Rückruf im Nachbarland

Ikea nimmt weltweit ein Lebensmittel aus den Regalen - und geht in der Schweiz noch ein Stück weiter

Ein Kunde mit Frühstück in der Restaurant-Abteilung einer Berliner Ikea-Filiale.
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Frühstücken bei Ikea - jetzt allerdings nicht mehr mit „Flerkorn“-Knäckebrot.

Sind in einer bei Ikea angebotenen Brotsorte möglicherweise Pestizide? Der Möbel-Gigant geht auf Nummer sicher - und in der Schweiz besonders.

  • Ikea hat die Brotsorte „Flerkorn“ weltweit aus dem Sortiment genommen.
  • Das Knäckebrot könnte möglicherweise mit einem Pestizid belastet sein.
  • Im Nachbarland Schweiz gilt für das Produkt allerdings ein Rückruf*.

Hofheim - Ikea hat ein Mehrkorn-Knäckebrot in Deutschland* und der Welt aus dem Handel genommen. Man habe sich Ende Dezember entschlossen, den Verkauf der Sorte „Flerkorn“ in der 250-Gramm-Packung in allen Filialen zu stoppen, teilte eine Sprecherin von Ikea Deutschland auf dpa-Anfrage mit.

Zuvor hatten einige skandinavische Medien über die Maßnahme berichtet. Der Ikea-Sprecherin zufolge enthielt das Produkt eine geringe Menge an Sesamsamen, die möglicherweise Rückstände eines Pestizids aufwiesen, das wiederum das Gas Ethylenoxid enthält. Eine Lebensmittel-Gesundheitsgefahr für Verbraucher* bestand bei „Flerkorn“ demnach nicht.

Der Verkaufsstopp sei mit der zuständigen Behörde im Ikea-Heimatland Schweden* vereinbart worden, erklärte die Sprecherin. Die Entscheidung der Behörde gelte für alle EU-Märkte. Berichte, dass Kunden negative gesundheitliche Folgen durch den Verzehr beobachtet hätten, habe Ikea nicht erhalten.

Rückruf bei Ikea in der Schweiz: „Potenzielle Gesundheitsgefährdung“

Das Portal produktrueckrufe.de weist in dem Zusammenhang auf das Nicht-EU-Land Schweiz hin. Hier habe Ikea einen Anlass für einen Rückruf* für das „Flerkorn“-Knäckebrot gesehen (Pressemitteilung als Pdf). Demnach bestehe „bei langfristiger und wiederholter Aufnahme eine potenzielle Gesundheitsgefährdung und es wird empfohlen, die Produkte nicht zu konsumieren.“ Sie könnten in den Filialen abgegeben werden, der Kaufpreis werde erstattet.

Als „doch recht unerwartet“ beurteilt das Portal diesen Rückruf, da Ikea „aufgrund bisheriger Erfahrungen“ seinen Umgang mit Produktsicherheit und vorsorglichem Verbraucherschutz bewiesen habe. Der Tipp, der sich ganz auf Rückrufe konzentrierenden Mitarbeiter: Die für den eigenen Wohnort zuständige Lebensmittelüberwachungsbehörde kontaktieren, falls man sich unsicher ist, ob ein Lebensmittel Sesam enthält.

Trotz der Corona-Krise* hat Ikea nach eigenen Angaben seinen Umsatz im wichtigsten Einzelmarkt Deutschland gehalten - mit einem Plus von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insbesondere im Shutdown habe der steigende Online-Umsatz die Ausfälle in den bundesweit 54 Möbelhäusern und Restaurants mehr als ausgeglichen. (frs) *Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

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