Wichtige Neuerungen

Änderungen für Autofahrer ab 2021: Das ist neu bei Kaufprämie, Versicherung und Pendlerpauschale

Autofahrer und Führerscheinprüflinge müssen sich 2021 auf einige Änderungen einstellen, etwa bei der Haftpflichtversicherung für Autos oder der Kfz-Steuer.

  • Für Autobesitzer und Autofahrer gibt es 2021 einige Änderungen.
  • Im Fokus stehen dabei unter anderem die CO2-Emissionen von Autos.
  • Für Führerscheinprüflinge gibt es eine wichtige Änderung ab Januar 2021.

Frankfurt – Für Autofahrer ändert sich zum Jahreswechsel 2020/2021 einiges. Von der Berechnung der Kfz-Steuer über die Erhöhung der Pendlerpauschale bis hin zur Mautgebühr im Nachbarland Österreich gibt es einige Änderungen für Autofahrer im Jahr 2021. Und auch für Motorradfahrer und Führerscheinprüflinge gibt es 2021 wichtige Änderungen.

Wer 2021 ein neues Auto kauft, der bekommt einige der Änderungen zu spüren. (Symbolfoto)

Änderung für Arbeitnehmer 2021: Pendlerpauschale wird erhöht

Zum Januar 2021 wird die Pendlerpauschale* erhöht. Wer einen einfachen Arbeitsweg von mindestens 21 Kilometern hat, erhält ab dann 35 Cent pro Kilometer für die einfache Strecke statt bisher 30 Cent. Bei einem Arbeitsweg von weniger als 21 Kilometern bleibt es bei 30 Cent Pendlerpauschale pro zurückgelegtem Kilometer. Für Geringverdiener gibt es zusätzlich zur Pendlerpauschale ab 2021 die Mobilitätsprämie, eine befristete steuerliche Förderung bis 2026.

Kfz-Steuer ändert sich 2021: Berücksichtigung der CO2-Emissionen von Autos

Ab 2021 wird der Kohlendioxid-Ausstoß von neuen Autos stärker bei der Kfz-Steuer berücksichtigt. Stößt ein Neuwagen mehr Kohlendioxid pro Kilometer aus, wird die Kfz-Steuer entsprechend steigen – das gilt allerdings nur für 2021 neu zugelassene Pkw. Dabei gibt es sechs Stufen:

StufeCO2-Ausstoß
1über 95 bis 115 g/km CO2
2über 115 bis 135 g/km CO2
3über 135 bis 155 g/km CO2
4über 155 bis 175 g/km CO2
5über 175 bis 195 g/km CO2
6über 195 g/km CO2

Änderung für Motorradfahrer: Ab 2021 gilt die Abgasnorm Euro 5

Ab Jahresbeginn 2021 gibt es auch für Motorräder eine Veränderung: Für alle ab 2021 neu zugelassenen Motorräder gilt die Abgasnorm Euro 5 – die laut „Autobild“ um etwa ein Drittel strenger ist als die Norm Euro 4. Motorräder, die bereits vor 2021 zugelassen wurden, sind von dieser Änderung nicht betroffen.

CO2-Emissionen von Autos im Fokus: EU-Vorgaben werden 2021 verschärft

In der EU zugelassene Neuwagen dürfen ab 2021 laut EU-Verordnung nicht mehr als 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen – andernfalls drohen Strafen. Allerdings betrifft diese Regelung nicht den Autobesitzer direkt: Nicht jedes Auto muss den Wert erreichen, es geht laut „Autobild“ um den Flottengrenzwert – der Durchschnitt aller in der EU in einem Jahr zugelassenen Autos einer Marke soll den Wert nicht überschreiten. Auswirkungen der neuen Regelung auf den einzelnen Autobesitzer drohen nicht unmittelbar – allerdings ist es möglich, dass Autohersteller die Strafen in Form von erhöhten Preisen weitergeben.

Keine Änderung beim Autokauf: Kaufprämie für Elektroautos gilt auch 2021

Wer sich ein Elektroauto kauft, profitierte nicht nur 2020 von der Prämie für Elektroautos. Diese Prämie soll es bis Ende 2021 geben. Daher gilt: Wer sich im Jahr 2021 ein Elektroauto oder einen Hybriden zulegt, der erhält einen Umweltbonus von bis zu 9000 Euro. Dafür müssen Autokäufer jedoch damit rechnen, dass die Mehrwertsteuer 2021 wieder bei den üblichen 19 Prozent liegen wird. Im Zuge der Coronakrise wurde sie bis Ende 2020 auf 16 Prozent herabgesetzt.

