Ungeziefer

Silberfische tummeln sich in der Wohnung: So werden Sie die Schädlinge los

Silberfische können in größeren Gruppen in der Wohnung durchaus Schaden anrichten. So werden die die kleinen Plagegeister wieder los.

  • Silberfische fühlen sich in einer warmen und Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit wohl.
  • Die meisten Silberfischchen leben in Wohnungen und am liebsten im Bad oder Keller.
  • Es gibt effektive und leichte Wege, Silberfische in der eigenen Wohnung zu verhindern.

Offenbach - Sie sind klein, eklig und lichtscheu: Silberfische. Besonders gerne halten sie sich in einer warmen Umgebung mit einer hohen Luftfeuchtigkeit auf, gerade Badezimmer, Waschküchen und Keller gehören zu den liebsten Verstecken der Tierchen. Die silbrig schimmernden Kleintiere sind rund einen Zentimeter groß und mögen kein Licht. Deswegen krabbeln sie sich bei Tageslicht gerne hinter Fußleisten, losen Tapeten und in Ritzen, aus denen sie hervorkommen, sobald die Nacht beginnt.

Silberfische im Bad: Die nächtliche Begegnung ist ein Schock für Mensch und Silberfische

Womit weder Mensch noch Silberfisch rechnen, was aber schon viele Menschen erlebt haben, ist eine nächtliche Begegnung. Besonders gerne im Badezimmer, wenn der abendliche Toilettengang zum Schockmoment wird. Für beide. Die Fischchen, die genau gesehen natürlich keine Fische, sondern Insekten sind, scheuen das Licht und werden von plötzlicher Beleuchtung aufgeschreckt. Und auch Menschen sind beim unerwarteten Anblick der neuen Mitbewohner nur selten erfreut.

Silberfische sind scheue Wesen, die sich gerne in warmen Wohnungen tummeln (Symbolbild).

Das Wichtigste vorweg: Silberfischchen sind nicht wirklich gefährlich für die Gesundheit. Sie übertragen in kleinen Mengen keine Krankheiten, stechen nicht und beißen auch nicht. Wird die Population allerdings zu groß, dann können Silberfische Tapeten beschädigen und im schlimmsten Fall Lebensmittel verunreinigen.

Silberfische bekämpfen: Mit ein paar wenigen Hausmitteln kann man Silberfische effektiv loswerden

Deswegen sollte man einen Befall mit Silberfischen schnellst möglich eindämmen, zumal die Tierchen immer paarungsbereit sind und in wenigen Tagen rund 20 Eier legen. Da hilft es auch wenig, dass die kleinen Plagegeister Hausstaubmilben, tote Insekten und Schimmelpilze fressen.

Um Silberfischen in der Wohnung effektiv vorzubeugen, gibt es einige einfache Hausmittel, die jeder anwenden kann. Und sind die Fischchen erst einmal im Bad oder Keller angekommen, sind sie im Handumdrehen beseitigt.

Tipp 1: Silberfische lieben Luftfeuchtigkeit, gut Lüften hält die Tierchen fern

Silberfische lieben eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 75 Prozent. Gerade in Räumen ohne Fenstern staut sich feuchte Luft gerne. Aber auch Zimmer mit Fenstern können schnell eine zu hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen, wenn nicht regelmäßig und richtig gelüftet wird. Das deutsche Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN) rät von Dauerlüften bei gekippten Fenstern ab. Denn das ist nicht nur ein beliebter Stromfresser im Winter, sondern sorgt auch nicht für den richtigen Luftaustausch.

Die Schädlingsexperten des PAN raten von daher zum Stoßlüften oder noch besser Querlüften. Beim Stoßlüften wird ein Fenster für fünf bis zehn Minuten komplett geöffnet, beim Querlüften die Fenster zweier gegenüberliegender Räume für zwei bis fünf Minuten. Dadurch kann die Raumluft in kürzester Zeit gegen frische Luft ausgetauscht werden, dabei sorgt vor allem das Querlüften für einen effektiven Austausch von feuchter und trockener Luft. Nebenbei ist das Querlüften auch stromsparend im Winter, da die Heizungen nicht konstant neue Wärme generieren müssen.

