No-Gos

Wenn Sie Ihren Chef mit dieser Frage um mehr Gehalt bitten, haben Sie verloren

Glück hat, wer sich mit dem Chef gut versteht.Glück hat, wer sich mit dem Chef gut versteht.
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Glück hat, wer sich mit dem Chef gut versteht.

Im Berufsleben fällt wohl nichts schwerer, als um mehr Gehalt zu bitten. Aber auch die Frage nach einer Beförderung ist für viele knifflig. Ein Experte verrät No-Gos.

Mehr Gehalt, eine Beförderung oder etwas Entlastung - es gibt so vieles, worum man den Chef* bitten könnte oder möchte, und doch tänzeln viele Angestellte um diese heiklen Gespräche herum. Schließlich ist die Gefahr einer Abfuhr zu groß und hinterher der Stolz auch noch verletzt. Dabei liegt es oftmals allein daran, wie eine Frage verpackt ist.

Der Karriere-Coach Jürgen Hesse vom Büro für Berufsstrategie hat der Bild-Zeitung (Inhalt hinter Bezahlschranke) einige Sätze verraten, mit denen Arbeitnehmer ihre Forderungen anständig dem Chef mitteilen können - und wie sie es lieber nicht machen sollten. Hier ein paar Beispiele:

So bitten Sie Ihren Chef richtig um eine Gehaltserhöhung

Wer eine Gehaltserhöhung haben möchte, sollte nicht einfach plump darum bitten, sondern die Forderung mit den vergangenen Erfolgen verknüpfen. „Chef, ich brauche dringend mal wieder mehr Geld“, ist also laut Hesse keine angemessene Formulierung. Stattdessen sollten Sie sagen: „Können wir bitte einen Termin machen, um über meinen Verantwortungsbereich und den letzten Erfolg zu sprechen?“ So lassen Sie Ihrem Chef Zeit, sich auf das Gespräch vorzubereiten und heben schon einmal Ihre Leistungen hervor.

Selbst, wenn es nicht sofort klappen sollte, dürfen Sie nicht den Mut verlieren, rät der Experte. Schlagen Sie Ihrem Chef bei einer Absage vor, dass Sie beide nochmal darüber nachdenken und in ein paar Monaten wieder darüber sprechen. So setzen Sie Ihren Vorgesetzten nicht unter Druck, zeigen aber auch, dass Sie hartnäckig sind.

Bitte um Beförderung: So sprechen Sie das Thema bei Ihrem Chef an

Auch bei der Bitte um Beförderung sollten Sie nicht mit der Tür ins Haus fallen. Fragen à la „Chef, wie lange muss ich noch auf eine Beförderung warten?“ sollten Sie sich deshalb verkneifen. Schöner ist die Formulierung: „Können wir bitte einmal zeitnah über meine berufliche Entwicklung sprechen?“

Wie Hesse anmerkt, sollte die Weiterentwicklung der Angestellten stets ein wichtiges Thema für den Chef sein. Wenn Ihr Boss also gut in seinem Job ist, wird er sich mit Ihnen zusammen über neue Kompetenzen, Positionen und Aufgaben überlegen. Sollte Ihr Vorgesetzter sich jedoch eines solchen Gespräches verweigern, rät der Karriere-Coach dazu, über einen Jobwechsel nachzudenken. Denn sollte es in einem Unternehmen keine Aufstiegschancen mehr für Sie geben, würden Sie auf Dauer nicht glücklich werden.

Führungskompetenzen erlernen

Sie haben die gewünschte Beförderung erhalten? Spätestens dann sollten Sie sich mit Ihren Führungskompetenzen auseinandersetzen. Der Ratgeber „Führen lernen: Der Weg zur Führungskompetenz und zur persönlichen Karriere-Strategie" (werblicher Link) führt Sie dahin.

Auch interessant: Diese Phrasen sollten Sie im Job vermeiden - sie entlarven Sie sofort.

Wenn der Job zu stressig wird: So bitten Sie Ihren Chef um Entlastung

Psychische Krankheiten werden immer mehr, vor allem auch im Arbeitsumfeld. Deshalb ist es wichtig, wenn Arbeitnehmer ihre Grenzen kennen und dem Chef vermitteln können, wenn ihnen die Arbeit zu viel wird. Um deshalb nicht als schwach zu wirken, was viele zu vermeiden versuchen, sollten Sie nicht mit Sätzen wie „Nein, Chef, was zu viel ist, ist zu viel“ darauf aufmerksam machen.

