Ab Juli 2023

Girokarte: Millionen Bankkunden müssen sich auf Neuerung einstellen

Mastercard - Gebührensenkungen
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Für Kunden von Mastercard stehen Änderungen an.

In Zukunft dürfen bestimmte Bankkarten nicht mehr an Kunden herausgegeben werden. Aber warum? Und was ändert sich genau?

Dortmund – Ein roter und ein blauer Kreis, die sich überlappen: Das Maestro-Logo haben wohl die meisten Bankkunden schon einmal gesehen. Aber bald verschwindet es von den Bankkarten, berichtet RUHR24*.

UnternehmenMastercard
Gründung16. Dezember 1966, USA
Kundenservice0800 8191040

Änderungen für Bankkunden: Das steckt hinter der Kreditkarte mit „Maestro“

Was ist überhaupt „Maestro“? Dahinter steckt ein Kartendienst des US-Unternehmens Mastercard. Mit der Maestro-Funktion können deutsche Girokartenkunden im Ausland Geld abheben oder mit der Karte zahlen. Ein Konkurrent von Maestro ist das V-Pay-System von Visa. In der Regel sind deutsche Bankkarten mit einem der beiden Logos ausgestattet.

Allerdings sollen Karten mit Maestro-Funktion ab dem 1. Juli 2023 nicht mehr ausgegeben werden. Alte Karten sollen ihre Gültigkeit bis zum individuellen Ablaufdatum behalten. Außerdem weist Mastercard darauf hin, dass Banken ihre Kunden möglicherweise auch schon vor diesem Stichtag mit neuen Karten ausstatten können. Aber warum das ganze?

Maestro-Zeichen verschwindet von Girokarte: Das müssen Kunden jetzt wissen

Girokarten mit dem Maestro-Symbol haben laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) einen entscheidenden Nachteil: Man kann sie in den meisten Fällen nicht zum Online-Shopping nutzen. Hier ist neben Diensten wie Paypal, der aktuell von einer Betrugsmasche betroffen ist*, die Kreditkarte gängiger. Deutsche Verbraucher haben deshalb meistens zwei Karten. Eine Girokarte zum Geld abheben und täglichem einkaufen, und eine Kreditkarte für das Zahlen online.

Mit der Abschaffung des Dienstes Maestro könnte Mastercard eigene Debit- und Kreditkarten in Umlauf bringen wollen. Das vermutet zumindest David Riechmann, Referent für Bank- und Kapitalmarktrecht bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: „Und wenn die Kunden diese beim Onlineshopping nutzen, muss der Handel dafür Gebühren an die Unternehmen zahlen.“

Experten vermuten außerdem, dass Visa bald nachziehen und seinen Dienst V-Pay ebenfalls abschaffen könnte, wie finanz-szene.de berichtet. Welche Möglichkeit bleibt dann noch für Banken und deren Kunden (mehr Service-News* bei RUHR24 lesen)?.

Debitkarte - was sind eigentlich die Vor- und Nachteile?

Eine Debitkarte erlaubt es Verbrauchern, weltweit Geld abzuheben, sowie in Geschäften und online zu bezahlen. Sie vereint sozusagen die Kredit- und Girokarte. Das Konto wird beim Bezahlen allerdings sofort belastet, bei gängigen Kreditkarten dagegen meistens erst im Folgemonat.

Die Debitkarte gewährt also keinen Kredit. Ebenso akzeptieren nicht alle Geschäfte Debitkarten. Bei kleineren Einzelhändlern etwa könnte es derzeit noch zu Problemen kommen.

Girokarte wird abgeschafft? Diese Möglichkeiten haben Banken und Nutzer

Es ist nicht ausgeschlossen, dass Banken die Girokarte in Zukunft komplett abschaffen und ausschließlich auf Debitkarten oder Kreditkarten setzen. Die Deutsche Kreditbank DKB hat diesen Schritt beispielsweise schon angekündigt und stellt knapp fünf Millionen Kunden nur noch eine Debitkarte zur Verfügung.

Video: Überweisung, Lastschrift und Kreditkarte – wenn plötzlich das Geld weg ist!

Diese Lösung ist zwar unkompliziert, für die Banken aber ein erheblicher Nachteil. Denn die Einnahmen aus Kartengebühren würden so direkt an US-Konzerne fließen. Eine Mischform aus der bekannten Girokarte und der Debitkarte ist auch möglich, die Sparkasse etwa bietet so eine bereits mit ihrer Sparkassen-Card an. Die Karte ist eigentlich eine Girokarte, hat aber dennoch die 16-stellige Nummer sowie Prüfziffer und Ablaufdatum. Daten, die man fürs Onlineshopping braucht. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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