Mehrwertsteuer und Plastikverbot

Was sich im Januar 2021 beim Einkauf bei Aldi, Lidl und Co. alles ändert

Das Jahr 2021 bringt zahlreiche Änderungen - auch beim Einkauf im Supermarkt. Was Verbraucher jetzt bei Aldi, Lidl, Edeka und Co. erwartet.

  • Aldi*, Lidl* und Co. - beim Einkauf kommen auf Verbraucher im Januar 2021 einige Änderungen zu.
  • Mehrwertsteuer, Plastikverbot und Corona*-Krise werden spürbare Veränderungen beim Einkauf bringen.
  • Händler in den Innenstädten haben ihre Hygienekonzepte vorgelegt und hoffen, dass sie bald wieder verkaufen dürfen.

Update vom Mittwoch, 06.01.2020, 17.13 Uhr: Neuordnung der Supermarkt-Landschaft, Verbot von Einwegplastik, Mehrwertsteueranhebung und Co. - auf die Verbraucher in Deutschland kommen im Jahr 2021 einige teils drastische Veränderungen zu. Vor allem bei der Mehrwertsteuer - doch erhöhen wirklich alle Supermärkte und Discounter wieder die Preise? Oder droht gar ein Discounter-Krieg?

Zunächst sah es bei Sichtung der Werbeprospekte der großen Discounter Lidl und Aldi so aus, als wären die Preise der wieder gestiegenen Mehrwertsteuer angepasst - zu erkennen ist das an den 5-, 8- und 9-Cent-Endungen in den Preisen, wie businessinsider.de berichtet. Aldi Nord* bestätigt auf Anfrage von Business Insider dann auch: „Die Bundesregierung hat die Mehrwertsteuersenkung bis zum 31. Dezember 2020 begrenzt, weshalb wir unsere Preise zu Jahresbeginn wieder entsprechend anpassen werden.“

Mehrwertsteuer wird wieder erhöht - Aldi hält sich alle Türen offen

Dennoch halte sich demnach Aldi dennoch ein Türchen offen: „Dennoch können sich unsere Kundinnen und Kunden auch 2021 auf die gewohnte Dauerniedrigpreisstrategie von Aldi und einen Einkauf zum besten Preis-Leistungsverhältnis verlassen — daran halten wir auch in Zukunft fest.“, wie Aldi Nord dem Buisiness Insider verraten hat.

Mehrwertsteuer, Plastikverbot, Corona-Einschränkungen und noch einiges mehr: Auf die Verbraucher kommen beim Einkauf im Jahr 2021 viele Änderungen zu. (Symbolbild)

Lidl lässt bei vielen Artikeln den Nachlass von drei Prozent bestehen - zumindest vorläufig

Das scheint auch notwendig, denn Konkurrent Lidl geht einen ganz anderen weg: „In allen über 3.200 Lidl-Filialen bleiben die Preise bei vielen Produkten weiterhin um bis zu drei Prozent reduziert, obwohl seit dem Jahreswechsel wieder die reguläre Mehrwertsteuer von 19 bzw. 7 Prozent gilt“, sagt das Unternehmen laut Business Insider. Allerdings gelte diese c zunächst vorläufig, wie lange genau die Kunden davon profitieren, wollte Lidl auch dem Business Insider nicht verraten.

Das sich die beiden Konkurrenten gegenseitig bei den Preisen unterbieten und auch andere Supermärkte sich an den Preisen der beiden großen Discounter orientieren, bleibt nun abzuwarten, wie sich diese Preisstrategie von Lidl langfristig auswirkt.

Aldi, Lidl und Co.: Was sich im Januar 2021 beim Einkauf alles ändert

Erstmeldung vom Samstag, 02.01.2020, 13.41 Uhr: Kassel - Neues Jahr, neues Glück, heißt es zu Silvester. Während der Jahreswechsel wegen der Corona-Krise bundesweit diesmal etwas ruhiger verlief, bleibt dennoch eines gleich: Nicht nur neues Glück kann 2021 bringen, sondern wie immer ändert sich zum Jahresbeginn einiges für Verbraucher.

So auch beim Einkauf in den Supermärkten - einige Veränderungen werden Verbraucher dort deutlich zu spüren bekommen. Hier die wichtigsten Änderungen bei Aldi, Lidl, Edeka* und Co. für das Jahr 2021 im Überblick.

