Produkte von Aldi, Lidl und Co.

Räucherlachs bei Öko-Test: Nur ein Fisch ist empfehlenswert

Öko-Test hat Räucherlachs untersucht. Das Ergebnis lässt bis auf wenige Ausnahmen zu wünschen übrig. In einigen Produkten konnten abgestorbene Würmer nachgewiesen werden.

Dortmund – Nach dem großen Lachs-Test von Stiftung Warentest, hat sich nun auch Öko-Test* den beliebten Speisefisch vorgenommen. Anstatt Filets aus der Tiefkühltruhe wurde diesmal jedoch Räucherlachs ins Labor geschickt – denn gerade zu Weihnachten und Silvester landet Räucherlachs in vielen Haushalten als Delikatesse auf dem Teller. Verbraucher sollten beim Kauf allerdings genau hinsehen, denn nicht alle Produkte sind zu empfehlen, berichtet RUHR24*.

Verbraucher­magazin:Öko-Test
Hauptsitz:Frankfurt am Main
Chefredakteur und Geschäftsführer:Hans Oppermann
Verkaufte Auflage:112.433 Exemplare
Reichweite:1,20 Mio. Leser

Lachs im Test: Öko-Test vergibt nur einmal die Note „sehr gut“ – die Testsieger

Während bei Stiftung Warentest vor allem billiges Lachs-Filet von Lidl oder Aldi überzeugen konnte, kam Öko-Test zu anderen Ergebnissen. Von insgesamt 15 Räucherlachsen aus Aquakultur und fünf geräucherten Wildlachsen konnte nur ein Produkt überzeugen. Zwei weitere schnitten mit „gut“ ab, darunter auch ein Billig-Produkt vom Discounter. Auffällig ist jedoch: Alle Testsieger sind Wildlachse, kein Fisch aus einer Aquakultur bekommt eine gute Bewertung.

Das sind die Testsieger der Lachs-Untersuchung von Öko-Test:

  • Gottfried Friedrichs: Friedrichs Kodiak Wildlachs, Preis: 6,99 Euro/100 Gramm, Bewertung: keine kritischen Inhaltsstoffe, aber Blutergüsse erkennbar, Note: sehr gut
  • Norma (Arctic Seafood): Fjord Krone Sockeye Wildlachs, Preis: 2,53 Euro/100 Gramm, Bewertung: keine kritischen Inhaltsstoffe, aber ungleichmäßig gesalzen, Note: gut
  • Followfood: Followfish Sockeye Wildlachs, Preis: 7,72 Euro/100 Gramm, Bewertung: keine kritischen Inhaltsstoffe, aber sehr salzig und tranig sowie trockene Konsistenz, Note: gut
  • Das gesamte Testergebnis gibt es bei Öko-Test zum Nachlesen (Bezahlartikel)

Lachs-Test: Räucherlachs von Aldi, Lidl und Edeka unter den Verlierern

So wenig erfreulich das Testergebnis ist, so überraschend ist es auch. Denn auch wenn es nur einen Lachs mit Note „sehr gut“ und zwei weitere mit der Bewertung „gut“ gibt, fällt dennoch kein Räucherfisch im Test durch.

Das schlechteste Ergebnis ist im Lachs-Test ist „befriedigend“. Diese mittelmäßige Note wurde jedoch 17 Mal vergeben, darunter auch Lachs von Aldi, Lidl, Rewe oder Edeka. Auch einige Bio-Unternehmen haben nur mittelmäßig mit ihrem Räucherlachs abgeschnitten.

Zu kritisieren hatte Öko-Test dabei im Fisch-Test einiges. Einige Laborfunde verderben dabei auch deutlich den Appetit. Zwar lautet eine erste Einschätzung von Öko-Test: „Inhaltsstoffe meist topp, Geschmack na ja. Tierwohl? Längere Geschichte“. Heißt konkret: Immerhin konnte das Verbraucherportal keine bedenklichen Inhaltsstoffe wie krebsverdächtiges Futterkonservierungsmittel Ethoxyquin, Krankheitserreger wie Salmonellen oder Schwermetalle und Antibiotika nachweisen.

Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat Lachs getestet. Ein Billig-Produkt ist unter den Testsiegern.

In drei Wildlachsen fanden die Tester allerdings sogenannte Nematoden. Das sind kleine abgestorbene Würmer beziehungsweise Parasiten, die die Fische selbst über die Nahrung aufnehmen und die sich dann im Magen-Darm-Trakt ansiedeln. Sie sind zwar eklig, für den Menschen jedoch gesundheitlich unproblematisch. Von Öko-Test gab es dennoch für den Ekel-Fund Punkteabzug (mehr Testberichte* bei RUHR24).

Lachs im Test: Produkte mit bitterem Beigeschmack - Tierwohl leidet

Schlecht sah es bei den Produkten auch in Sachen Tierwohl aus. Öko-Test hat dafür den Herstellern einen umfangreichen Fragebogen geschickt und Belege für die entsprechenden Angaben über nachhaltigen Fischfang einzufordern. Beispielsweise wollten sie wissen, ob sich der genaue Fangort nachvollziehen lässt oder wie der Lachs geschlachtet wird.

Im Durchschnitt schnitten dabei die Hersteller oder Vertreiber von Wildlachs deutlich besser ab. Sie konnten die Lieferketten vom Zuchtbetrieb bis hin zum fertigen Räucherlachs lückenlos belegen. Anders sah es bei Lachs aus Aquakultur aus. Unter anderem werden hier die Fische nicht artgerecht gezüchtet und der Weg zu Schlachtung verläuft eher leidvoll.

Allerdings ist eine artgerechte Haltung von Lachs per se nahezu unmöglich, da es sich bei einem Lachs um einen Wanderfisch handelt. Er legt in seiner natürlichen Umgebung also tausende Kilometer in seinem Leben zurück. *RUHR24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Ildi Papp/dpa/Zoonar, Collage: RUHR24

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