No-Gos für Chefs

Fünf Führungsfehler, die Mitarbeiter zur Kündigung treiben

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"Los jetzt, abliefern!" So vergraulen Chefs die besten Mitarbeiter.

In Zeiten des Fachkräftemangels müssten Chefs eigentlich wissen, wie sie gute Mitarbeiter halten. Stattdessen poltern viele selbstherrlich durch die Büros.

Was bedeutet gute Führung? Mitarbeiter gut zu führen heißt, mitarbeiterorientiert zu denken und zu handeln. Ein guter Chef handelt gerecht und ist für seine Mitarbeiter berechenbar. Und er motiviert und fördert seine Mitarbeiter aktiv, damit sie ihre Talente optimal in ihr Unternehmen einbringen können. 

Manche Chefs scheinen bei "gerecht", "motivieren" und "Talentförderung" allerdings nur Bahnhof zu verstehen. Und riskieren so frustrierte Mitarbeiter, die irgendwann die Kündigung einreichen. Damit hoffnungsvolle Talente nicht abwandern und erfahrene Mitarbeiter ihr Wissen nicht zur Konkurrenz mitnehmen, sollten Sie als Führungskraft auf diese fatalen Fehler unbedingt verzichten: 

Fehler 1: Sie sind ein Kontrollfreak

So mancher Chef vergrault mit übertriebenem Mikro-Management jeden noch so motivierten Arbeitnehmer. Führungskräfte wollen dabei jeden noch so kleinen Arbeitsschritt kontrollieren, nichts soll ohne ihr Wissen geschehen - schließlich könnte ja etwas schief laufen. 

Das fatale daran: Auf Ihre Mitarbeiter wirkt das so, als ob sie ihnen nichts zutrauen, und fühlen sich wie in der Schule. Wer seine Teammitglieder ständig an der kurzen Leine hält, vergrault sie früher oder später. Schließlich gibt es genügend anspruchsvolle Jobs da draußen. Und Sie selber haben obendrein auch noch weniger Zeit für Ihre eigene Aufgaben.

Fehler 2: Sie geben kein Feedback - oder schimpfen lieber

"Nicht geschimpft ist Lob genug!" An dieses Motto halten sich  leider viel zu viele Chefs. Statt regelmäßiger, konstruktiver Kritik reiten viele lieber auf Fehlern herum oder heizen ihren Mitarbeitern ein, wenn die Arbeitsleistung nachlässt. 

Das soll nicht heißen, dass Chefs für Fehler nicht tadeln dürfen. Wichtig ist aber, dass Sie dabei stets fair sachlich bleiben, und auf der anderen Seite auch gute Leistungen honorieren. So ein Lob sorgt für einen ungemeinen Motivationsschub, weil Arbeitnehmer sich dadurch wertgeschätzt fühlen - das unterschätzen viele Führungskräfte. 

Fehler 3: Sie nehmen sich keine Zeit 

Weil Sie immer so viel zu tun haben, prallen Angestellte mit ihren Wünschen und Kritiken an Ihnen ab? Das ist für viele der erste Schritt zur inneren Kündigung. Führungskraft kommt von "führen" - das heißt auch, dass Sie sich mit den Sorgen Ihrer Mitarbeiter auseinandersetzen sollten, statt immer nur abzuwinken. 

Stehen Sie Ihren Angestellten offen gegenüber, egal ob es um Streit unter Kollegen, einer Frage zum Ablauf oder um neue Ideen geht. So sind ihre Mitarbeiter zufriedener und Sie vermeiden Fehler, die durch mangelnde Kommunikation schnell passieren können. Eine offene Tür oder festgelegte "Sprechzeiten" wären zum Beispiel zwei Wege, dies zu realisieren. 

Mehr dazu: Zehn Dinge, die Sie nie zu Ihrem Chef sagen sollten.

Fehler 4: Freizeit gibt es nicht

Ein guter Mitarbeiter reißt jede Menge Überstunden ab und arbeitet notfalls auch Zuhause und am Wochenende? Die Zeiten, in denen Mitarbeiter ihre Freizeit zurückgesteckt haben, um ihrem Chef zu gefallen, sind längst vorbei. Wie Studien zeigen, gehört eine gute Work-Life-Balance zu den wichtigsten Wohlfühlfaktoren für Mitarbeiter

Wenn Sie also glückliche Mitarbeiter haben wollen, sorgen Sie dafür, dass Sie ihre Freizeit nicht im Büro verbringen. Sorgen Sie für flexible Arbeitszeitmodelle und führen Sie Home-Office ein. Übrigens: Überstunden finden die meisten Mitarbeiter völlig in Ordnung, wenn es für einen absehbaren Zeitraum ist, und wenn sie die angesparten Überstunden wieder abbauen dürfen.

Lesen Sie auch: Die Top 20 Unternehmen mit der besten Work-Life-Balance.

Fehler 5: Mitarbeiter sind Roboter

Mitarbeiter müssen stets professionell ihr Arbeitspensum erledigen - egal, was in ihrem Privatleben passiert? Falls Sie es noch nicht gemerkt haben: Mitarbeiter sind auch nur Menschen und jeder hat mal einen schlechten Tag. Bei Trennungen, Todesfällen oder anderen menschlichen Krisen kann diese Zeit auch einmal länger gehen. 

Ein guter Chef nimmt darauf Rücksicht und fordert in dieser Zeit keine Höchstleistungen ein. Damit sammeln Sie garantiert jede Menge Pluspunkte bei Ihren Mitarbeitern.

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Dass es auch anders geht, zeigt ein Fall aus Amerika, bei dem der Chef einer Firma den Fünf-Stunden-Tag eingeführt hat, um seinen Seinen Mitarbeitern mehr Freizeit zu gönnen. Wie es dem Unternehmen seitdem erging, lesen Sie hier.

Außerdem: Frau meldet sich wegen Depressionen krank - so cool reagiert ihr Chef.

Von Andrea Stettner

Sieben Dinge, die jeder heimlich im Büro macht

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