Nach Rauswurf eines Senioren

Maskenpflicht bei Aldi: „Herzlos“-Vorwurf – So reagiert der Discounter

Ein Facebook-User wirft Discounter-Riese Aldi vor, „herzlos“ zu sein. Dabei bezieht er sich auf einen Vorfall, der sich vor kurzem in Baden-Württemberg abspielte. Wie reagiert Aldi Süd darauf?

Aufgrund der zahlreichen Änderung bei den Corona-Verordnungen, herrscht vielerorts Verwirrung. Manche Infos kommen auch nicht rechtzeitig in der Bevölkerung an. Der Grund dafür ist wohl, dass sich die Vorschriften immer wieder an die aktuelle Situation anpassen und dann auch noch regionale Unterschiede bestehen. So gelten in Heidelberg teils andere Regeln als in Mannheim* oder in den benachbarten Bundesländern wie Hessen oder Rheinland-Pfalz*.

Ein Beispiel ist die Pflicht FFP2 oder vergleichbare Masken beim Einkaufen* zu tragen. Wer aktuell beispielsweise beim Discounter-Riesen Aldi einkaufen geht, muss seit dem 19. Januar bundesweit eine medizinische Maske tragen. In Baden-Württemberg war das bereits seit dem 12. Januar der Fall. Das sorgt für Unruhen beim Einkauf. Aldi-Mitarbeitende müssen Kunden darauf hinweisen, Kunden müssen es wissen und einhalten. Auf Facebook ist das gerade ein großes Thema bei Aldi Süd. Dort gab es nun eine heftige Beschwerde.

„Herzlos“-Vorwurf gegen Aldi: Kunde ärgert sich über Umgang mit Senior

Auf Facebook beschwert sich User Tobias B. heftig bei Aldi. Der Grund ist exakt die genannte Regelung. So schreibt Tobias: „Ich habe einen Artikel gelesen, dass ihr in Kornwestheim einen 78-Jährigen aus eurer Filiale geworfen habt, nur weil er eine OP-Maske getragen hat, statt einer FFP2 Maske.“ Dann der Hammer-Vorwurf an Aldi: „Wie herzlos seid ihr eigentlich?“ Der Facebook-User hätte sich wohl mehr Verständnis gewünscht.

So erklärt Tobias B., man habe den älteren Herren ja nicht gleich rauswerfen müssen, sondern hätte ihn auf die Regeln hinweisen können. Der User-Vorwurf wird noch härter, denn der Umgang mit einem Menschen geht ihm in diesem Fall wohl ziemlich gegen den Strich. Facebook-User Tobias, der wohl selbst in einer Metzgerei arbeitet, schreibt weiter: „Ich würde nie auf die Idee kommen, so respektlos mit einem alten Menschen umzugehen - geschweige denn mit irgendeinem Menschen.“

Rrrrrums! Die Aussage sitzt. Weiter wünscht sich der Absender des Posts, dass Aldi* seinen Kunden etwas Zeit geben sollte, sich umzustellen. Aber wie reagiert Aldi Süd auf die Vorwürfe? Und ist die Beschwerde über den Vorfall in einer Filiale in Kornwestheim (nahe Ludwigsburg, Baden-Württemberg) angemessen?

Die Anwtort: So reagiert Aldi Süd auf den „Herzlos“-Vorwurf des Facebook-Users

Aldi Süd nimmt sich die Zeit und reagiert auf Facebook schnell und häufig auf Kundenpostings, wie HEIDELBERG24* bereits häufiger berichtete. So reagierte Community Manager Irek in den vergangenen Tagen auf ein „Superbrötchen“ sehr humorvoll*, auf ein bislang verschollenes Weihnachtsgeschenk* verständnisvoll und auf viele andere Anfragen ebenfalls meist passend. Und nun? Schließlich wird Aldi Süd in diesem Fall heftig angegangen. Herzlosigkeit? Sind die emotionalen Weihnachtsspots* etwas nur eine Farce?

NameAldi
SitzEssen
Gründung1946
GründerKarl und Theo Albrecht

Aldi Süd beantwortet zunächst die Vorgaben, die auch der Discounter-Riese einhalten muss. Heißt: „Seit dem 12. Januar müssen in BW in Innenbereichen mit Maskenpflicht Personen ab 18 Jahren eine FFP2 oder vergleichbare Maske tragen.“ Dann schreibt Irek, was eigentlich jedem Kunden klar sein sollte: „Wir als Einzelhändler müssen dieser Verordnung nachgehen und vor Ort darauf achten, dass sie umgesetzt wird.“ Keine leichte Aufgabe für die Mitarbeitenden von Aldi, Lidl und Co., die immer wieder Diskussionen ausgesetzt werden.

Nach „Herzlos“-Vorwurf: Aldi Süd gesteht Fehler ein – und bekommt unerwartete Hilfe

Aber: Aldi Süd geht anschließend auf den Fall in Kornwestheim ein - mit einer großen Überraschung. Aldi Süd auf Facebook zu User Tobias: „Der von dir genannte Fall fand jedoch vor der Anpassung statt und die Kolleg:innen vor Ort waren vermutlich etwas übereifrig.“ Heißt: Es gab wohl noch keine FFP2-Maskenpflicht, das Verhalten der Mitarbeitenden von Aldi in diesem Fall falsch. „Das beschriebene Verhalten entspricht zumindest nicht unseren Standards und wir haben die Kritik bereits an die verantwortlichen Stellen vor Ort weitergeleitet“, schreibt Community Manager Irek in die Antwort von Aldi Süd.

Ob die Kritik in der Härte auf Facebook nötig und berechtigt war, bleibt offen. Ein anderer User kommentiert den Post jedoch kurz und knapp mit: „Nennt sich Hausrecht.“ Damit weist er wohl darauf hin, dass Aldi Süd in den Filialen die Regeln vorgibt. Es war nicht der erste Post zu diesem Vorfall, denn wie kreiszeitung.de berichtet, wurde bereits direkt nach den Vorkommnissen vom 07. Januar auf Facebook darüber diskutiert. Auch war es nicht der erste Rauswurf eines Kunden aus einer Filiale von Aldi Süd. In Mannheim sorgte ein Fall für Aufsehen, in dem eine schwangere Frau den Discounter verlassen* musste. (tobi) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa-Tobias Hase/Screenshot facebook.com/Celine Burghardt/Montage HEADLINE24

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