KI in Supermärkten

Gesichtserkennung an der Kasse bei Aldi: Discounter testet neues Konzept

Aldi testet in Großbritannien ein neues Konzept, bei dem ein System am Gesicht erkennen soll, wie alt der Kunde ist.
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Aldi testet in Großbritannien ein neues Konzept, bei dem ein System am Gesicht erkennen soll, wie alt der Kunde ist.

Aldi testet mit einem Pilotprojekt in Großbritannien ein neues Konzept für die Freigabe von Alkohol in Supermärkten. So soll der Einkauf schneller und bequemer werden.

London – Das Einkaufen in Supermärkten und Discountern wie Aldi, Lidl, Edeka, Rewe und Co. kostet zum Teil eine Menge Zeit. Haben Kunden es eilig, ist langes Warten an der Supermarktkasse besonders nervenaufreibend. Selbstbedienungskassen (SB) sollen Abhilfe schaffen, doch gerade bei Produkten, die eine Altersbeschränkung haben, müssen die Kundinnen und Kunden oft lange auf Hilfe warten. Denn zum Beispiel beim Kauf alkoholischer Getränke muss eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter erst den Ausweis kontrollieren und dann eine Freigabe erteilen, damit der Einkauf abgeschlossen werden kann. Um langes Warten zu beenden, probiert Aldi nun eine neue Funktion aus.

Grundsätzlichen entwickeln sich viele Supermärkte in Sachen Digitalisierung immer weiter. So haben einige Aldi-Filialen bereits SB-Kassen als neue Systeme, um der Kundschaft einen zusätzlichen Service zu bieten. In Großbritannien läuft aktuell ein Pilotprojekt, das vom dortigen Innenministerium unterstützt wird. Eine künstliche Intelligenz soll das Alter der Kundinnen und Kunden bestimmen, um diesen Vorgang in Zukunft schneller abwickeln zu können.

Hintergrund sei, den digitalen Service im Handel weiter zu verbessern, berichtet die Lebensmittel-Zeitung. Wie das Ministerium mitteilte, sei „die Regierung sehr daran interessiert, die Entwicklung neuer Technologien zu fördern, um die Erfahrungen von Verbrauchern und Einzelhändlern beim Kauf von altersbeschränkten Produkten zu verbessern.“

Aldi testet neues Konzept für Alterserkennung: Pilotprojekt in Großbritannien

Das Projekt läuft aber nicht nur in Aldi-Filialen. In Großbritannien sind ebenfalls die Supermärkte Tesco, Asda, Morrisons und Co-op in das Pilotprojekt eingebunden und testen die neue Funktion. Momentan wird die automatische Alterserkennung nur bei Alkohol angewendet. In Großbritannien ist dieser ab 18 Jahren erlaubt.

Asda-Innovations-Manager Geri Hebberd sieht in dem Projekt eine Möglichkeit, den Kunden entgegenzukommen. „Wir wissen, wie sehr einige unserer Kunden unter Zeitdruck stehen, deshalb wollen wir ihnen den Einkauf bei uns immer schneller und einfacher machen“, sagte er laut der Lebensmittel-Zeitung zu Beginn des Projekts.

Doch wie funktioniert die Erkennung des Alters und damit die automatische Freigabe von alkoholischen Getränken? In den SB-Kassen sind Kameras und eine künstliche Intelligenz (KI) verbaut. Das System schätzt das Alter der Kundin oder des Kunden und schaltet das Produkt dementsprechend frei – oder eben nicht. Erkennt das System ein Gesicht, das unter 25 Jahre alt ist, wird ein Mitarbeiter gerufen, um die Volljährigkeit „manuell“ zu überprüfen. Ist das Gesicht laut System älter als 25, schaltet sich die Erlaubnis automatisch frei. Das System Yoti wurde von einem britischen Start-up entwickelt und ist in der Lage das Alter mit einer durchschnittlichen Abweichung von 2,79 Jahren zu bestimmen.

Aldi: Alterserkennung durch KI an der Supermarktkasse bald auch in Deutschland?

Ob dieses System auch in anderen Ländern und damit auch nach Deutschland eingeführt wird, ist vorerst ungewiss. Für die automatische Altersüberprüfung wird keine Gesichtserkennung durchgeführt. Somit ist die Identität der Menschen vor der Kamera nicht feststellbar und die Technologie widerspricht nicht den Datenschutzbestimmungen in Deutschland. Theoretisch wäre die automatische Alterserkennung also auch bei uns umsetzbar. (Fee Halberstadt)

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