Kein Wegwerfprodukt

So überlebt der Weihnachtsbaum im Topf

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Die Auswahl an Nadelgehölzen im Topf steht der an geschlagenen Weihnachtsbäumen kaum nach, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Die geschnittene Nordmanntanne ist in Deutschland zu Weihnachten der Hit im Wohnzimmer. Sie hat einen Marktanteil von 75 bis 80 Prozent. Doch immer häufiger sieht man auch Weihnachtsbäume im Topf im Handel. Worauf sollten Käufer dabei achten?

Berlin (dpa/tmn) - Alle Jahre wieder erstrahlen zur Weihnachtszeit überall geschmückte Bäume in festlichem Glanz. Doch nicht immer müssen dafür Tannen, Fichten und Kiefern gefällt werden. Der Handel bietet auch eine Auswahl an Nadelbäumen, die in einem Topf wachsen.

"Wer einen Weihnachtsbaum im Container kauft, hat einen doppelten Nutzen: Er kann ihn nach den Feiertagen in den Garten auspflanzen und ihn so als Lebewesen erhalten", erklärt Martin Sämann, Mitglied im Gremium Immergrüne und Koniferen im Bund deutscher Baumschulen (BdB).

Beim Kauf gilt es, nicht nur auf die Ästhetik und einen schönen Wuchs zu achten. "Der Baum muss ordentlich im Topf stehen und die Proportionen zwischen Topf und Pflanze müssen stimmen, damit sie nicht bei jedem Windstoß umfällt", erklärt Sämann. Auch das Nadelkleid sollte man sich genauer ansehen: Braune, trockene Nadelspitzen seien kein gutes Zeichen.

Wichtigste Voraussetzung für ein Weiterleben ist ein gesundes Wurzelwerk. "Der Wurzelballen sollte schön und fest in sich gewachsen und nicht brüchig sein", rät Marja Rottleb, Gartenexpertin beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Empfehlenswert sind Bäume, die von klein auf in Containern gezogen oder von Baumschulen mehrfach fachgerecht verschult - sprich umgetopft - wurden.

Von Nadelgehölzen, die ausgestochen wurden, sollte man besser die Finger lassen. Sie sind zwar oftmals günstiger im Preis, das Geld ist allerdings verschenkt: "Sobald seine Wurzeln verletzt wurden, ist ein Baum nicht mehr überlebensfähig", so Rottleb.

Da der Nadelbaum in der Vorweihnachtszeit in der Regel kühles Wetter gewohnt ist, ist es sinnvoll, ihn nicht sofort nach dem Kauf in das Wohnzimmer zu stellen. "Am besten akklimatisiert man ihn ein bis zwei Tage im Keller oder in der Garage", rät Bernd Oelkers, Vorsitzender des Bundesverbands der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in Deutschland. Im Zimmer sollte der Baum einen hellen Standort und alle zwei bis drei Tage Wasser bekommen - am besten von unten über eine untergestellte Schale. Der Container sollte daher Löcher im Boden haben.

Anders als der geschnittene Baum sollte das Weihnachtssymbol im Topf nur wenige Tage im Zimmer stehen. Und das am besten möglichst kühl, damit er nicht antreibt und weiterwächst. "Je wärmer die Pflanze steht, umso mehr Stress bedeutet das für sie", erklärt Sämann. Schließlich muss sie nach dem Weihnachtsfest wieder nach draußen umziehen. Auch hier ist es ratsam, den Baum wieder ein bis zwei Tage lang zu akklimatisieren und den Wurzelballen anschließend gegen Frost zu schützen, damit er nicht durchfriert.

Trotzdem: Gartenexperten sind eher skeptisch, dass der Nadelbaum im Topf ein weiteres Weihnachtsfest erlebt. "Wenn der Topf groß genug, das Substrat qualitativ gut ist und der Baum regelmäßig gewässert und gedüngt wird, ist es einen Versuch wert", sagt Sämann. "Erfahrungsgemäß geht das aber nach hinten los." Daher wird der Baum am besten in den Boden gegeben, sobald dieser frostfrei ist.

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