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Die Spritpreise: Darum ist ausgerechnet der Diesel so viel teurer

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Von: Dominik Jahn

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Die Spritpreise stehen auf Höchststand. Für Experten ist gerade beim Diesel nicht nur die Abhängigkeit von Russland das große Problem.

Seit fast zwei Wochen tobt der Ukraine-Krieg in Europa. Die wirtschaftlichen Folgen sind auch in Deutschland inzwischen spürbar. Die Spritpreise steigen an den Tankstellen auf immer neue Höchstniveaus – mit umfangreichen Folgen für Autofahrer*, wie echo24.de* berichtet hat. Von Experten und der Politik gibt es derweil düstere Aussichten*. Gerade die Preise für Diesel sind aktuell unerwartet in die Höhe gerauscht. Ein Experte erklärt, warum.

Zuletzt war der Liter Diesel in Deutschland sogar teurer als Benzin. Am 7. März kletterte der Spritpreis auf über zwei Euro. Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen ist ein voller Tank am Auto heute inzwischen um über ein Viertel teurer, als noch vor einem Jahr.

Extreme Dieselpreise: Experten sprechen über Hintergründe

Als größten Preistreiber an den Tankstellen gilt der Ölpreis. Das Problem dabei: Russland steht laut Fachzeitung Handelsblatt „für etwa zehn Prozent der weltweiten Erdölförderung“. Die Sanktionen zeigen auch hier ihre Wirkung. Dabei ist gerade Diesel doch immer der günstige Sprit gewesen für Autofahrer. Jetzt folgte aber das böse Erwachen.

Gegenüber dem Handelsblatt erklärt der Erdölverband Fuels und Energie Hintergründe für den unerwartet hohen Spritpreis an der Diesel-Zapfsäule an Tankstellen. Deutschland habe demnach bereits seit mehreren Wochen damit begonnen, Importe von russischem Öl zu reduzieren: „Die Mineralölwirtschaft in Deutschland hat bereits die Reduzierung von Importen an russischem Rohöl als auch an Mineralölprodukten, vorrangig Diesel, eingeleitet.“

Probleme für Dieselpreise: Nachfrage nach Heizöl ungewöhnlich hoch

Auch beim Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) hat man die extremen Preissteigerungen beim Diesel im Blick. Ein Sprecher des ADAC äußert sich im Handelsblatt-Bericht zu einem der Hauptprobleme. Die kurzfristige Beschaffung von Ersatz für den russischen Diesel sorgt für steigende Preise.

Tabelle zu kraftstoffpreisen
Die Kraftstoffwochendurchschnittspreise der vergangenen Monate. © ADAC e.V.

Verschärft wird die Situation durch die aktuell „hohe Nachfrage nach Heizöl“: „Das ist eigentlich saisonuntypisch aber offenbar kaufen die Leute derzeit Heizöl, weil sie nicht wissen, wie es im kommenden Winter wird.“

Steigende Preise für Diesel: Experte über vorzeitige Reaktion des Westens

Rohstoff-Analyst Ulrich Leuchtmann sieht zudem „eine moralisch motivierte Vorwegnahme der möglichen westlichen Sanktionspolitik durch die Abnehmer von Erdöl“ als Ursache für steigende Spritpreise, insbesondere beim Diesel. Man habe bereits sehr früh die Erwartung gehabt, „dass die westlichen Länder auch die Ölexporte sanktionieren könnten“.

Laut Leuchtmann hätten russische Ölproduzenten zuletzt immer stärker mit Abnahmeproblemen zu kämpfen gehabt. Immer weniger Länder wollten ihr Öl. Wie der Bericht deutlich macht, war Deutschlands Abhängigkeit von russischem Öl allerdings zuletzt im „internationalen Vergleich zuletzt besonders stark ausgeprägt“.

Ukraine-Krieg treibt Dieselpreis: Kosten für ein Brent-Barrel kurz vor Allzeithoch

Laut einer Statistik des ADAC kamen gut ein Drittel des hierzulande bezogenen Rohöls aus Russland. Mit dem Ukraine-Krieg und den vollzogenen Sanktionen wirkt diese Abhängigkeit nun auf die Spritpreise extrem preistreibend – gerade beim Diesel.

Brent-Barrel

Laut Definition ist Brent die für Europa wichtigste Rohölsorte. Es stammt aus der Nordsee zwischen den Shetlandinseln und Norwegen. Barrel ist die Einheit für Rohöl. Es handelt sich um ein historisches Fass mit 159 Litern.

Der Preis für ein Brent-Barrel ist inzwischen noch deutlich höher gestiegen: Durch die offenen Diskussionen über einen möglichen Importstopp von russischem Öl, legte der Preis zu Wochenbeginn nochmal zu. Laut Handelsblatt stieg er in der Nacht zum Montag zeitweilig auf 139 Dollar. „Damit näherte er sich sogar seinem Allzeithoch von 150 Dollar aus dem Jahr 2008 an“. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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