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Maulwurf im Garten vertreiben – Tier muss nicht bekämpft werden

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Von: Julian Kaiser

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Maulwürfe im Garten können sich als echte Plagegeister erweisen. Um sie schonend loszuwerden, gibt es einfache Tricks. So bleiben die Tiere unverletzt.

NRW – Gartenbesitzer kennen das Dilemma: Eigentlich will man den Maulwürfen nichts tun, andererseits sorgen die unästhetischen Maulwurfshügel schnell dafür, dass aus dem gepflegten Rasen des heimischen Gartens eine regelrechte Buckelpiste voller Stolperfallen wird. Wem die Tiere ein echter Dorn im Auge sind, kann sie dank einfacher Tricks vertreiben – schonend wohlgemerkt, weiß RUHR24.

Europäischer MaulwurfSäugetier aus der Familie der Maulwürfe innerhalb der Ordnung der Insektenfresser
Wissenschaftler NameTalpa europaea
ErhaltungszustandUngefährdet (stabil)

Maulwürfe sind vielen Gartenbesitzern ein echtes Ärgernis – Tiere stehen unter Naturschutz

Das Wichtigste vorweg: Maulwürfe sind laut dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) „ausdrücklich per Gesetz geschützt“. Wie der Ndr berichtet, stehen sie seit 1988 in Deutschland unter Naturschutz.

Sie zu jagen, zu fangen, zu verletzen oder gar zu töten, ist ohne eine Sondergenehmigung der Naturschutzbehörde also streng verboten, berichtet auch tag24. Bei Zuwiderhandlungen droht gar ein schmerzhaft hohes Bußgeld, das je nach Bundesland sogar bis zu 50.000 Euro betragen kann.

Demzufolge ist es untersagt, die Lebensweise der fast blinden Maulwürfe zu stören, dazu gehört auch die Ruhe- und Fortpflanzungsstätten unter der Erde zu zerstören. Auch ihre weit verzweigten Tunnellabyrinthe anzurühren, die laut dem Ndr bis zu 2.000 Quadratmeter groß sein können, ist somit tabu. Wer Maulwürfe im Garten hat, könne sich vielmehr freuen, erklärt der Nabu.

Maulwürfe bringen laut Nabu diverse Vorteile mit sich – sie helfen bei der Schädlingsbekämpfung

Schließlich zeige ihre Anwesenheit, „dass der Boden gesund ist und es zahlreiche Kleinlebewesen im Boden gibt, die Nahrungsgrundlage der Maulwürfe sind“. Laut dem Nabu stehen Regenwürmer, Raupen und auch Schädlinge im Garten wie Engerlinge, Schnecken oder Schnarkenlarven auf dem Speiseplan des Maulwurfs.

Ein weiterer Vorteil eines Maulwurfs im Garten: Er hält „dank seines Revierverhaltens“ Wühlmäuse fern, weiß 24garten. Ebenso eigne sich die aufgeworfene Erde perfekt für Früh- und Hochbeete sowie für Kübel.

Gartenbesitzer sind Maulwürfen nicht schutzlos ausgeliefert – einfache Tricks halten ihn fern

Besonders in der Paarungszeit zwischen Januar und März oder bei der Suche nach einem eigenen Revier im Sommer sind viele Gärten von den kleinen Erdhügeln übersät. Und obwohl sein Nutzen für den Garten unbestreitbar ist, wird der Maulwurf von vielen Gartenfreunden eher als ungeliebter Gast gesehen, dem man wegen der erwähnten gesetzlichen Vorgaben nicht zu sehr auf die Pelle rücken darf.

Doch das heißt nicht, dass man dem fröhlichen Erdaufschütten des kleinen Arbeiters tatenlos zuschauen muss. Laut Nabu kann man dank folgender Maßnahmen die kleinen Säugetiere aus dem eigenen Garten fernhalten, ohne sie zu verletzen oder durch den Einsatz von Chemie oder Fallen gar zu töten. Jede Methode hat dabei ihre Vor- und Nachteile.

Geräusche und Erschütterungen halten Maulwürfen fern – Betrieb auf dem Rasen hilft

Wer regelmäßig Geräusche und Bewegung auf dem Rasen verursacht, kann dafür sorgen, dass die empfindlichen Tiere schnell von selbst das Weite suchen. Laute Geräusche, die beispielsweise von Hunden, spielenden Kindern oder auch vom Rasenmäher verursacht werden, sorgen für Erschütterungen im Erdreich.

Maulwürfe reagieren darauf fast schon allergisch. Für einen regelmäßigen Lärmpegel sorgen laut Nabu zudem leere Blechdosen, die an Metallstangen befestigt, in die Erde gesteckt und vom Wind in Bewegung gesetzt werden.

Windräder, Holzpfähle und Maulwurfsschrecks können Lärmpegel erhöhen

Eine weitere Empfehlung lautet, Holzpfähle in die Erdhaufen zu stellen und regelmäßig dagegen zu klopfen. Das dadurch entstehende Dröhnen in den Ohren sorge dafür, dass der Maulwurf schnell das Weite sucht. Laut 24garten sollen auch kleine Windräder für Kinder helfen, sofern sie in die Maulwurfshügel gesteckt werden.

Auch Maulwurfsschrecks sollen die Tiere vertreiben. Die kleinen Geräte verursachen zwar störende Schwingungen und Töne im Boden, müssten allerdings in größerer Zahl aufgestellt und dazu auch noch „regelmäßig umgesetzt werden“. Ein Nachteil: Die Geräusche des Gerätes könne andere Tiere und andere Menschen stören.

Ein Maulwurf auf einem Maulwurfshügel.
Maulwürfe sind eigentlich nützlich, doch vielen Gartenbesitzern ein Dorn im Auge. © Ondrej Prosicky/Imago

Geruch und Barrieren – Stinkender Sud in den Gängen und Maulwurfsgitter können helfen

Sofern „in kleinen Mengen in die Gänge geträufelt“, könne auch ein „Sud aus Lebensbaumnadeln, Holunder oder Knoblauch“ die Tiere fernhalten, erklärt der Nabu. Der Geruch ist für Maulwürfe ein echtes No-Go. Laut dem Ndr halte auch der Duft einer Kaiserkrone, deren Blätter und Knollen für Menschen allerdings giftig sind, Maulwürfe ab.

Ein Maulwurfsgitter oder -vlies im Rasen oder Beet soll verhindern, dass sich die Tiere nach oben durchgraben können. Dies sei jedoch bei großen Grundstücken „eine teure Angelegenheit“, berichtet der Nabu. Laut 24garten fallen derartige Gitter aber auch schnell nagenden Wühlmäusen zum Opfer.

All die erwähnten Maßnahmen führen in der Regel erst nach einem längeren Zeitraum zum Erfolg, berichtet tag24. Man benötige also viel Geduld, wenn man Maulwürfe vertreiben will. Außerdem solle man sich gut überlegen, ob man wirklich auf einen Feldzug gegen die Nützlinge gehen will, schließlich könne man „von dessen Vorteilen profitieren“.

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