Stellenanzeigen

Personalerin erklärt: Warum Sie sich nie sofort bewerben dürfen

+
Auch wenn eine gute Stelle noch so lockt: besser nie sofort bewerben.

Wer sich gleich auf eine neue Stellenazeige bewirbt hat größere Chancen? Das denken viele, aber die Realität sieht anders aus, wie eine Personalerin verrät.

Die Jobsuche gestaltet sich meist ziemlich mühselig. Unter tausenden Stellenanzeigen, die sich auf verschiedenen Jobbörsen im Netz tummeln, müssen die Arbeitssuchenden erst einmal eine passende Stelle finden. Wenn dann mal eine dabei ist, dann stürzt man sich natürlich sofort darauf und will die Bewerbung so schnell wie möglich abschicken - schließlich fängt der frühe Vogel den Wurm. Oder etwa doch nicht?

Wegen Auswahlprozess: Frühe Bewerbungen haben geringere Chancen

Liz Ryan, seit 30 Jahren Personalerin, behauptet: Wer auf eine neue Anzeige sofort reagiert und schnell antwortet, hat einen deutlichen Nachteil bei seiner Bewerbung. Wie der BusinessInsider berichtet, liege das am Auswahlprozess. 

Die meisten Bewerbungen gehen direkt nach Veröffentlichung der Stellenanzeige ein. Aus diesem Berg an Bewerbungen suchen Personaler nun die vielversprechendsten Kandidaten aus und laden sie zu einem Bewerbungsgespräch ein. In der ersten Bewerbungsrunde haben Arbeitssuchende also sehr viele Konkurrenten, deshalb sind die Chancen auf eine Einladung gering.

Mehr dazu: Zehn Fehler, die Sie bei der Jobsuche unprofessionell wirken lassen.

Zweite Phase: Eingeladene Bewerber ändern Erwartungshaltung der Personaler

Nun kommt aber die zweite Phase des Auswahlprozesses: Während der Bewerbungsgespräche werden viele Kandidaten wieder aussortiert, da sie zwar auf den ersten Blick sehr gut auf die Stelle gepasst haben, aber im Gespräch dann doch nicht überzeugen konnten oder einfach nicht ins Team passen. 

Jetzt schlägt die Stunde der "Spätbewerber" - und zwar aus zwei Gründen: In der zweiten Runde lauern zum einen nicht so viele Konkurrenten wie zu Anfang, wodurch Sie bessere Chancen haben, eingeladen zu werden. Zum anderen - und das ist der große Vorteil - ändern Personaler aufgrund ihrer Erfahrungen mit den vorangegangenen Bewerber jetzt ihre Anforderungen. Sie wissen, welche Talente und Fähigkeiten sie für die Stelle wirklich brauchen - und die Soft Skills rücken in den Vordergrund: Teamfähigkeit, kritisches Denken oder kreatives Arbeiten zum Beispiel.

Statt auf möglichst viele Übereinstimmungen zwischen Lebenslauf und Stellenausschreibung zu achten, legen HR-Manager in der zweiten Phase nun mehr Wert auf persönliche Anschreiben oder außerberufliches Engagement. 

Das heißt zwar nicht, dass die fachlichen Kenntnisse keine Rolle mehr spielen - dennoch kann sich aus diesem Grund Geduld bei der Bewerbung auszahlen. Vor allem lohnt sich also ein Blick auf ältere Stellenanzeigen zu werfen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Sie stecken gerade mitten in den Bewerbungen? Oder wollen erfahren, wie Sie im Job voran kommen? Alles rund um Bewerbungen, Erfolg im Job und Kündigung lesen Sie hier.

Auch interessant: Woran Personaler sehen, dass Sie verzweifelt sind.

Von Andrea Stettner

Fotostrecke

Auch interessant:

Meistgelesen

Bewerbung: Alles zu Anschreiben, Lebenslauf und Vorstellungsgespräch
Bewerbung: Alles zu Anschreiben, Lebenslauf und Vorstellungsgespräch
Lohntransparenz: Wieviel verdienen eigentlich die anderen?
Lohntransparenz: Wieviel verdienen eigentlich die anderen?
Überraschend: So läuft eine Bewerbung bei Tesla ab
Überraschend: So läuft eine Bewerbung bei Tesla ab
Arbeiten von 8 bis 13 Uhr: Deutsche Firma führt 25-Stunden-Woche ein
Arbeiten von 8 bis 13 Uhr: Deutsche Firma führt 25-Stunden-Woche ein

Kommentare