Änderung bei der Einstufung der Kfz-Haftpflichtversicherung 2021

Für viele Autos ändert sich 2021 die Einstufung in die Typklasse der Kfz-Haftpflichtversicherung. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilt, werden rund 6,1 Millionen Versicherte (15 Prozent) in eine höhere Klasse eingestuft, rund 4,6 Millionen Versicherte (11 Prozent) werden niedriger eingestuft. Die Typklasse berechnet sich nach Schäden und Reparaturkosten, die ein Automodell verursacht. Sind diese nur gering, wird das Auto in eine niedrigere Klasse eingestuft. Sind die Schäden hoch oder häufig und müssen die Versicherungen viel zahlen, wird das Automodell hochgestuft.

Beim Kauf von Elektroautos gibt es auch 2021 eine Prämie.

Hauptuntersuchung 2021 für Autos mit gelber Plakette

Die TÜV-Plakette hat für jedes Jahr eine andere Farbe, was für Autobesitzer praktisch ist: Mit einem Blick können sie sehen, ob ihr Auto im Jahr 2021 zur Hauptuntersuchung muss. Wer eine gelbe TÜV-Plakette auf seinem Auto findet, der kann sich darauf einstellen, dass im Jahr 2021 die Hauptuntersuchung für das Fahrzeug ansteht. Insgesamt gibt es sechs verschiedene Farbtöne für die TÜV-Plakette, die alle sechs Jahre wiederholt werden. Für die kommenden Jahre gelten folgende Farben:

  • 2020: blau
  • 2021: gelb
  • 2022: rot
  • 2023: rosa
  • 2024: grün
  • 2025: orange

Änderung beim Führerschein: Neue Prüfung ab Januar 2021

Wer ab Januar 2021 die praktische Führerscheinprüfung ablegt, der muss damit rechnen, dass sie etwa zehn Minuten länger dauert. Unter anderem wird der Aufgabenkatalog für die Fahrprüfung erweitert, während der Fahrt wird ein elektronisches Prüfprotokoll auf einem Tablet angefertigt und am Ende der Fahrt bekommt der Prüfling ein kurzes Feedbackgespräch. Die sogenannte „Optimierte Praktische Fahrerlaubnisprüfung“ (OPFEP) gilt ab 2021 für alle Führerscheinklassen. Ziele sind mehr Objektivität und eine verbesserte Rückmeldung für den Fahrschüler.

Änderung im Nachbarland: Vignetten in Österreich werden 2021 nicht nur für Autos teurer

Wer mit dem Auto gelegentlich in Österreich unterwegs ist, der sollte eine entsprechende Vignette am Auto befestigt haben, die als Nachweis gilt, dass die Maut bezahlt wurde. Die Preise für die Vignetten steigen 2021 um 1,5 Prozent gegenüber dem Jahr 2020.

Pkw-Jahresvignette92,50 Euro
Pkw-Vignette für 2 Monate27,80 Euro
Pkw-Vignette für 10 Tage8,50 Euro
Motorrad-Jahresvignette36,70 Euro
Motorrad-Vignette für 2 Monate13,90 Euro
Motorrad-Vignette für 10 Tage5,50 Euro
Ersatzmaut bei fehlender Vignette (muss sofort bezahlt werden)120 Euro
Geldstrafe bei fehlender Vignette (wenn nicht sofort bezahlt wird)mindestens 300 Euro

Ab 2021: Bund ist für Bau von Autobahnen zuständig

Ab dem 1. Januar 2021 sind nicht mehr die Bundesländer für die deutschen Autobahnen zuständig. Planung, Bau, Erhaltung, Betrieb, Verwaltung und Finanzierung der deutschen Autobahnen liegt dann im Aufgabenbereich des Bundes, der dafür die Infrastruktur-GmbH gegründet hat. Diese soll das Bundesfernstraßennetz effizienter verwalten. (Tanja Banner)*fnp.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

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