Zahlen und Geschenke

Sieben Punkte zum Muttertag

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Ein mit Blumen geschmückter Frühstückstisch ist in vielen Familien am Muttertag üblich. Überraschender ist wohl eine Vase für den Fahrradlenker. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Blumen, Pralinen, Parfüm: Bei den Geschenken zum Muttertag zeigen sich die Bundesbürger seit Jahren wenig originell. Dabei gibt es eine Menge interessanter Ideen. Wie wäre es beispielsweise mit einem Unterwasserlicht für die Badewanne?

Wiesbaden (dpa) - Alle Jahre wieder steht im Mai der Muttertag vor der Tür. Also schnell noch zum Blumenhändler oder ins Parfüm-Fachgeschäft, um am Sonntag bei Kaffee und Kuchen ein passendes Präsent überreichen zu können?

Dabei muss es gar kein Geschenkeklassiker sein - oft sind die Ideen am besten, die man nicht schon in den Vorjahren hatte. Nachfolgend Wissenswertes für einen gelungenen Muttertag in sieben Punkten.

- Zahlenrätsel: Wie viele Mütter es in Deutschland gibt, wird beim Statistischen Bundesamt aus allerlei fachlichen Gründen nicht erhoben. Dafür aber, wie viele Kinder geboren werden - und auch, von wie vielen Frauen. 2016 kamen im Schnitt 1,59 Kinder pro Frau zur Welt, das war der höchste Wert seit 1973. In Europa ist dies ein Platz im Mittelfeld, hinter Frankreich, vor Italien und Spanien. Ein weiterer Trend: Seit Anfang der 80er Jahre steigt der Anteil der Frauen, die erst mit 35 oder später Kinder bekommen. 2015 war dies bereits bei jedem vierten Neugeborenen der Fall. Im Schnitt bekamen Frauen im Jahr 2016 in Deutschland mit 29,6 Jahren ihr erstes Kind.

- Prekäre Situation: Jede fünfte Familie mit mindestens einem Kind ist hierzulande eine Einelternfamilie; etwa neun von zehn Alleinerziehenden sind Frauen. Sie sind besonders stark von Armut bedroht - ihr Armutsrisiko liegt bei 43,8 Prozent. Das heißt, fast die Hälfte hat weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens zur Verfügung. Sozialverbände halten das für einen Skandal. "Die Politik muss auf das alarmierend hohe Armutsrisiko von Alleinerziehenden endlich reagieren", fordert der Bundesgeschäftsführer des Arbeitersamariterbundes, Ulrich Bauch.

- Nazi-Erfindung?: Muttertags-Hasser bringen immer wieder die These ins Spiel, der Muttertag sei eine Erfindung der Nazis. Das stimmt aber nicht ganz. Bereits die alten Griechen veranstalteten ein Fest zu Ehren der Mutter des Gottes Zeus. Danach wurde die Idee in allen Kulturen und Jahrhunderten aufgegriffen. Die Nationalsozialisten verknüpften sie mit der Idee der arischen Rasse. Kinderreiche Mütter wurden als Heldinnen des Volkes gesehen. 1933 wurde der Muttertag zum öffentlichen Feiertag erklärt.

- Nun zu den Geschenken: Frauenzeitschriften bringen gern mal Listen mit Muttertags-Ideen. Originelle Ideen gefällig? Statt Blumen eine Vase für den Fahrradlenker. Statt Pralinen ein Workshop zum Schokolade selber machen. Statt Parfüm ein Unterwasserlicht für die Badewanne. Ein Fotoshooting im Park. Ein selbst gemachtes Memory-Spiel mit Familienfotos. Eine Halterung fürs Tablet zum Rezepte-Lesen beim Kochen. Ein Heft mit Gutscheinen für kleine Hilfen im Alltag. Ein (ironischer) Schnarch-Stopper in Form eines Boxhandschuhs.

- Feingefühl: Dies ist bei der Auswahl eines Geschenks allerdings dringend angezeigt. Wie der Fall des Discounters Lidl zeigt, der dieses Jahr nach einer verunglückten Muttertagsanzeige Ärger in den sozialen Medien bekam. Beworben wurden unter anderem Dampfbügeleisen und Nähmaschinen als passende Präsente. Das wirkte auf manche so, als sei Bügeln nach wie vor Frauensache. Seit Jahren liegen tatsächlich Blumen, Pralinen und Parfüm in der Rangfolge der meist gekauften Geschenke ganz vorn. Das hat der Handelsverband HDE ermittelt. Auch der Umsatz mit Gutscheinen läuft den Angaben zufolge zu Muttertag gut. Es folgen Porzellan, Taschen, Schmuck, Lederwaren und Bekleidung.

- Apropos Blumen: 14 Euro geben die Deutschen im Schnitt für einen Muttertagsstrauß aus. Nicht sehr viel angesichts einer Zahl, die das Statistische Bundesamt in diesem Jahr veröffentlichte: 660 Euro gaben Eltern mit einem Kind 2013 im Schnitt für ihren Nachwuchs aus - pro Monat. Das waren noch mal 13 Prozent mehr als fünf Jahre zuvor. Je älter des Kind, desto teurer wurde es. Für den Muttertagsstrauß sind in diesem Jahr nach Einschätzung des Floristen-Fachverbands besonders Rot- und Violett-Töne angesagt.

- Reichlich Regen in Sicht: Eine schöne Geschenkidee kann auch ein gemeinsamer Ausflug sein. Am Sonntag gilt das aber nur im Nordosten, hier wird es sonnig und sommerlich warm. Ansonsten lässt das Wetter mehr als zu wünschen übrig. Nachdem es am Vatertag bereits vielerorts derart gewitterte, dass es sogar zu Überschwemmungen kam, sind auch für den Muttertag stellenweise Unwetter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel vorhergesagt.

Väter sollten den Muttertag mit vorbereiten

Der Blumenstrauß, ein Kuchen oder das Frühstück am Bett - das sind wohl die Klassiker zum Muttertag. Ein ein- oder zweijähriges Kind kann natürlich noch nichts davon alleine auf die Beine stellen. Hier kommen die Väter stellvertretend ins Spiel - gesetzt den Fall, der Partnerin ist der Muttertag überhaupt wichtig. "Darüber sollte man als Paar im Vorfeld sprechen", rät Isabelle Dulleck von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Eventuell rennt man beim anderen offene Türen ein, wenn man sich dafür entscheidet, dem Tag keine besondere Bedeutung beizumessen.

Wer aber etwas vorbereiten möchte, kann die Kinder ab dem Kindergartenalter einbeziehen. Dabei sollten Erwachsene aber nicht zu viel erwarten: Für Mädchen und Jungen ist es eine Herausforderung, Termine verlässlich einzuplanen. Das heißt, auch dann ist der Vater noch gefragt: Er sollte an den Muttertag erinnern und anbieten, gemeinsam etwas für die Mutter zu planen.

Ab dem Schulalter können Kinder sich selbstständig etwas für die Mutter überlegen - aber auch hier ist eine Erinnerung an den Termin die sicherere Option.

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