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Saturn und Media Markt in der Krise: Die Folgen treffen auch Kunden

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Von: Julian Kaiser

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Die Inflation und die gestiegenen Energiepreise gehen an Media Markt und Saturn nicht spurlos vorbei. Kunden müssen zukünftig auf Rabatte verzichten.

NRW – Kunden, die gerne bei Elektrowarengeschäften wie Saturn und Media Markt auf Schnäppchenjagd gehen, müssen sich zukünftig auf höhere Preise einstellen. Schuld daran ist die Inflation, die mittlerweile bei 7,5 Prozent liegt. Ceconomy, der Düsseldorfer Mutterkonzern der beiden bekannten Marken, kündigte nun konkrete Maßnahmen an, auf die sich Kunden einstellen müssen. Wie RUHR24 berichtet, werden diese vor allem Rabattjägern kaum schmecken.

CeconomyInternationaler Handelskonzern
SitzDüsseldorf
Mutterkonzern vonSaturn, Media-Markt und Deutsche Technikberatung
Gründung1996 (in heutiger Form 2017)

Mutterkonzern von Media Markt und Saturn immer höher verschuldet

Es gab schon bessere Zeiten für die vom Filialsterben betroffenen Elektronikhändler Saturn und Media Markt. Denn Ceconomy verbrennt mittlerweile täglich Geld, die Verschuldung stieg laut der Welt „um fast eine Milliarde Euro auf 2,5 Milliarden Euro“.

Der Aktienkurs fiel seit Jahresbeginn von rund vier auf mittlerweile rund 1,85 Punkte (Stand 11. August). Im dritten Quartal muss Ceconomy bereits einen gestiegenen Verlust von 76 Millionen auf 95 Millionen Euro verzeichnen (mehr Service auf RUHR24).

Inflation, Energiekrise und verändertes Konsumverhalten bereiten Ceconomy Sorgen

Zu den Auswirkungen der Inflation gesellen sich die gestiegenen Energiepreise. Auf eine mögliche Gas-Knappheit sollen die Märkte durch Notfall-Teams vorbereitet werden.

Damit das Verkaufspersonal und die Kunden im Winter in den einzelnen Geschäften nicht eisiger Kälte ausgesetzt sind, sollen diese, sofern mit Erdgas beheizt, mit zusätzlichen Elektroheizungen ausgestattet werden. Auch gebe es Überlegungen, die Verkaufsflächen in diesem Fall zu verkleinern.

Nicht nur der Lebensmitteleinkauf ist für Verbraucherinnen und Verbraucher laut HNA spürbar teurer geworden. Auch beim Kauf von Mobiltelefonen, Fernsehern oder weißer Ware werden Kunden zukünftig tiefer in die Tasche greifen müssen. Die Kostenstrukturen sollen angesichts rückläufigen Konsumverhaltens verändert werden.

Bei Media Markt und Saturn sollen Rabattaktionen nach Verkaufsstart neuer Produkte wegfallen

Heißt konkret: Um auf die durch den Ukraine-Krieg gestiegenen Preise der Lieferanten reagieren zu können, wollen die Elektronikhändler Saturn und Media Markt vorerst auf gewohnte Rabatte direkt nach dem Verkaufsstart von Produkten verzichten. Handys und Fernseher werden dadurch nicht mehr so schnell billiger, wie gewohnt. Ob das bei den Kunden gut ankommt?

Schließlich seien diese laut Karsten Wildberger, Chef des Mutterkonzerns Ceconomy, ohnehin „mit Blick auf die anhaltend hohe Inflation, drastisch steigende Energiekosten und eine mögliche Gaskrise vorsichtig“. Als Folge habe sich seit Juni das Konsumklima „weiter spürbar eingetrübt“, wenngleich die Zurückhaltung eher das „untere und mittlere Segment“ betreffe, erklärt Finanzvorstand Florian Wieser.

Geschäfte der Elektronikhändler Media Markt und Saturn
Bei Media Markt und Saturn sollen Rabatte nach Verkaufsstart neuer Produkte wegfallen © Sven Simon/Imago; Joko/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24

Elektronikhändler setzen Hoffnung auf Attraktivität von energiesparender weißer Ware

Dennoch ist die aktuelle Krisenstimmung mit einem Hoffnungsschimmer verbunden: Denn Ceconomy hofft, dass die mitunter finanziell gebeutelten Kunden mit Blick auf die gestiegenen Energiepreise verstärkt sparsame weiße Ware kaufen.

Statt Unterhaltungselektronik, um die laut Welt derzeit eine regelrechte Werbeschlacht tobe, sollen nun stromsparende Haushaltsgeräte wie Kühlschränke, Waschmaschinen und Trockner den Umsatzverlust von Media Markt und Saturn abfedern. Hier könnten die gestiegenen Energiepreise gar zusätzliche Verkaufsimpulse auslösen, berichtet Chip.

Ceconomy stemmt sich gegen die Wirtschafts- und Energiekrise

Zwar habe man in der Unternehmensführung „alle Kräfte mobilisiert, um die Wirtschafts- und Energiekrise zu bewältigen“, erklärt Karsten Wildberger. Dennoch sorgt die schwächer werdende Nachfrage in Deutschland und die düstere Umsatzprognose beim Konzernchef mit großer Wahrscheinlichkeit für regelmäßiges Stirnrunzeln.

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