Beschwerde via Facebook

Aldi: Wütender Kunde rastet beim Blick auf Waren aus – „Was soll diese Sch …”

Mit Kundenbeschwerden kennt man sich bei Deutschlands größtem Discounter wahrlich aus. Interessant wird‘s dann, wenn der Kundenfrust gar nicht Aldi selbst trifft – sondern andere Kunden.

Das Social-Media-Team bei Aldi* Süd hat es oft nicht ganz leicht. Immerhin sind es die dortigen Mitarbeiter, die an vorderster Front stehen und an denen sich die Kundenwut ungefiltert entlädt. Erst kürzlich zum Beispiel sehen sie sich mit einem völlig daneben gegangenen Kommentar konfrontiert*, wie HEIDELBERG24* berichtete. Damals ging es um mögliche coronabedingte Einschränkungen im Einzelhandel* – für die Aldi, so fair muss man wohl sein, ja nun wirklich nichts kann. Oftmals müssen sich die Mitarbeiter aber eben auch mit berechtigter Kritik auseinandersetzen. Kein einfacher Job.

DiscounterAldi
HauptsitzEssen (Aldi Nord)/Mühlheim an der Ruhr (Aldi Süd)
GründerKarl & Theo Albrecht
Filialen weltweit11.235 (2019)
Umsatz81,8 Milliarden Euro (2019)

Und dann wiederum gibt es diese seltenen Fälle, in denen Kunden sich zwar auf Aldis Facebookseite äußern, sich aber gar nicht über den Einzelhandelsriesen selbst beschweren wollen – sondern über andere Kunden. So etwa geschehen, als sich Facebook-User Otto mit einem nachdrücklichen Apell an seine Mitmenschen richtet. Es ist ein Anliegen, dass ihm offenkundig auf der Seele brennt.

Kunden-Beschwerde bei Aldi: „Was soll die Scheiße immer???“

„Liebe Kunden, muss das sein?????“, beginnt Otto seinen Post. Und schon die Zahl der Satzzeichen lässt erahnen, wie drängend ist, was gleich folgen wird. „Was soll diese Scheiße immer??? Muss das sein, dass man immer alles aufreißt und so wieder in die Körbe Pfeffert???“ Und was Otto meint, zeigt er denn sogleich auf drei beigefügten Fotos. Die Aufnahmen zeigen aufgerissene Kartons und Verpackungen auf Wühltischen, auf denen der Discounter für gewöhnlich besondere Angebote präsentiert. Zu sehen ist der geöffnete Karton eines Mülleimers Marke „Home Creation“, außerdem offenkundig ausgepackte, dann aber wieder zurückgelegte Kleidungsstücke.

„So will es niemand mehr kaufen!!!!“, macht Otto seinen Standpunkt unzweideutig klar und schreibt sich langsam in Rage. „Hört auf jedesmal die Waren auf zu reißen!!!!. Aldi und auch andere Händler sollten da Mal mehr gegen vorgehen und Hinweise anbringen, wo drauf steht, dass das aufreißen zum Kauf verpflichtet!!!“. Und für den Fall, dass immer noch nicht jeder verstanden hat, wie er das Verhalten der anderen Kunden nun findet, endet er mit einem beherzten: „Zum Kotzen ist dieses Verhalten!!!“.

Aufgerissene Ware bei Aldi: Kunden reagieren auf Facebook-Beschwerde

Reaktionen zu dieser „Kundenbeschwerde“ lassen selbstverständlich nicht lange auf sich warten. Einige Kommentatoren wirken fast ein bisschen resigniert („Hinweise bringen nix“), andere versuchen aufzuklären: „Dieser Hinweis ist aber illegal, der Kunde hat das Recht das Produkt auszupacken und sich anzuschauen vor dem Kauf. Ist auch so von BGH vor Jahren geurteilt worden.“, schreibt etwa User Martin. Und Dorothee versucht gar, die angesprochenen Mitmenschen ein bisschen in Schutz zu nehmen: „Ich kaufe es auch wenn es offen ist. Gerade bei Kleidung ist es für manche schwer mit der Größe . Aber klar ist es ein Chaos und oftmals ein Riesen durcheinander.“

Beschwerde auf Aldis Facebook-Seite (Screenshot)

Zu guter Letzt meldet sich schließlich aber auch das Social-Media-Team von Aldi zu Wort. Offensichtlich dankbar, dass sich die Kundenwut diesmal nicht auf sie richtet, zeigen sich die Verantwortlichen betont entgegenkommend: „Hallo Otto, wir geben dein Feedback und deinen Vorschlag mit den Hinweisen gerne mal weiter.“, ist da zu lesen. Und obendrauf gibt‘s noch einen lächelnden Smiley. (mko) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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