Hohes Bußgeld droht

Über „Gelb“ an der Ampel fahren – einen teuren Fehler kennt fast niemand

Die Fahrt über eine rote Ampel kann teuer werden. Wer es vorsätzlich macht, zahlt laut einem neuen Urteil sogar noch mehr.

Dortmund – Autofahrer, die sich nicht an die Verkehrsregeln halten, müssen mit Konsequenzen rechnen. Wer über die rote Ampel fährt, könnte zukünftig sogar noch stärker zur Kasse gebeten werden, weiß RUHR24*.

NameADAC
Rechtsformeingetragener Verein
Gründung24. Mai 1903 in Stuttgart

Über rote Ampel fahren: Für Autofahrer könnte es teurer werden

Denn ein Urteil des Kammergerichts (KG) Berlin könnte Anstoß für zukünftige Anpassungen im Bußgeldkatalog sein. Das Gericht hat im Sommer 2021 entschieden: Autofahrer, die weit vor der Ampel Gas geben, während diese bereits Gelb ist, begehen einen vorsätzlichen Rotlichtverstoß (KG Berlin, Urteil vom 24. Juni 2021, Az.: 3 Ws (B) 131/21). Auch bei einem neuen Verkehrsschild sollten Autofahrer genau hinsehen* und sich vor einem Bußgeld schützen.

Anlass war ein Fall in Berlin, bei dem genau das passiert ist. Ein Autofahrer ist demnach über eine Ampel gefahren, die schon beim Heranfahren von Grün auf Gelb umgeschaltet hat. Vor der Ampel hat der Pkw-Fahrer trotzdem nochmal Gas gegeben. Die Ampel schaltete bereits auf Rot, als das betroffene Auto noch zwei bis drei Wagenlängen von der Haltelinie entfernt war, wie ADAC berichtet. Pech für den Autofahrer: Zwei Polizeibeamte haben den Vorfall beobachtet.

Neues Urteil: Bußgeld könnte höher werden, wenn rote Ampel überfahren wurde

Wer bei Rot über die Ampel fährt, muss laut Bußgeldkatalog aktuell (Stand: 24. Januar 2022) grundsätzlich mit einem Bußgeld von rund 90 Euro rechnen. Autofahrer, die bei diesem Vergehen noch andere Personen verletzten oder einen Sachschaden verursachen, müssen tiefer in die Tasche greifen und knapp 200 Euro zahlen. Beides war beim Vorfall in Berlin nicht der Fall.

Trotzdem verurteile das Kammergericht den Autofahrer zu einer Geldbuße von 200 Euro. Laut Gericht stand fest, dass der Fahrer die Ampel gesehen haben musste, weil er sogar beschleunigt hatte, statt abzubremsen. So wollte er schnell vorwärtskommen und die Ampel noch überqueren, so das Gericht.

Autofahrer legt Beschwerde ein: Wird es teurer, die rote Ampel zu überfahren?

Der Mann legte allerdings Rechtsbeschwerde gegen das Urteil ein. Seine Argumente: Der Vorsatz sei nur bewiesen, wenn das Gericht feststellen könne, mit welcher Geschwindigkeit er sich der Ampel genähert hat und wann er bemerkt haben soll, dass die Ampel auf Gelb umschaltete.

Das Gericht hielt allerdings dagegen und gab an, es könne davon ausgehen, dass ein Autofahrer eine Ampel im Blick haben und somit auch sehen müsse, wann diese umschaltet. Ob der Autofahrer die Lage falsch eingeschätzt habe, müsse das Gericht demnach nur klären, wenn es dafür überhaupt Hinweise gebe.

Wer eine rote Ampel überquert, muss tief in die Tasche greifen.

Laut Gericht habe der Autofahrer das Rotlicht schlichtweg ignoriert und unabhängig von der Geschwindigkeit in Kauf genommen, die Haltelinie bei Rot zu überfahren.

Bußgeldkatalog: Hat das neue Urteil Auswirkungen?

Bei dem Autofahrer in Berlin lag beim Überqueren der roten Ampel also bedingter Vorsatz vor. Eine solche Kategorie ist bisher nicht im Bußgeldkatalog festgelegt, allerdings gibt es einige Begebenheiten, durch die das Überqueren einer roten Ampel teurer wird.

Könnte das Urteil aus Berlin zu einem neuen Eintrag im Bußgeldkatalog führen? Ausgeschlossen ist das nicht, denn der Katalog wird regelmäßig erneuert und die Summen angehoben*. Zuletzt wurden einige Bußgelder verdoppelt. Im Ausland sind Verstöße im Straßenverkehr* besonders teuer. So wurden auch in den Niederlanden und Österreich zuletzt Bußgelder erhöht. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Stefan Sauer/dpa; Collage: RUHR24

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