Nichts als Fußball im Büro

Überlebenstipps für WM-Muffel

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Das Büro ganz im Zeichen der WM: Wer keinen Fußball mag, muss sich an manchen Arbeitsplätzen im Sommer auf vier harte Wochen einstellen. Foto: Andrea Warnecke

Das unfassbare Tor aus der zweiten Halbzeit. Der furchtbare Schiedsrichter im Abendspiel. Und wie sind die deutschen Chancen im Viertelfinale? Für Fußball-Fans ist die WM auch ein Festival der Fachsimpelei - für deren Kollegen aber oft eher eine Tortur.

Heilbronn (dpa/tmn) - Die Plauderei mit den Kollegen gehört für viele Berufstätige zu den angenehmeren Seiten der Arbeit. Bitter nur, wenn der Small Talk plötzlich ganz unter dem Zeichen des Fußballs steht, der Weltmeisterschaft in Russland sei Dank - und man selbst so gar nichts damit anfangen kann.

Was also tun? Augen rollen, Thema wechseln, mürrisch schweigen? Eher nicht. "Ideal wäre natürlich, wenn bei der Arbeit nur über das gesprochen würde, was mich interessiert", sagt Business-Coach Carolin Lüdemann. "Aber man kann es sich halt nicht immer aussuchen."

Die Konsequenz heißt deshalb: Mitschwimmen, so gut es geht. "Man muss ja nicht gleich so tun, als würde man überall mitreden können – man kann auch einfach viel nachfragen", sagt Lüdemann. Oft ist das sogar die beste Strategie. Denn Menschen reden am liebsten über sich und über das, was sie interessiert. "Und wir wissen aus Studien, dass Menschen Gesprächspartner als sympathisch wahrnehmen, wenn die sie über ihre Lieblingsthemen reden lassen", so die Expertin.

Wer Fans also einfach mal erzählen lässt und sie gelegentlich mit einem "Ach was?" anfeuert, führt vielleicht nicht das spannendste Gespräch aller Zeiten - sammelt aber immerhin Sympathiepunkte. Und das ist immer noch besser, als sich den Ruf der Spaßbremse einzufangen. "Man kann natürlich versuchen, zum Beispiel über die Rahmenbedingungen von so einem Turnier zu reden", sagt Lüdemann. "Aber oft geht das dann ja ins Negative, und Small Talk soll ja eigentlich immer in einem positiven Kontext stattfinden."

Das gilt zumindest für die klassische Small-Talk-Situation - also den Dialog mit Kollegen oder Kunden, die man nicht so gut kennt. Hier sollten sich Fußball-Muffel mit lauten Unmutsbekundungen eher zurückhalten. Kollegen, die man besser und länger kennt und vielleicht sogar Freunde nennt, darf man aber auch mal um einen Themenwechsel bitten. "Da ist es natürlich auch okay, zu sagen: "Leute, wir sprechen jetzt seit Tagen über nichts anderes…" - das kann man dann ja sogar etwas lustig verpacken", rät Lüdemann.

Denn gerade in diesem Kontext ist es auch unhöflich, wenn Fußball-Fans tagelang über nichts anderes als die WM reden - und den Dritten oder Vierten in der Runde so ausschließen. Da ist deshalb Rücksichtnahme von allen Seiten gefragt - Halbfinale hin, Halbfinale her.

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