Corona-Pandemie

Neue Corona-Studie: Hier ist das Risiko sich mit dem Virus zu infizieren am größten

Wo ist das Risiko sich mit Corona zu infizieren am größten? Eine neue Studie gibt Aufschluss - auch das RKI ist ähnlicher Ansicht.

  • Eine neue Studie gibt Aufschluss über mögliche Übertragungswege des Coronavirus.
  • Besonders in einem Bereich infizieren sich viele Menschen.
  • Auch gemeinsame Autofahrten erhöhen das Risiko einer Corona*-Infektion.

Kassel – Die Corona-Neuinfektionen in Deutschland steigen sprunghaft. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Donnerstag, 05.11.2020, erstmals fast 20.000 Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag. Dabei gestaltet sich vor allem die Rückverfolgung der Kontaktpersonen schwierig. Dementsprechend ist es wichtig herauszufinden, wann und wie Ansteckungen erfolgen. Eine Studie aus Singapur gibt jetzt Aufschluss.

Wissenschaftler untersuchten Risikofaktoren für die Übertragung von Corona innerhalb und außerhalb eines Haushalts. Das teilt das DeutscheGesundheitsPortal mit. Im Zeitraum zwischen dem 23.01.2020 und dem 03.04.2020 wurden in der Studie 7.518 Kontaktpersonen von bestätigten Covid-19-Fällen ausgewertet.

KrankheitCovid-19
ErregerSARS-CoV-2
Erklärung zur Corona-Pandemie 11.03.2020

Neue Studie zu Corona: PCR-Test erkennt viele Diagnosen nicht

Dabei wurde zwischen zwei Gruppen unterschieden: Kontakte aus dem eigenen Haushalt (1.779 Personen) und Kontakte, die für mindestens 30 Minuten höchstens zwei Meter von einem Corona-Infizierten entfernt waren. Dazu zählten Kontakte auf der Arbeit (2.231 Personen) und im sozialen Bereich (3.508 Personen).

Während der Studie wurden die Personen stationär behandelt. Dabei mussten alle Teilnehmer für zwei Wochen in Quarantäne und wurden regelmäßig auf Covid-19-Symptome überprüft. Von den Kontaktpersonen wurden schließlich 188 positiv auf Corona getestet. Dabei wurde festgestellt, dass der PCR-Test (standardmäßiger Corona-Test) rund 62 Prozent der Diagnosen in der Studie nicht erkannte. 36 Prozent der Teilnehmer blieben ohne Symptome.

Corona-Studie: Die meisten Infektionen entstehen innerhalb des Haushalts

Insgesamt konnten die Wissenschaftler herausfinden, dass die meisten Corona-Infektionen in einem Haushalt entstehen. Besonders die Nähe zu anderen Personen und miteinander zu sprechen, würde das Risiko einer Infektion erhöhen. Außerhalb des Haushalts gelten vor allem der Kontakt zu mehr als einem Infizierten, mindestens 30 Minuten miteinander sprechen und gemeinsames Fahren im Fahrzeug als Risikofaktoren. Auch gemeinsame Mahlzeiten und die Nutzung des Badezimmers können ein Risiko darstellen.

Das Robert-Koch-Institut kommt in einer Untersuchung zu einem ähnlichen Ergebnis (Stand: Juli 2020). Die meisten Corona-Infektionen würden auf das familiäre und häusliche Umfeld zurückgehen. „Neben einzelnen spektakulären und bundesweit bekannt gewordenen großen Ausbrüchen sind es insbesondere Übertragungen im familiären und häuslichen Umfeld, die nicht unbedingt zu vielen Folgefällen führen und nur wenige Fälle pro Ausbruch aufweisen, aber offensichtlich sehr häufig vorkommen“, so das RKI.

Viele infizieren sich mit Corona im Haushalt an. (Symbolbild)

Corona: Alten- und Pflegeheime stehen an zweiter Stelle

Im Schnitt stecken sich hier 3,2 Personen mit dem Coronavirus an. Demnach bleibt die Übertagung voraussichtlich nur innerhalb der Familie. An zweiter Stelle finden Corona-Infektionen in Alten- und Pflegeheime statt. Hier stecken sich im Schnitt fast 19 Personen an.

Auch in Geflüchtetenunterkünften sei die Ansteckungsgefahr mit durchschnittlich 21 Personen hoch. Wo Menschen also teils dicht zusammenleben, scheinen sich die Corona-Infektionen häufiger zu verbreiten. (Karolin Schaefer)*hna.de ist ein Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt/dpa

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