Tipp 2: Wäsche sollte nie in fensterlosen Räumen getrocknet werden, damit Silberfische sich nicht zu wohl fühlen

Häufig steht das Wäschegestell in einem fensterlosen Raum wie zum Beispiel der Rumpelkammer. Das ist keine gute Idee, da sich die der Wäsche entweichende Feuchtigkeit in der Luft verteilt und sich in fensterlosen Räumen staut. Das zieht Silberfische nur so an, von daher ist es empfehlenswert, die Wäsche im Freien oder in einem gut gelüfteten Zimmer oder im Flur zu trocknen. Das hat außerdem den positiven Nebeneffekt, dass der Duft trocknender Wäsche einen hervorragenden Raumlufterfrischer abgibt.

Tipp 3: Das Badezimmer sollte immer gut getrocknet werden, um keine Silberfische anzulocken

Mal eben nach dem Duschen mit nassen Füßen auf die Badematte, dann schnell abtrocknen und raus aus dem Bad: keine gute Idee. Denn gerade in Fußmatten sammelt sich Feuchtigkeit und eine feuchte Badematte ist der beste Freund des Silberfischs. Es sollte immer darauf geachtet werden, dass die Badematte trocken bleibt und gegebenenfalls ausgetauscht wird. Das gilt auch für den Bademantel und das Duschhandtuch. Beide sollten im Freien oder in einem gut gelüfteten Raum getrocknet und nicht einfach im Bad hängen gelassen werden.

Beim Duschen verteilt sich außerdem kondensierendes Wasser und Wassertropfen an den Fliesen, in der Nasszelle und an der Duschkabine. Dieses Wasser sollte nach jeder Dusche mit einem Abzieher entfernt werden, da es ansonsten weiter verdampft und die Luft im Bad befeuchtet. Abzuraten ist von Duschvorhängen gerade in fensterlosen Badezimmern, da sich in ihnen Wasser sammelt. Das sorgt nicht nur für eine höhere Luftfeuchtigkeit und eine höhere Wahrscheinlichkeit, Silberfischen zu begegnen, sondern im schlimmsten Fall auch für einen Schimmelbefall.

Badezimmer ohne Fenster sollten möglichst häufig zum Flur offen stehen, damit feuchte Luft entweichen kann und frische, trockene Luft den Weg ins Badezimmer findet.

Tipp 4: Beim Verreisen alle Türen innerhalb der Wohnung offen lassen, ansonsten grüßen bei der Heimkehr die Silberfische

Wer verreist, sollte darauf achten, dass alle Türen in der Wohnung offen stehen, damit die Luft bestmöglich zirkulieren kann. Staut sich die Luft hingegen in geschlossenen Räumen, ist es gut möglich, dass bei der Heimkehr ein Begrüßungskomitee aus Silberfischen wartet. Da sich die Tierchen rasant vermehren, kann die negative Überraschung so besonders groß sein.

Tipp 5: Tapeten, Fugen, Risse und Fußleisten checken, um Silberfischen kein Versteck zu bieten

Silberfischchen sind lichtscheue Wesen. Sie mögen es lieber dunkel und verstecken sich bei Tageslicht hinter losen Tapeten, in tiefen Fugen, Rissen in der Wand und hinter Fußleisten. Eine regelmäßige Kontrolle dieser potentiellen Verstecke sorgt dafür, dass die kleinen Plagegeister sich nicht zu leicht einnisten können. Werden solche Schwachstellen dazu noch regelmäßig gestaubsaugt, überlegen es sich die Silberfische zwei Mal, ob sie weiter Untermieter bleiben wollen.

Tipp 6: Silberfische effektiv bekämpfen

Auch wenn Silberfische harmlos und scheu sind, werden sie aufgrund ihrer rasanten und kontinuierlichen Vermehrung schnell zur Plage. Beliebte Hausmittelchen wie Essig, Zitrone und Lavendel schlagen die geruchsempfindlichen Fischchen zwar in die Flucht. Effektiv bekämpft aber werden sie so nicht, da diese Hausmittel sie nur verscheuchen. Effektiver sind beispielsweise Klebefallen, die in Baumärkten und Drogerien erhältlich sind und die Tierchen mit Lockstoffen wie Pheromonen anlocken. Auch Pappstreifen mit Honig verrichten zumeist zuverlässig ihren Dienst.

Von Pestiziden hingegen sollte abgesehen werden, genau wie von der für Tierfreunde inakzeptablen und qualvollen Methode, Zucker mit Backpulver zu vermischen und auszulegen. Das nämlich bläht die Silberfische von innen auf, wodurch sie unter elendigen Qualen verenden. Denn auch wenn Silberfische für viele Menschen eklig und lästig sind, bleiben sie weiterhin lebendige Wesen. (Von Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau/Uni Aveiro/Reboleira/dpa; Collage:op-online.de

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