Wirtschaftspsychologe erklärt

Weder Fleiß noch Leistung zählen: Darum machen Mitarbeiter wirklich Karriere

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Warum steigen Mitarbeiter wirklich auf? Wer gut netzwerken kann, hat auf dem Weg nach oben schon mal einige Vorteile.

Wer stets hervorragende Leistung abliefert, steigt auf? Weit gefehlt: Ein Psychologe enthüllt, auf welche Dinge es wirklich ankommt, um in der Hierarchie nach oben zu klettern.

Vielleicht haben Sie es schon geahnt: Viele Chefs gelangen nicht etwa wegen ihrer hervorragenden Fachkenntnisse nach oben. Vielmehr spielen andere Faktoren eine Rolle, um im Unternehmen aufzusteigen. Das hat eine Untersuchung des Wirtschaftspsychologen Florian Becker ergeben. 

"Nicht die, die für das Unternehmen am erfolgreichsten sind, steigen auf"

In einem Interview mit dem Spiegel fegt der renommierte Experte gleich den größten Irrtum vieler Karrierewilligen hinweg, denn Leistung spielt bei Beförderungen nur eine untergeordnete Rolle. Bei einem Vergleich der 30 besten und der 30 am schnellsten aufgestiegenen Manager machten nämlich überraschenderweise nicht diejenigen Karriere, die in ihrem Bereich Top-Ergebnisse ablieferten. 

"Es waren diejenigen, die fast die Hälfte ihrer Arbeitszeit mit Networking verbrachten", so Becker. "Sie knüpften Netzwerke zu wichtigen Personen innerhalb und außerhalb des Unternehmens." Tatsächlich sollen nur 10 Prozent der beförderten Führungskräfte auch gut in ihrem Job sein. Ein erschreckendes Ergebnis, denn das bedeutet auch, dass Unternehmen meist die "Falschen" befördern.

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"Ein Zentimeter mehr Körpergröße macht ungefähr rund 250 Euro mehr Bruttogehalt im Jahr aus"

"Unternehmen funktionieren nicht so rational, wie sie behaupten", bestätigt Becker, "es gibt einen großen menschlichen, psychologischen Faktor." Und bei dem geht es - so banal es klingt - vor allem um Äußerlichkeiten. Denn die haben laut Becker einen erheblichen Einfluss darauf, ob Mitarbeiter in Unternehmen aufsteigen - oder eben nicht. Dazu zählen: 

  • Ähnlichkeit mit dem Vorgesetzten (soll Vertrauen und Sympathie fördern)
  • Körpergröße
  • tiefe Stimme
  • Attraktivität

"Ungefähr 70 Prozent der Menschen, die sehr viel Erfolg im Beruf haben, sehen überdurchschnittlich gut aus", bestätigt Becker. Psychologen gehen davon aus, dass attraktive Menschen deshalb erfolgreicher seien, weil sie zum Einen mehr Selbstbewusstsein hätten und besser gelernt hätten, zu kommunizieren. Zum Anderen stufen sie viele Menschen als kompetenter ein.

Auch große Menschen und Mitarbeiter mit einer tiefen Stimme gelten als fachlich versierter. Zudem ordnen sich Menschen aus psychologischer Sicht lieber eher einer großen Person unter - deshalb gelten diese auch als die bessere Führungskraft.

Die Körpergröße macht sich sogar bezahlt: "Ein Zentimeter mehr Körpergröße macht ungefähr rund 250 Euro mehr Bruttogehalt im Jahr aus", so Becker. Das gelte übrigens für beide Geschlechter. Deshalb sollen laut Becker auch eher "männlich" wirkende Frauen öfter befördert werden.

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Mit diesen Verhaltensweisen punkten Sie bei Vorgesetzten

"Ganz schön oberflächlich", könnte man da meinen, doch auch in der heutigen, modernen Zeit greifen laut Becker nach wie vor archaische Muster, wenn es um Führung geht. Aber die gute Nachricht folgt sogleich: Obwohl Leidenschaft für den Beruf, Unternehmenszugehörigkeit und Erfahrung nur eine untergeordnete Rolle spielen sollen, können sich Mitarbeiter mit diesen Verhaltensweisen für eine Beförderung empfehlen

  • Extraversion und
  • Proaktivität

Sich aktiv zeigen, nach Projekten greifen und Interesse an neuen Bereichen bekunden - das sehen Verantwortliche gerne. Wer sich dagegen immer ruhig und zurückhaltend zeigt, der hat bei einer kleinen Körpergröße, hohen Stimme und mittelmäßigem Aussehen die schlechtesten Karten, auf der Karriereleiter nach oben zu klettern.

Und genau das sieht Becker kritisch: Seiner Meinung nach sollten Firmen hier umdenken, mehr Wert auf Fachkompetenz, Erfahrung oder auch Gewissenhaftigkeit und emotionale Stabilität legen. Denn eines steht für den Experten fest:  "Unternehmen verlieren ganz viel Potenzial. Leistung sollte eine größere Rolle spielen."

