Ein Psychiater erklärt

Die perfide Strategie narzisstischer Chefs – und wie man sich erfolgreich wehrt

Einem narzisstischem Chef geht es vor allem darum, sich selbst zu schützen und die eigene Unsicherheit zu überspielen.
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Einem narzisstischem Chef geht es vor allem darum, sich selbst zu schützen und die eigene Unsicherheit zu überspielen.

Narzisstische Chefs können sehr unangenehm sein. Das liegt vor allem an einer perfiden Taktik, die sie sich zunutze machen, um ihre eigene Position zu sichern.

Ein gutes Klima in der Arbeit hat entscheidenden Anteil daran, wie man seine Tätigkeit allgemein bewertet. Das zeigt sich unter anderem beim Ranking der 25 besten Arbeitgeber Deutschlands*. Ein narzisstischer Chef sorgt aber oft für das genaue Gegenteil. Der Grund ist die narzisstische Persönlichkeit selbst: So sind Narzissten innerlich schwer verunsichert und haben ein niedriges Selbstwertgefühl. Indem sie führende Positionen in Unternehmen übernehmen, versuchen sie nicht etwa einen positiven Unterschied zu machen, sondern das eigene Selbstwertgefühl zu steigern, schreibt Business Insider. Um dann ihre eigenen Schwächen und Unsicherheiten zu überspielen, bedienen sich Narzissten einer perfiden Strategie.

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Der Narzisst als Chef und seine perfide Methodik im Unternehmen

Eine narzisstische Persönlichkeit will vor allem vermeiden, dass die eigene Schwäche und Unsicherheit zutage kommt, erzählt der Psychiater und Autor Pablo Hagemeyer dem Business Insider. Um dies zu erreichen, spalten Narzisstische Chefs gezielt das Team, welches ihnen unterstellt ist. Indem sie einzelnen Angestellten im vertraulichen Gespräche zunächst Lob aussprechen, um anschließend Konkurrenzdruck durch die Kollegen aufbauen, binden sie nicht nur den jeweiligen Mitarbeiter an sich, sondern kreieren auch eine unangenehme Konkurrenzsituation in der Belegschaft.

Ihnen gelingt das mit kognitiver Empathie – nicht zu verwechseln mit emotionaler Empathie, welche im täglichen Sprachgebrauch synonym mit dem reinen Empathie-Begriff verwendet wird. Die kognitive Empathie hilft der narzisstischen Persönlichkeit, auf gedachter und eben nicht gefühlter Ebene den Gegenüber zu verstehen, seine Ängste, Sorgen und Beweggründe zu erkennen und dieses Wissen manipulativ einzusetzen. Sein Ziel: Den Mitarbeiter emotional an sich zu binden und durch den Fokus auf eine neu kreierte Problemzone von den eigenen Schwächen und Unsicherheiten ablenken.

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Narzisstische Chefs: Wie kann man sich zur Wehr setzen?

In der Theorie ist die Lösung recht einfach: Um der Spaltung des Narzissten etwas entgegenzusetzen, muss das Team untereinander zusammenhalten und im Idealfall transparent mit den persönlich geführten Gesprächen und den dabei gefallenen Aussagen des Chefs umgehen. Doch genau hier wird es so schwer: Durch die Manipulation des narzisstischen Chefs liegt das Vertrauen der Angestellten hauptsächlich bei ihm selber, die Kollegen werden eher als Konkurrenten betrachtet. Hilfreich ist es, im Kleinen anzufangen. Ein offenes Gespräch mit dem Kollegen, dem man am Nächsten steht. Dieses Prozedere ausweiten, bis die Gruppe irgendwann groß genug ist, um sich gegenseitig zu stützen und geschlossen zum Chef zu gehen, um die Kritik zu äußern. Zwar vergeht einiges an Zeit, bis es soweit ist, doch immerhin beginnt es schon zu helfen, wenn man sich das erste Mal offen austauscht und über den wahren Grund der entstandenen Konkurrenzsituation Bescheid weiß. (fh) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Zentral-Redaktionsnetzwerks.

Quelle: businessinsider.de

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