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Männer flirten mehr, wenn ihre Chefs Frauen sind – weil sie sich unterlegen fühlen

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Von: Jasmin Farah

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Flirten auf der Arbeit: Ist es der eigene Chef, ist das schwierig. Männer sollen es gezielt bei weiblichen machen, um sich Vorteile zu verschaffen.

Unsicherheit, Dominanzgehabe oder wirkliches Interesse? Wenn Männer auf der Arbeit mit Frauen flirten, ist das oftmals für die betreffenden Frauen verstörend. Besonders dann, wenn es sich um eine weibliche Führungskraft handelt. Schließlich wollen letztere in ihrer Position respektiert und geschätzt werden. Durch Flirtversuche wird die Beziehung allerdings erheblich gestört und auf eine persönliche Ebene gezogen.

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Männer flirten mehr, wenn ihre Chefs Frauen sind – weil sie sich unterlegen fühlen

Eine neue Studie hat ergeben, dass besonders Männer, die weiblichen Chefs am Arbeitsplatz untergeordnet sind, häufiger mit ihnen flirten als Frauen mit männlichen Vorgesetzten. Mit der Hoffnung, sich dadurch berufliche Vorteile zu verschaffen. Die Studie ist kürzlich im Fachblatt Organizational Behavior and Human Decision Processes veröffentlicht worden.

Ein Mann berührt eine Kollegin an der Schulter.
Flirtet ein Mitarbeiter mit der Chefin, wird das von diesem gern oft als harmlos abgetan. © Antonio Guillen Fernández/Imago

Dazu haben die Forscher um Studienleiterin Laura Kray sechs Experimente mit fast 2.600 Männern abgeschlossen, die größtenteils heterosexuell sind und in den USA leben. Zuerst wollten die Forscher von den Probanden wissen, wie sie ihre eigene sexuelle Anziehung auf andere einschätzen, um das soziale Sexualverhalten am Arbeitsplatz vorherzusagen.

Dazu haben sie die Probanden Übungen durchführen lassen, in dem die Wissenschaftler diese dazu befragten, wie sie bestimmte Szenarien im Job sehen oder ließen sie zwischen mehreren vordefinierten Fragen entscheiden, die die Teilnehmer einem Vorgesetzten oder Kollegen stellen würden.

Studie: Manche Mitarbeiter fühlen sich in ihrer Männlichkeit bedroht

Das Ergebnis der Studie: Männer, die sich als untergeordnet und damit auch Frauen im Job unterlegen fühlen, sollen explizites Verhalten an den Tag gelegt haben, um sich dadurch bei der Arbeit selbst zu fördern. Studienleiterin Kray bezeichnet das als „Machtgriff“ – demnach sollen die Männer, die einer weiblichen Führungskraft unterstellt sind, von dem Wunsch nach Macht getrieben sein. Das bedeutet, dass sie auf anzügliche Art und Weise mehr Macht besitzen wollen, da sich in ihrer Macht und demnach auch ihrer Männlichkeit bedroht fühlen. Zudem sollen sie Kray zufolge so versuchen, Kontrolle über die Situation zu erlangen.

Obwohl dieses Verhalten bereits unangenehm für die beteiligten Frauen sein kann, ist es allerdings schwer, diese als sexuelle Belästigung zu enttarnen, da diese sehr subtil mitschwingt. „Dazwischen gibt es eine ganze Grauzone“, erklärt Kray. Oftmals würden sich Täter damit herausreden, dass ihre Bemerkungen nur lustig gemeint gewesen wären. Nun fordern die Forscher, dass auch Unternehmen wie Arbeitnehmer ihre Ansichten über akzeptables Verhalten am Arbeitsplatz überdenken und gegebenenfalls nachbessern sollten.

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