Einkaufen im Supermarkt 2021 - die Maskenpflicht bleibt auch im neuen Jahr

Keine Veränderung wird es zunächst bei den Themen Maskenpflicht und Abstand halten im Supermarkt geben. Die aktuelle Coronaschutzverordnung gilt mindestens bis zum 10. Januar 2021.

Doch auch über dieses Datum hinaus wird nicht direkt alles wieder normal sein, damit rechnen laut focus.de auch die Händler nicht, die eher von einer Verlängerung der Corona-Maßnahmen ausgehen. Am 5. Januar 2021 wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs erneut über die Coronavirus-Situation und den Lockdown beraten.

Click-and-Collect für Einzelhändler? Der Einkauf in 2021 ist mit Änderungen verbunden

Derzeit sind in den Innenstädten alle Geschäfte geschlossen, die den täglichen Bedarf nicht decken. Allerdings soll sich das Angebot trotz Schließung bald erweitern, wie Focus berichtet.

Einige Händler hätten bereits ein Hygienekonzept vorgelegt, um einen Verkauf über Online-Bestellung mit Abholung in der Filiale vor Ort zu ermöglichen - das sogenannte Click-and-Collect-System - auch Ikea hatte damit bereits im ersten Lockdown im Frühjahr geworben - allerdings kostet dieser Service bei dem schwedischen Möbelhaus eine zusätzliche Gebühr.

Sollte das Hygienekonzept der Händler durchgehen, könnten Geschäfte in den Innenstädten ihren Betrieb so wieder aufnehmen* - doch ist dieser Abholservice nicht in jedem Bundesland erlaubt - Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen verbieten solche Regelungen aktuell, wie ruhr24.de berichtet.

Änderungen beim Einkauf 2021 - der Online-Handel mit Lebensmitteln wird ausgeweitet

Zudem wird das Online-Geschäft wegen der anhaltenden Corona-Krise für Händler weiter boomen. Auch im Lebensmittelbereich gibt es eine wachsende Konkurrenz für Aldi, Lidl und Co. So plant der Lebensmittel-Lieferdienst Picnic in Deutschland weiter zu expandieren. Aber auch neue Anbieter wollen ihr Glück in Deutschland versuchen. Dr. Oetker hat den Lieferservice Flaschenpost übernommen und plant ihn weiter auszubauen, genauso wie Amazon plant den Lieferdienst Amazon Fresh zu erweitern.

Änderung 2021 im Supermarkt: Die Mehrwertsteuer steigt - es wird teurer beim Einkauf, oder nicht?

Zum 1. Juli 2020 wurde im Zuge der Corona-Pandemie die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent beziehungsweise bei bestimmten Produkten von 7 auf 5 Prozent gesenkt. Ziel war es, in der anhaltenden Krise den Konsum zu fördern und damit die Wirtschaft zu stärken.

Doch am Samstag, 02.01.2021, läuft diese Mehrwertsteuersenkung aus - es gilt wieder der normale Steuersatz und der Einkauf im Supermarkt wird wieder teurer. Oder etwa doch nicht? Experten äußerten bereits im Dezember die Vermutung, dass sich die beiden Discounter-Riesen Aldi und Lidl auf eine Preis-Schlacht vorbereiten - die Rede war sogar von einem Discounter-Krieg ab Januar.

Preis-Krieg wegen Mehrwertsteueranstieg? - Staat macht 2020 offenbar Minus

Dieser Annahme liegt ein einfacher Umstand zugrunde: Die beiden Discounter müssen zwar die gesetzliche Mehrwertsteuer wieder anheben, wollen aber zugleich auch die günstigsten Anbieter sein. Es könnte also darauf hinauslaufen, so vermuteten die Experten, dass so mancher Preis trotz wieder normaler Mehrwertsteuer von 19 Prozent dennoch gesenkt bleibt.  Doch die neuen Prospekte der Händler zeigen, dass beide Discounter die Mehrwertsteuererhöhung voll an die Kunden weitergeben werden.

Da zahlreiche Händler und auch Dienstleister die gesenkte Mehrwertsteuer direkt an ihre Kunden weitergegeben haben, dürfte im Allgemeinen die Rückkehr zum alten Steuersatz deutlich im Geldbeutel der Verbraucher zu spüren sein. Experten gehen übrigens davon aus, dass durch Konsumeinbruch in der Corona-Krise in Kombination mit der Steuersenkung dem Staat im Jahr 2020 rund 40 Millionen Euro Mehrwertsteuer verloren gehen.

