Statt Vorstellungsgespräch

"Höhle der Löwen"-Coach: Warum ich mit Bewerbern immer essen gehe

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Er beriet viele Kandidaten bei der "Höhle der Löwen": Unternehmer Felix Thönnessen.

Felix Thönnessen hält von Vorstellungsgesprächen nicht viel. Stattdessen geht der Unternehmer mit Bewerbern essen. Schließlich erfährt er so eine ganze Menge.

Felix Thönnessen beriet lange Jahre Kandidaten bei der beliebten Gründer-TV-Show "Die Höhle der Löwen". Gleichzeitig ist er selbst erfolgreicher Unternehmer und führt als solcher auch Vorstellungsgespräche. Allerdings nicht im klassischen Sinne - im Büro, an einem Konferenztisch. Er geht lieber mit seinen Bewerbern essen.

"Höhle der Löwen"-Coach: Beim Essen erfährt man viel über Menschen

Warum er das macht? Nun, Thönnessen möchte seine zukünftigen Mitarbeiter genauer kennen lernen, erfahren, was für ein Mensch da vor ihm sitzt. Und das könne man am besten bei einem Restaurantbesuch, wie er laut Business Insider auf einem Kölner Absolventenkongress verriet. B eim Essen erfahre man "so viel über einen Menschen", wie er sagt. 

Vor allem die Art, wie Bewerber mit dem Kellner umgehen und wie sie bestellen, sagt schon einiges über den Charakter eines Menschen aus. Wenn Kandidaten etwa Spaghetti mit Champignon-Rahmsauce und Trüffeln oben drauf bestellen, wie er erklärt, "und dann sagen sie: #Ja, aber statt der Spaghetti hätte ich gerne Fusilli, statt der Champignons hätte ich gerne Paprika und statt den Trüffeln obendrauf hätte ich gerne Basilikum'" - solche Bewerber bräuchte er gar nicht erst einstellen. 

Mehr dazu: Zehn verbotene Wörter, wenn Sie in der Bewerbung über sich selbst sprechen.

Auch andere große Unternehmer setzen auf den Restaurant-Test

Ein anderer Geschäftsführer, Walt Bettinger vom Finanzkonzern Charles Schwab, soll Leute mit einer ganz ähnlichen Methode einstellen. Dieser gehe mit seinen Bewerbern frühstücken - und testet sie ganz raffiniert, indem er dem Kellner die falsche Bestellung bringen lässt

Wie reagiert der Bewerber nun? Nimmt er sein falsches Essen stillschweigend entgegen oder herrscht er den Kellner gar an? Beide Reaktionen wären laut Bettinger falsch. Besser sei es, den Kellner höflich auf seinen Fehler hinzuweisen

"Wir alle machen Fehler", wie Bettinger sagt."Es kommt aber darauf an, ob und wie wir uns wieder von ihnen erholen und ob wir respektvoll mit anderen umgehen, wenn sie welche machen." 

Lesen Sie auch: Diese Fehler sind im Bewerbungsgespräch fatal.

