gegen Covid-19 impfen lassen. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Aber auch Supermärkte preschen vor: Der Discounter Lidl zahl seinen amerikanischen Angestellten 200 Dollar bei erfolgter Corona-Impfung. Die Prämie soll den Mitarbeitern helfen, die Fahrt zum Impftermin oder auch die Kinderbetreuung zu finanzieren, heißt es in einer Pressemitteilung von Lidl. Das Unternehmen wolle so allen Angestellten ermöglichen, sich impfen zu lassen.

Wer seinen Impfpass um die Corona-Impfung erweitert, könnte schon bald eine Prämie seines Arbeitgebers erhalten.

Auch bei der Aldi-Nord-Tochter „Trader Joe‘s“ plant man Beschäftigten eine Impfprämie auszuzahlen: Dort winken Beschäftigten zwei Stundenlöhne extra, wenn sie sich das Vakzin verabreichen lassen. Zudem wolle der Discounter alle Kosten übernehmen, die für die Impfung anfallen, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Lesen Sie auch: Gehalt: Wie viel verdient man bei Aldi und Lidl?

Impfprämien grundsätzlich auch in Deutschland erlaubt

Ist eine Impfprämie auch in Deutschland möglich? Tatsächlich sind Anreize in Form einer Impfprämie grundsätzlich zulässig, verrät Rechtsanwalt Alexander Bredereck aus Berlin: „Der Arbeitgeber hat ein nachvollziehbares Interesse an der Impfung, der Arbeitnehmer gibt eine grundrechtlich geschützte Position auf. Warum soll es dafür nicht eine Gegenleistung geben?“, teilt der Arbeitsrechtexperte dem RND mit.

Aldi und Lidl in Deutschland: Keine Prämien geplant

Übrigens: Weder Aldi-Süd, Aldi-Nord oder Lidl planen, ihren Mitarbeitern in Deutschland, Geld für eine Corona-Impfung zu bezahlen. Dies stellten Vertreter der beiden Discounter-Ketten gegenüber dem RND klar. „Die Impfungen werden freiwillig sein und basieren auf der Entscheidung eines jeden Einzelnen“, heißt es etwa von Aldi.  

Andere Arbeitgeber gehen hier weniger sensibel vor. So drohten etwa ein Pflegeheim-Betreiber und ein Zahnarzt ihren Mitarbeitern mit einer unbezahlten Freistellung, sollten sie sich nicht impfen lassen. Ob dies rechtlich erlaubt ist, erfahren Sie hier. (as) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Zentral-Redaktionsnetzwerks.

Mehr zum Thema: Corona-Impfung: Was passiert mit Krankenschwestern und Pflegern, die sich nicht impfen lassen?

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Rubriklistenbild: © dpa/Andreas Arnold

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