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„Ungesund bis tödlich“: Experte warnt vor bestimmten Vegan-Produkten

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Von: Raffaela Maas

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Immer mehr Menschen ernähren sich vegan, oft auch der eigenen Gesundheit zuliebe. Ein Experte warnt jedoch vor bestimmten fleischlosen Alternativen, denn sie sind keineswegs gesünder.

Berlin – Weiterhin im Trend: die vegane oder vegetarische Ernährung. Vegan bedeutet Verzicht auf tierische Produkte. Nicht nur Fleisch und Fisch, sondern auch Milchprodukte, Eier und Honig verbannen immer mehr Deutsche von ihrem Speiseplan. Laut einer Umfrage im Rahmen der Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse ernährten sich 2022 in Deutschland ca. 1,58 Millionen und damit fast doppelt so viele Menschen vegan wie noch vor sechs Jahren.

Die Gründe für die Ernährungsumstellung sind vielseitig. Die meisten Veganer verzichten für das Tierwohl und die Umwelt auf die tierischen Produkte. Auch der eigenen Gesundheit zuliebe ernähren sich immer mehr Menschen vegan. Denn eine rein pflanzliche Ernährung gilt häufig als besonders gesund - zurecht?

Vegane Ersatzprodukte - Laut Ernährungsmediziner „ungesund bis tödlich“

Tatsächlich kann man eine vegane Ernährung nicht mit einer gesunden Ernährung gleichsetzen. Internist und Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl sieht die meisten fleischlosen Alternativprodukte skeptisch. „Die meisten veganen Ersatzprodukte sind rein chemisch und nichts anderes als ultrahochverarbeitete Fertigprodukte“, sagt er rtl.de: „Dieser Hype nach Ersatzprodukten ist ungesund bis tödlich, hat nichts mit gesunder Ernährung zu tun - und wird dann auch noch total überteuert verkauft.“

Auf Produkte ab einem Gramm Salz auf 100 Gramm soll laut Dr. Riedl verzichtet werden. Das erhöhe nämlich das Schlaganfallrisiko. Ebenfalls problematisch seien Phosphate, die beispielsweise in Schnitzel-Ersatz zu finden sind, da diese nicht nur Haut und Muskeln schneller altern lassen, sondern auch das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Osteoporose erhöhen.

Studien ergeben: Stark verarbeitete Lebensmittel vom Speiseplan streichen

Seine These stützt der Ernährungsmediziner laut rtl.de insbesondere auf zwei Studien. Die eine ist die Framingham-Offspring-Studie „Fertiggerichte und Herzerkrankungen“ aus dem Jahr 2021 und die andere ist die Kohortenstudie „Verarbeitete Lebensmittel und Morbus Crohn“, ebenfalls aus 2021.

Eine Frau hält ein Schneidebrett, auf dem ein Burger, Salat, eine Avocado und eine grüne Flasche stehen.
Bei der veganen Ernährung rät Internist Dr. Matthias Riedl zum Verzicht auf verarbeitete Lebensmittel. (Symbolbild) © IMAGO/Addictive Stock/Liliya Solopova

Die Framingham-Offspring-Studie ist eine der wichtigsten epidemiologischen Studien in den USA. Seit 1948 analysiert sie die Bevölkerung der Stadt Framingham in Massachusetts, USA. Im Zuge der Studie werden 3.000 Teilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 54 Jahren alle vier Jahre untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass stark verarbeitete Lebensmittel mit einem gesteigerten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen wie Durchblutungsstörungen, Schlaganfall oder Herzinfarkt und einer höheren Sterberate einhergehen.

Die Kohortenstudie „Verarbeitete Lebensmittel und Morbus Crohn“ hat Mitarbeiter des US-amerikanischen Gesundheitssystems untersucht. Der Fokus dieser Studie lag darin, herauszufinden, ob ein Zusammenhang zwischen dem Konsum von stark verarbeiteten Lebensmitteln und dem Risiko für die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulceros besteht. Die Studie mit 245.112 Teilnehmern hat ergeben, dass der Konsum der hochgradig verarbeiteten Lebensmittel tatsächlich zu einem erhöhten Risiko für die Erkrankung mit Morbus Crohn, nicht aber mit Colitis ulcerosa führt.

Riedl sieht viele der veganen Ersatzprodukte deshalb besonders kritisch, da diese auch im Vergleich zu anderen Fertigprodukten extrem verarbeitet und besonders chemisch seien.

Vegane Ernährung: gesund oder ungesund?

Ob eine vegane Ernährung nun gesund oder ungesund ist, lässt sich jedoch pauschal nicht sagen. „Es kommt wirklich auf die Gesamtheit der Lebensmittelzusammenstellung an“, sagt Andreas Hahn, Professor für Lebensmittelwissenschaft und Humanernährung an der Leibniz-Universität Hannover, wie ndr.de berichtet. Der Schlüssel liege sowohl bei einer rein pflanzlichen als auch bei allen anderen Ernährungsformen in einer ausgewogenen Ernährung. Wichtig sei die Aufnahme von Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen, Gemüse, Obst und Vollkornprodukten in den Speiseplan.

Ganz auf Ergänzungsprodukte sollten Veganer trotzdem nicht verzichten. „Einem Veganer sollte man in jedem Fall dringend nahelegen, ein Vitamin-B12-Präparat zu verwenden“, so der Ernährungswissenschaftler. Ansonsten drohe Blutarmut und Schädigung der Nerven bis hin zu einer Demenz. (rrm)

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