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Von Andrea Stettner

Mit dieser Körpersprache geht das Bewerbungsgespräch schief

Im Vorstellungsgespräch die Arme verschränken wirkt auf den Gesprächspartner abweisend. Diese Körperhaltung sollten Sie unbedingt vermeiden.
Im Vorstellungsgespräch die Arme verschränken wirkt auf den Gesprächspartner abweisend. Diese Körperhaltung sollten Sie unbedingt vermeiden. © Simona Asam
Halten Sie Blickkontakt mit Ihrem Gegenüber: Kein Blickkontakt wirkt unsicher oder noch schlimmer desinteressiert. Auch verschämt wegschauen macht keinen guten Eindruck.
Halten Sie Blickkontakt mit Ihrem Gegenüber: Kein Blickkontakt wirkt unsicher oder noch schlimmer - desinteressiert. Auch verschämt wegschauen macht keinen guten Eindruck. © Simona Asam
Die Denkerpose: Wahrscheinlich wollen Bewerber mit dieser Körperhaltung zeigen, dass sie sich Gedanken über den Job oder die Fragen des Personalers machen. Oftmals nimmt man so eine Haltung auch automatisch ein. Doch meist wirkt diese Pose gestellt - lassen Sie es also lieber bleiben.
Die Denkerpose: Wahrscheinlich wollen Bewerber mit dieser Körperhaltung zeigen, dass sie sich Gedanken über den Job oder die Fragen des Personalers machen. Oftmals nimmt man so eine Haltung auch automatisch ein. Doch meist wirkt diese Pose gestellt - lassen Sie es also lieber bleiben. © Simona Asam
Sie kennen das selber: Wenn Sie jemand höflich anlächelt, vermittelt Ihnen das eine positive Stimmung. Vermeiden Sie es also, das ganze Gespräch über ernst zu schauen. Doch übertreiben Sie es auch nicht mit dem Lächeln, das könnte künstlich oder unpassend wirken.
Sie kennen das selber: Wenn Sie jemand höflich anlächelt, vermittelt Ihnen das eine positive Stimmung. Vermeiden Sie es also, das ganze Gespräch über ernst zu schauen. Doch übertreiben Sie es auch nicht mit dem Lächeln, das könnte künstlich oder unpassend wirken. © Si mona Asam
Jeder kennt ihn, den schlaffen Händedruck. Der erste Eindruck ist dadurch schon negativ behaftet. Drücken Sie Ihrem Gesprächspartner mit Nachdruck und Bestimmtheit die Hand - es wird ihm positiv im Gedächtnis bleiben.
Jeder kennt ihn, den schlaffen Händedruck. Der erste Eindruck ist dadurch schon negativ behaftet. Drücken Sie Ihrem Gesprächspartner mit Nachdruck und Bestimmtheit die Hand - es wird ihm positiv im Gedächtnis bleiben. © Simona Asam
Bleiben Sie cool: Wenn Sie sich aus der Ruhe bringen lassen, werden Sie nervös und fangen höchstwahrscheinlich an, an ihrer Jacke oder ihren Händen zu zupfen. Legen Sie lieber die Hände flach vor sich auf den Tisch oder trinken Sie ab und zu einen Schluck Wasser. So hat der Stress gar nicht erst die Möglichkeit, in ihren Händen eine Reaktion auszulösen. 
Bleiben Sie cool: Wenn Sie sich aus der Ruhe bringen lassen, werden Sie nervös und fangen höchstwahrscheinlich an, an ihrer Jacke oder ihren Händen zu zupfen. Legen Sie lieber die Hände flach vor sich auf den Tisch oder trinken Sie ab und zu einen Schluck Wasser. So hat der Stress gar nicht erst die Möglichkeit, in ihren Händen eine Reaktion auszulösen.  © Simona Asam
Eine schlaffe oder in sich zusammengefallene Körperhaltung lässt Sie auch müde und wenig aktiv wirken. Setzen Sie sich gerade hin, dass wirkt auf das Gegenüber aufmerksam und positiv.
Eine schlaffe oder in sich zusammengefallene Körperhaltung lässt Sie auch müde und wenig aktiv wirken. Setzen Sie sich gerade hin, dass wirkt auf das Gegenüber aufmerksam und positiv. © Simona Asam
Vermeiden Sie es, mit ihren Haaren zu spielen. Auch das zeugt von Nervosität und Unsicherheit.
Vermeiden Sie es, mit ihren Haaren zu spielen. Auch das zeugt von Nervosität und Unsicherheit. © Simona Asam
Gestikulieren Sie nicht wild mit den Händen, so verbreiten Sie nur Hektik. Bleiben Sie gelassen und strukturiert.
Gestikulieren Sie nicht wild mit den Händen, so verbreiten Sie nur Hektik. Bleiben Sie gelassen und strukturiert. © Simona A sam
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