Von Schlägen bis Belästigung

Lidl-Mitarbeiter beichten, was sie täglich erleiden müssen

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Lidl-Mitarbeiter haben leider auch mit Dieben und gewalttätigen Kunden zu tun.

Im Supermarkt kaufen die unterschiedlichsten Kunden ein - doch manche sind richtig dreist. Lidl-Mitarbeiter erzählen nun, was sie jeden Tag erleben müssen.

Bei Lidl kaufen jeden Tag Millionen von Menschen ein. Die Mitarbeiter bemühen sich stets, freundlich und hilfsbereit zu sein. Doch manche Kunden legen ein so hohes Maß an Dreistigkeit bis hin zur kriminellen Energie an den Tag, dass man die Lidl-Angestellten nun wirklich nicht um ihren Job beneiden kann. 

Lidl-Mitarbeiter erzählen, wie Kunden sie angehen

"Der Job macht Spaß", erzählt die 40-jährige Mitarbeiterin einer Lidl-Filiale dem Online-Magazin Chip. "Der Großteil der Kunden ist freundlich. Es gibt allerdings auch viele, die aggressiv werden oder rumpöbeln. Man lernt mit der Zeit damit umzugehen", erklärt sie nüchtern. 

Auf die Frage, was ihr schlimmstes Erlebnis gewesen sei, antwortete sie: "Ich wurde schon einmal sexuell belästigt." Während sie an der Kasse saß, habe ihr ein Betrunkener zunächst Komplimente gemacht, und sei dann aus dem Nichts handgreiflich geworden. "Meine Kollegen haben dann reagiert und die Polizei alarmiert." Dafür bekam er Hausverbot und eine Anzeige. 

Doch es gibt noch weitere krasse Fälle, die Lidl-Mitarbeitern das Leben schwer machen: "Ich wurde einmal beschimpft, weil ich einer älteren Kundin geholfen habe, ihre Sachen in den Einkaufswagen zu legen", erzählt ein anderer Mitarbeiter. 

Und auch mit aggressiven Dieben müssen die Angestellten jederzeit rechnen. "Ein Kunde hat einmal zehn Kaffeepackungen in seinem Reiserucksack versteckt", verrät ein Angestellter. "An der Kasse ging der Alarm los. Als mein Kollege ihn zur Rede stellte, hat er ihm ins Gesicht geschlagen und ist weggerannt".

Übrigens: Lidl gehört zu den 25 besten Arbeitgeber Deutschlands 2017. Warum, das erfahren Sie hier.

Lidl schützt Mitarbeiter zukünftig mit Überwachungskameras

Dabei können die Mitarbeiter noch froh sein, wenn sie in keinen Überfall verwickelt werden, denn auch das passiert leider. Um gegen Überfälle und Einbrüche gewappnet zu sein, hat Lidl seit Sommer 2017 nun punktuell wieder Überwachungskameras eingeführt. Zwar nähmen die Überfälle laut Lidl nicht zu, aber kommen dennoch in großer Zahl vor. 

"In den vergangenen fünf Jahren waren das mehr als 600 Fälle", berichtet Lidl-Geschäftsführer Marcel von Haber gegenüber der faz. "Und da ging es nicht nur um Sachbeschädigung. In jedem dritten Fall wurden Mitarbeiter bedroht und sogar verletzt. Manche Filialen waren auch mehrfach betroffen", verrät Haber, der bei Lidl für Recht und Datenschutz zuständig ist. 

Bis Ende des Jahres sollen insgesamt rund 200 Lidl-Geschäfte mit Videokameras ausgerüstet werden. Und das in enger Abstimmung mit dem Datenschutzbeauftragten des Landes Baden-Württemberg, wie Haber betont. Schließlich habe man aus dem Bespitzelungsskandal von 2008 gelernt, als bei Lidl Videokameras installiert wurden, die heimlich sensible Informationen von Mitarbeitern aufzeichneten. 

Jetzt stimme sich Lidl dagegen eng mit seinen Angestelltenn ab, wo Kameras installiert würden. Und sie dienen ausschließlich dem Schutz der Mitarbeiter und der Aufklärung von Straftaten. 

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