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Von Andrea Stettner

Elf Dinge, die erfolgreiche Menschen jeden Morgen im Büro machen

Ganz klar: Wer pünktlich im Büro ist, hat Zeit sich zu sortieren und stressfrei in den Tag zu starten. Wer jedoch schon in der Früh unter Zeitdruck gerät, verliert schnell den Überblick.
Ganz klar: Wer pünktlich im Büro ist, hat Zeit sich zu sortieren und stressfrei in den Tag zu starten. Wer jedoch schon in der Früh unter Zeitdruck gerät, verliert schnell den Überblick. © pixabay
Bevor Sie am Tisch Platz nehmen, sollten Sie nochmal die Gelegenheit nutzen, sich zu bewegen. Egal ob Stehen, Laufen oder Strecken - die Bewegung tut Ihnen gut und bringt den Kreislauf in Schwung.
Bevor Sie am Tisch Platz nehmen, sollten Sie nochmal die Gelegenheit nutzen, sich zu bewegen. Egal ob Stehen, Laufen oder Strecken - die Bewegung tut Ihnen gut und bringt den Kreislauf in Schwung. © pixabay
Überprüfen Sie außerdem, ob der Bürostuhl richtig eingestellt ist und sich alles, was Sie brauchen, in Reichweite befindet. So sorgen Sie für ein bequemes Umfeld - und gleichzeitig eine bessere Stimmung.
Überprüfen Sie außerdem, ob der Bürostuhl richtig eingestellt ist und sich alles, was Sie brauchen, in Reichweite befindet. So sorgen Sie für ein bequemes Umfeld - und gleichzeitig eine bessere Stimmung. © pixabay
Ein Lächeln auf den Lippen reicht oft schon aus, um die Motivation im Büro zu steigern. Dafür bieten sich ganz kleine Rituale wie eine tägliche Mail mit dem "Witz des Tages" - und schon ist Ihre Stimmung aufgehellt.
Ein Lächeln auf den Lippen reicht oft schon aus, um die Motivation im Büro zu steigern. Dafür bieten sich ganz kleine Rituale an wie eine tägliche Mail mit dem "Witz des Tages" - und schon ist Ihre Stimmung aufgehellt. © pixabay
Sie halten sich für besonders multitaskingfähig und wollen das täglich unter Beweis stellen? Dann boykottieren Sie sich eher selbst. Forscher der Universität von Stanford wollen herausgefunden haben, dass es produktiver ist, eine Sache nach der anderen zu erledigen.
Sie halten sich für besonders multitaskingfähig und wollen das täglich unter Beweis stellen? Dann boykottieren Sie sich eher selbst. Forscher der Universität von Stanford wollen herausgefunden haben, dass es produktiver ist, eine Sache nach der anderen zu erledigen. © pixabay
Bevor Sie sich an die Arbeit machen, sollten Sie erst einmal einen Blick in Ihren Kalender werfen: Stehen wichtige Termine an? Muss heute etwas ganz dringend erledigt werden? So haben Sie einen schnellen Überblick, können sich organisieren und auf die Aufgaben vorbereiten.
Bevor Sie sich an die Arbeit machen, sollten Sie erst einmal einen Blick in Ihren Kalender werfen: Stehen wichtige Termine an? Muss heute etwas ganz dringend erledigt werden? So haben Sie einen schnellen Überblick, können sich organisieren und auf die Aufgaben vorbereiten. © pixabay
Schätzen Sie gleich am Morgen die Laune Ihrer Kollegen ein. Gerade Chefs sollten mit den Mitarbeitern ins Gespräch kommen, um sicherzustellen, dass die Stimmung gut ist und somit der Tag produktiv wird.
Schätzen Sie gleich am Morgen die Laune Ihrer Kollegen ein. Gerade Chefs sollten mit den Mitarbeitern ins Gespräch kommen, um sicherzustellen, dass die Stimmung gut ist und somit der Tag produktiv wird. © pixabay
Den sozialen Aspekt sollten Sie auch in der Arbeit nicht vernachlässigen: Nutzen Sie morgens - vor allem als Führungskraft - die Gelegenheit Ihre Mitarbeiter oder Kollegen zu begrüßen. Dieser menschliche Ansatz ist ansteckend und motiviert.
Den sozialen Aspekt sollten Sie auch in der Arbeit nicht vernachlässigen: Nutzen Sie morgens - vor allem als Führungskraft - die Gelegenheit Ihre Mitarbeiter oder Kollegen zu begrüßen. Dieser menschliche Ansatz ist ansteckend und motiviert. © pixabay
Wer jeden Tag einen Papierberg durchwühlen muss, um an wichtige Unterlagen zu gelangen, tut sich keinen Gefallen. Sorgen Sie stets für Ordnung auf dem Schreibtisch - am besten gleich am Morgen.
Wer jeden Tag einen Papierberg durchwühlen muss, um an wichtige Unterlagen zu gelangen, tut sich keinen Gefallen. Sorgen Sie stets für Ordnung auf dem Schreibtisch - am besten gleich am Morgen. © pixabay
Schreiben Sie sich nicht nur auf, was getan werden muss, sondern am besten auch in einer realistischen Reihenfolge. Denn wer am Morgen schon Prioritäten setzt, startet gut vorbereitet in den Tag. Die wichtigsten Aufgaben sollten Sie sofort angehen, weil zu Tagesbeginn der Elan noch am größten ist.
Schreiben Sie sich nicht nur auf, was getan werden muss, sondern am besten auch in einer realistischen Reihenfolge. Denn wer am Morgen schon Prioritäten setzt, startet gut vorbereitet in den Tag. Die wichtigsten Aufgaben sollten Sie sofort angehen, weil zu Tagesbeginn der Elan noch am größten ist. © pixabay
Denken Sie öfter mal darüber nach, wie Sie anderen helfen können. Denn wer den Kollegen unter die Arme greift, ist meistens zufriedener und weniger gestresst - wie der Präident des American Enterprise Instituts Arthur C. Brooks meint. Der Grund: Man steht nicht selbst im Mittelpunkt und kann enttäuschende Ergebnisse besser wegstecken.
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