Änderung

Aldi, Lidl und Rewe: Kunden haben ab sofort Recht auf neuen Service

Eine Gesetzesänderung zwingt Supermärkte und Discounter ab Januar 2022 zum Handeln. Rewe, Aldi und Lidl müssen ab sofort einen neuen Service für Elektrogeräte anbieten.

Dortmund – Für Supermärkte und Discounter* stehen 2022 einige Änderungen an. Neben strengeren Pfandregeln müssen Aldi, Lidl, Rewe und Edeka* auch ab sofort einen neuen Service für ihre Kunden anbieten, berichtet RUHR24*. Denn eine Gesetzesänderung, die bereits im April 2021 beschlossen wurde, tritt nun in Kraft. Verbraucher sollen es dadurch deutlich leichter haben, kaputte Geräte zu entsorgen.

Oberste BundesbehördeBundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
SitzBonn
Gründung6. Juni 1986

Aldi, Lidl, Edeka und Rewe bieten seit Januar 2022 neuen Service an

Ab sofort können Kunden alte Elektrogeräte wie Rasierer, Taschenrechner oder auch Fernseher bei Lebensmitteleinzelhändlern wie Aldi, Lidl oder Rewe entsorgen. Der Hintergrund ist ein Beschluss des Bundesumweltministeriums, der vorsieht, die Recycling-Quote für Elektroschrott deutlich zu erhöhen.

Denn: Elektrische Geräte, die nicht mehr funktionieren, dürfen nicht einfach im Hausmüll landen, sondern müssen in der Regel auf dem Wertstoffhof oder beim Sperrmüll abgegeben werden. Für viele Verbraucher ist das zeitaufwändig und nervenaufreibend. Kein Wunder, dass sich in vielen Kellern oder auf Dachböden ausgediente Haushaltsgeräte ansammeln – frei nach dem Motto „irgendwann bringe ich das schon noch weg“.

Supermärkte und Discounter zu neuem Service verpflichtet – aber nicht in allen Filialen

Mit der Änderung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes macht die deutsche Bundesregierung ab sofort Schluss mit dem Recycling-Dilemma. Um die Quote zu erhöhen, werden ab sofort eben auch Einzelhändler wie Aldi, Lidl oder Edeka in die Pflicht genommen. Kunden sollen ihren Elektroschrott ab sofort auch in jedem Supermarkt und Discounter abgeben* können.

So sieht es zumindest die Theorie vor. Was auf den ersten Blick einfach und vor allem wirklich praktisch klingt, ist am Ende dank zahlreicher Vorgaben und Einschränkungen relativ kompliziert für die Verbraucher. Hier ein Überblick über die Regeln, ab wann Kunden ihren Elektroschrott bei Aldi, Lidl oder Rewe abgeben können:

  • Die Verkaufsfläche des Supermarktes oder des Discounters muss mindestens eine Größe von 800 Quadratmetern haben.
  • Der Lebensmittelhändler muss mehrmals im Jahr Elektrogeräte anbieten. Dazu zählt aber auch schon der Verkauf von Glühbirnen, was inzwischen fast jede Supermarkt-Filiale kontinuierlich im Sortiment hat.
  • Große Elektrogeräte können nur dort zurückgegeben werden, wo sie auch gekauft wurden. Sprich: Waschmaschine, Fernseher oder Kühlschrank können nicht einfach bei Aldi eingetauscht werden. Richtschnur hierfür ist die Kantenlänge des Produktes. Alles bis zu 25 Zentimeter kann bei Supermärkten oder Discountern abgegeben werden. Alles, was größer ist, muss dorthin zurückgebracht werden, wo es auch gekauft wurde.
  • Ausnahme: Auch Geräte, die größer als 25 Zentimeter sind, können im Einzelhandel zurückgegeben werden, aber nur, wenn man ein neues, vergleichbares Produkt dort kauft.
Supermärkte und Discounter müssen alte Elektrogeräte zurücknehmen – allerdings mit vielen Ausnahmen und Beschränkungen (Symbolbild).

Änderungen 2022: Kunden sollten von diesem Recht im Supermarkt wissen

Zusammengefasst bedeutet das: Kleine elektronische Geräte, wie eine kaputte Taschenlampe oder ein Rasierer können problemlos bei Aldi, Lidl und Co. eingetauscht werden. Bei allen anderen kaputten Sachen wird es deutlich komplizierter. Auch Smartphones sind von der Regel ausgenommen und dürfen nur bei einem Neukauf in der jeweiligen Filiale auch dort zurückgegeben werden.

Immerhin: Die neue Regel soll auch für Online-Händler gelten. Wie genau die Gesetzesänderung hier jedoch umgesetzt wird, ist noch unklar. Möglicherweise müssen Anbieter mit einem Online-Shop bald eine kostenlose Abholung von Altgeräten anbieten. Bislang galt eine solche Rücknahmepflicht nur für Fachhändler wie Elektrofachmärkte.

Änderungen bei Aldi, Lidl und Rewe: Kunden können Elektroschrott abgeben – aber mit Ausnahmen

Auch sollten Kunden sich noch nicht zu früh freuen. Zwar gilt die neue Regelung seit 1. Januar 2022, aber Supermärkten und Discountern wurde eine Übergangsfrist von einem halben Jahr gewährt. So sollen Lidl, Kaufland und Co. in Ruhe ihr Rücknahmesystem entwickeln können, wie echo24* berichtet. Ab 1. Juli 2022 ist es dann aber soweit und Aldi, Lidl, Edeka und Rewe müssen alte Elektrogeräte zurücknehmen.

Ein Blick auf die Webseite von Aldi zeigt aber schon jetzt: Der Discounter scheint bereits halbwegs gut vorbereitet sein. Der Discounter arbeitet für den neuen Service mit dem Entsorgungsunternehmen Weee Return zusammen. Wie Aldi angibt, müssen Kunden, die Elektroschrott abgeben wollen, sich registrieren.

Dann wird mit ihnen eine Abgabestelle oder ein Abholdatum vereinbart. Rückmeldungen, ob und wie gut das Recycling bei Aldi bereits funktioniert, gab es bislang noch keine. *RUHR24 und Echo24 sind Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Ina Fassbender/AFP; Collage: RUHR24

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