1. meine-anzeigenzeitung
  2. Leben
  3. Verbraucher

Obi streicht langjährigen Service und will damit Umwelt schützen

Erstellt:

Von: Julian Kaiser

Kommentare

Um sich in Zukunft digitaler aufzustellen, hat sich Obi für einen radikalen Schritt entschieden. Für viele Kunden ändert sich der Einkauf im Baumarkt.

NRW – Kundinnen und Kunden, die den bisher regelmäßig erscheinenden Obi-Prospekt zur Inspiration für neue Einrichtungsideen genutzt haben, müssen jetzt ganz stark sein. Wie RUHR24 berichtet, hat der Marktführer hat das Ende der Print-Beilage verkündet. Mit Blick auf die allgemein fortschreitende Digitalisierung, den Umweltschutz und den Service ist diese Entscheidung ein echter Meilenstein, der den Baumarkt-Alltag für die Kunden und Mitarbeiter verändern wird.

Obieuropaweit tätige Baumarkt-Handelskette
HauptsitzWermelskirchen
Gründung1970

Obi: Baumarkt setzt Prospekten ein Ende und treibt Digitalisierung voran

Wer durch die historische, weil letzte Ausgabe des Obi-Prospekts blättert, wird paradoxerweise die Erklärung dafür vorfinden, weshalb der Blätterspaß bald ein Ende findet. Im Rahmen dieser letzten Print-Beilage fährt der Baumarkt eine breit angelegte Medienkampagne und versucht, sich als ein digitaler Markt der Zukunft zu profilieren (mehr Service auf RUHR24).

Der Konzern will mit ganzseitigen Printanzeigen in der Zeit oder der FAZ am 23. und 24. Juni oder mit Funkspots sowie Online-Werbung über die digitalen Möglichkeiten beim Verkauf von Möbel- und Gartenprodukten informieren. Dadurch sollen die Kunden jene Neuerung im Idealfall besser nachvollziehen, die ihren Einkauf wohl nachhaltig beeinflussen wird.

Obi: Baumarkt will Papier sparen und die Umweltbelastung verringern

Apropos Nachhaltigkeit: Diesen Aspekt führt Obi als einen der Hauptursachen für die Entscheidung gegen eine Zukunft des Werbeprospekts an. Auf Nachfrage des Baumarkt Managers erklärt Obi CEO Sergio Giroldi, dass man durch das Ende des nationalen Prospekts „viel Papier und damit einhergehend Energie, Chemie, Holz und Wasser“ sparen werde. Dies sei „ein verantwortungsvoller und nachhaltiger Schritt im Sinne der Umwelt“.

Man sei zudem „künftig nicht mehr in der Lage, einen Prospekt zu drucken“, erklärte Christian von Hegel, Obi Managing Director Corporate Marketing. Print sei „kein Kanal der Zukunft.“ Angesichts der Zahlen wird die Tragweite der Umstellung deutlich. Schließlich lag die wöchentliche Auflage des Prospektes in Deutschland und Österreich laut Obi bei rund 11,5 Millionen.

Obi: Papiermangel und -knappheit beschleunigen die Digitalisierung

Die gestiegenen Papierpreise und die Papierknappheit, die sich auch auf andere Wirtschaftszweige auswirken, hätten die einschneidende Veränderung der Kundenkommunikation noch beschleunigt, bestätigt Christian van Hegel gegenüber dem Baumarkt Manager. Konkret bewirkt diese Transformation eine Abkehr von einem Massenprodukt hin zu einer digitalisierten Informations- und Beratungsquelle in Form der „heyObi App“.

Laut der Lebensmittel Zeitung können Kunden über die „heyObi“ schon vor dem Gang in den Baumarkt ihr Projekt über eine digitale Pinnwand anlegen und mit Obi-Mitarbeitern direkt Kontakt aufnehmen. Hinzu kommen weitere Services, wie eine Produkt-Navigation in den Obi-Märkten und die Vermittlung von Handwerkern.

Kunden müssen sich bei Obi auf eine einschneidende Veränderung gefasst machen.
Obi setzt zukünftig auf eine verstärkte Digitalisierung. © Donat Sorokin/ITAR TASS/Imago

Obi: Kunden sollen „heyObi-App“ zukünftig stärker nutzen

Nicht nur die Papierknappheit, sondern auch „das sich in den vergangenen Jahren stark verändernde Konsum- und Informationsverhalten der Verbraucher“ sei laut Lebensmittel Zeitung maßgeblich für die Entscheidung des Konzerns gewesen, sich vom Werbe-Prospekt zu verabschieden. Durch die digitale Kommunikation wolle man die Kunden individueller ansprechen und die „vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung“ gezielt nutzen, um letztlich vor allem 30 bis 40-jährige Kunden zu gewinnen.

Geht es nach dem Baumarkt-Riesen, dann sollen diese Neu- sowie die Bestandskunden beim Gang durch Obi-Märkte häufiger den Blick auf die „heyObi-App“ werfen. Gleichbedeutend mit einem etwaigen Aus von Radio- und TV-Werbung sowie dem Ausschluss älterer Kunden sei der Schritt in den digitalen Verkaufskosmos aber nicht, ist sich Christian von Hegel sicher. Wer allerdings lieber etwas Haptisches wie einen Prospekt in der Hand hält, schaut bei Obi schon bald in die Röhre.

Auch interessant

Kommentare