Bitten Sie Ihrem Chef stattdessen um eine Priorisierung Ihrer Aufgaben, wie Hesse rät: „Chef, Sie bestimmen, was ich zuerst machen soll. Zurzeit arbeite ich an diesen drei Projekten, die auch unbedingt fertiggestellt werden sollen. Soll ich diese wirklich erst mal ruhen lassen?“, wäre die bessere Formulierung. So rufen Sie Ihrem Chef ins Gedächtnis, für welche Projekte Sie bereits eingeplant sind und welche Dringlichkeit diese haben. Gleichzeitig machen Sie ihm klar, was passiert, wenn Sie andere wichtige Aufgaben zurückstellen müssen. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Lesen Sie auch: So einen Satz will Ihr Chef nicht von Ihnen hören - hätten Sie das gedacht?

Das passiert mit Ihrem Körper, wenn Sie Ihren Job hassen

Nervige Kollegen, ein mieser Chef oder undankbare Aufgaben: Wer seinen Job hasst, der muss laut Wissenschaftlern früher oder später mit gesundheitlichen Folgen rechnen. Der Grund: Verhasste Jobs lösen Stress aus.
Nervige Kollegen, ein mieser Chef oder undankbare Aufgaben: Wer seinen Job hasst, der muss laut Wissenschaftlern früher oder später mit gesundheitlichen Folgen rechnen. Der Grund: Verhasste Jobs lösen Stress aus. © Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa
Erhöhter Stress sorgt laut US-Psychologin Monique Reynolds dafür, dass sich bestehende psychische Krankheiten verschlimmern: "Bei jemanden, der sich viele Sorgen macht und in einem negativen Umfeld arbeitet, überschreiten diese Sorgen dann oft die Grenze zu einer psychischen Krankheit."
Erhöhter Stress sorgt laut US-Psychologin Monique Reynolds dafür, dass sich bestehende psychische Krankheiten verschlimmern: "Bei jemanden, der sich viele Sorgen macht und in einem negativen Umfeld arbeitet, überschreiten diese Sorgen dann oft die Grenze zu einer psychischen Krankheit." © Oliver Berg/dpa
Sie sind ständig müde? Auch das kann bereits ein Warnsignal Ihres Körpers sein. Das Ganze münde in einen Teufelskreis, so US-Psychologe Jeffrey Pfeffer: "Man ist überfordert, weil man zu lange arbeitet und man arbeitet zu lange, weil man überfordert ist."
Sie sind ständig müde? Auch das kann bereits ein Warnsignal Ihres Körpers sein. Das Ganze münde in einen Teufelskreis, so US-Psychologe Jeffrey Pfeffer: "Man ist überfordert, weil man zu lange arbeitet und man arbeitet zu lange, weil man überfordert ist." © Friso Gentsch/dpa
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Einschlafstörungen und Probleme beim Durchschlafen sollten Sie ebenfalls ernst nehmen. Oft kreisen die Gedanken sogar nachts um To-Do-Listen - ein schlechtes Zeichen! © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Neben psychischen Warnzeichen sendet der Körper auch physische Alarmsignale. So schwächt Stress das Immunsystem unseres Körpers - wir werden öfter krank.
Neben psychischen Warnzeichen sendet der Körper auch physische Alarmsignale. So schwächt Stress das Immunsystem unseres Körpers - wir werden öfter krank. © Maurizio Gambarini/dpa
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Wenn der Körper den Arbeitsplatz als "Gefahrenzone" wahrnimmt, spannen sich sämtliche Muskeln im Körper an, um ihn vor Verletzungen zu schützen. Die Folge: Migräne und Spannungskopfschmerzen oder auch ... © Oliver Killig/dpa
... verspannte Schultern und ein verkrampfter Kiefer.
... verspannte Schultern und ein verkrampfter Kiefer. © Patrick Pleul / dpa
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Sie leiden unter Magenverstimmungen, Blähungen oder Verstopfung? Auch das kann ein verhasster Job auslösen. © David Ebener/dpa
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Unter chronischem Stress schüttet unser Gehirn Kortisol aus, ein Hormon, das den Hunger steigert. Dadurch essen Sie vermutlich mehr, als Ihnen lieb ist. Vor allem Süßes hat sich als Stressessen bewährt. Kein Wunder: Zuckerhaltige Lebensmittel sollen laut Experten Stressreaktionen und Emotionen unterdrücken. © Oliver Berg / dpa
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Und auch unser Liebesleben beeinflusst ein verhasster Job massiv. Stress sorgt nämlich dafür, dass wir das Interesse an zweisamen Stunden verlieren - das betrifft sowohl Frauen als auch Männer. © Christophe Gateau/dpa

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