Festessen mit Folgen

Unsichtbare Gefahr bei Raclette-Geräten: Tödliche Folgen für Haustiere

Raclette gehört zu den beliebtesten Festessen an Silvester. Doch immer wieder sterben dadurch Haustiere. Welche Tiere sind bedroht? Und warum ist der Raclette-Abend für sie so gefährlich?

Deutschland – Das Jahresende feiern viele Menschen gerne bei einem netten Raclette-Essen: Geschmolzener Käse, brutzelnder Speck und Silberzwiebeln – was dabei alles auf und unter den Grill kommt, bleibt jedem selbst überlassen. Zusätzliches Fett wird bei modernen Raclette-Geräte dabei kaum noch gebraucht: Glatte Anti-Haft-Beschichtungen machen es möglich. Doch wie RUHR24* weiß, lauert genau hier eine tödliche Gefahr für manche Haustiere.

GerichtRaclette
HerkunftSchweiz
beliebte ZutatenRaclettekäse, Schinken, Salami, Speck, kleingeschnittenes Gemüse, sauer eingelegtes wie Gürkchen oder Silberzwiebeln

Raclette: Beliebtes Silvester-Essen birgt tödliche Gefahr für Haustiere

Gefährlich wird es, sobald der Raclette-Grill angeheizt wird: Denn ab Temperaturen von 220 Grad beginnen laut des tierärztlichen Fachportals wir-sind-tierarzt.de mit Teflon (Polytetrafluorethylen) beschichtete Oberflächen, den für einige Tiere extrem giftigen Stoff Fluorphosgen freizusetzen. Was für Menschen, aber auch Hunde und Katzen, in der Regel ungefährlich ist, kann besonders für Ziervögel grausam enden.

Die giftigen Dämpfe verursachen laut der Experten bei Papageien, Wellensittichen oder auch Kanarienvögeln zunächst oberflächlichen Zellschäden, Schmerzen und Rötungen durch Entziehen des Wassers aus dem Gewebe. Anschließend komme es zu tiefen Verätzungen. In der Regel sterben die Vögel dann bereits wenige Minuten nach Einatmen des Fluorphosgens (auch Carbonylfluorid).

Besonders fies: Selbst wenn der Vogel noch kurz weiterleben sollte, kann auch der eilig hinzugezogene Tierarzt dem vergifteten Tier nicht mehr helfen. Vergisst man den Vogelkäfig beim Raclette-Abend also in ein anderes Zimmer zu setzen, endet der für die bunten Haustiere schnell tödlich (weitere Warnungen* auf RUHR24).

Für Ziervögel wie Wellensittiche birgt das beliebte Silvester-Essen Raclette eine tödliche Gefahr.

Raclette an Silvester: Vogelbesitzer sollten auf Teflonbeschichtung verzichten – es droht Gefahr

Türen zu dem Raum, an dem die gefiederten Tiere ihren Silvesterabend verbringen, sollten zudem fest verschlossen werden, sodass keine Dämpfe vom Raclette in den Raum ziehen können. Das hilft ganz nebenbei auch dabei, dass sich störender Raclette-Geruch, den man meist nur schwer wieder loswird*, nicht in der ganzen Wohnung verbreitet.

Wie inFranken.de berichtet, seien die Gase allerdings sehr flüchtig und könnten auch in verschlossene Zimmer gelangen. Wer ganz sicher gehen will, dass der geliebte Piepmatz den Raclette-Abend überlebt, sollte also besser ganz auf teflonbeschichtete Grillgeräte, Raclettes oder auch Pfannen verzichten und stattdessen auf Alternativen aus Gusseisen oder Keramik setzen. Denn auch von Teflonpfannen geht für die Tiere dieselbe Gefahr aus.

Tödliche Gefahr für Ziervögel: Atemnot und Nasenbluten am Raclette-Abend

Wie der Tierarzt Dr. Norbert Kummerfeld aus der Klinik für Heimtiere, Reptilien, Zier- und Wildvögel der TiHo Hannover in Leipzig gegenüber wir-sind-tierarzt.de erklärt, leiden die Tiere kurz vor ihrem Tod unter hochgradiger Atemnot, welche durch die Schnabelatmung erkannt werden kann. Außerdem hätten die Tiere in der Regel Nasenbluten.

Eine Untersuchung nach dem Tod der Tiere zeige dann das typische Bild der Teflonvergiftung mit massiven, flächigen Nekrosen an der Atemschleimhaut, ein hochgradiges Lungenödem und Lungenblutungen. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Franziska Gabbert/dpa

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