Änderungen 2021 im Supermarkt: Einwegplastik ist jetzt verboten

Auch im Sortiment der Discounter und Supermärkte wird sich in diesem Jahr etwas grundlegend verändern: Weitere Änderungen für 2021 betreffen nämlich Strohhalme, Einwegbecher und Co., denn ab dem 03. Juli 2021 ist die Produktion von Einwegplastik in der gesamten Europäischen Union verboten. Auf das Plastikverbot hatten sich die EU-Mitgliedsstaaten bereits im Dezember 2018 geeinigt.

Das Verbot soll dazu beitragen, die Massen von Plastikmüll in der Umwelt und in den Weltmeeren einzudämmen. Zudem soll mehr recycelt werden. Dazu sollen in allen Mitgliedsstaaten 90 Prozent der Kunststoffflaschen bis 2029 getrennt gesammelt werden. Geplant ist zudem, dass bis zum Jahr 2030 alle PET-Plastikflaschen in der EU zu mindestens 30 Prozent aus recyceltem Plastik bestehen sollen.

Betroffen von dem Plastikverbot auf EU-Gebiet ab Juli 2021 sind die folgenden Produkte:

  • Einwegbesteck aus Kunststoff (Gabeln, Messer, Löffel und Essstäbchen)
  • Einweg-Plastikteller
  • Strohhalme aus Plastik
  • Wattestäbchen aus Kunststoff
  • Haltestäbe für Luftballons
  • Produkte aus oxo-abbaubaren Materialien wie Beutel oder Verpackungen und Fast-Food-Behälter aus expandiertem Polystyrol

Die EU geht sogar noch einen Schritt weiter, denn auch für die Kosten die achtlos weggeworfene Plastikprodukte verursachen wurde eine neue Regelung beschlossen. Es gilt künftig das Verursacherprinzip. Damit will die EU die Hersteller von Plastikprodukten stärker in die Verantwortung nehmen. So sollen die Kosten für das Entsorgen von Zigarettenstummeln - in deren Filtern Plastik steckt - sowie im Meer verloren gegangener Fischernetze aus Plastik, künftig die Hersteller aufkommen.

Änderungen 2021 beim Einkauf: Handelsriese Real verschwindet

Das Jahr 2021 wird auch die Supermarkt-Landschaft in Deutschland verändern. Die Handels-Kette Real wird aus den Städten verschwinden. Der Online-Auftritt samt Shop von Real wird künftig unter dem Namen von Kaufland weitergeführt. Im Februar 2020 wurde bekannt, dass der Real-Mutterkonzern Metro AG die angeschlagene Supermarkt-Kette an den russischen Finanzinvestor SCP verkauft - 34.000 Beschäftigte fürchteten um ihre Jobs.

Frühzeitig wurde auch klar, dass die Kette nach dem Verkauf zerschlagen werden soll. Künftig also werden zahlreiche Real-Märkte unter anderem Namen weitergeführt. Erst kürzlich haben Kaufland und der mittelständische Großflächenhändler Globus von der Wettbewerbsbehörde grünes Licht für die Übernahme von 92 (Kaufland) und 24 (Globus) der bundesweit über 270 Real-Märkte erhalten, wie businessinsider.de berichtet.

Mehrwertsteuer, Plastikverbot, Corona-Einschränkungen und noch einiges mehr: Auf die Verbraucher kommen beim Einkauf im Jahr 2021 viele Änderungen zu. (Symbolbild)

Einkauf in 2021: Kaufland übernimmt die Real-Märkte schrittweise

Kaufland hat angekündigt im ersten Quartal 2021 die Märkte schrittweise zu übernehmen, das berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Einige der Real-Märkte sollen allerdings wohl weiter unter dem bisherigen Namen Real weiterbetrieben werden, wie viele das genau sein werden, stehe aber noch nicht fest, berichtet focus.de.

Neben Kaufland und Globus hat auch Edeka beim Bundeskartellamt Interesse für 72 Real-Standorte angemeldet. Das Verfahren läuft derzeit noch - die Frist zur Entscheidung wurde bis zum 22. Februar 2021 verlängert.  (Diana Rissmann) *hna.de und ruhr24.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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