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Wespen sind nützlich - und sparen der Landwirtschaft 417 Milliarden US-Dollar

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Von: Anna-Maureen Bremer

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Wespen sind mehr als nützliche Tiere. Viele wissen gar nicht, wo die Insekten wertvolle (!) Dienste verrichten. Wir klären auf.

Ihr Ruf ist schlecht. Wespen gelten als aggressiv und störend und dieses Jahr scheinen die Insekten besonders lästig. Selten waren Tipps, um Wespen fernzuhalten, so gefragt. Ebenfalls begehrt: Hausmittel, die bei einem Stich helfen. Aber: Wespen sind auch nützlich – wir übersehen es nur allzu oft. echo24.de berichtet darüber, wie Wespen uns helfen und der Landwirtschaft sogar Milliarden US-Dollar sparen.

Wespen sind nützliche Insekten – wir müssen nur genau hinsehen

Selbst unter Forschern lässt sich eine Abneigung gegenüber Wespen feststellen. „Die britische Entomologin und Verhaltensökologin Seirian Sumner hat für ihre Metastudie Forschungsarbeiten der letzten 37 Jahre und unveröffentlichte Vorträge der letzten 16 Jahre durchforstet, in denen Bienen und Wespen vorkamen,“ schreibt der mdr. „Schon hier wurde klar: Wespen sind nicht gerade beliebt. Von 904 Publikationen, in denen es um Bestäubung und Ökodiensleistung ging, untersuchten 22 Arbeiten Wespen, die übrigen 886 Arbeiten drehten sich um Bienen.“

Dabei werde die Nützlichkeit der Wespen dramatisch unterrepräsentiert. Und dort, wo uns die gelb-schwarz-gestreiften Tiere einen großen Dienst erweisen, schauen wir einfach nicht genau genug hin. Es entgeht den Menschen zum Beispiel oft, dass sie Raupen, Blattläuse, Larven von Blattkäfern oder Spannerlarven fressen. Und damit bei Weitem nicht genug!

Wespen teils effektiver beim Bestäuben als Bienen – Insekten „retten“ Landwirtschaft

Wespen bestäuben Pflanzen, die keine anderen Bestäuber haben. Oder jene, deren „richtige“ Bestäuber nicht mehr da sind. Im mdr-Bericht heißt es dazu: “1.500 Kulturpflanzen sind von Bestäubung abhängig, Wespen besuchen 960 Pflanzenarten. Die Wespenart Vespula pennsylvanica ist Forschungen zufolge sogar effektiver beim Bestäuben als Bienen.“ Das Gift einzelner Wespen-Arten oder der Speichel können außerdem antibiotische Anteile enthalten und teils werden sie für die Krebsbekämpfung benutzt.

In Sumners Metastudie wird dann eine krasse Rechnung zur Nützlichkeit von Wespen aufgestellt: Rein rechnerisch erspart die Wespe der Landwirtschaft weltweit durch ihre Ernährung 417 Milliarden US-Dollar, die man sonst zur Insektenbekämpfung ausgeben würde, heißt es. Im Klartext: Einige Wespenarten fressen Insekten, die in der Landwirtschaft Schaden anrichten. Sogar der Gedanke wird angestoßen, man könne Wespen gezielt einsetzen.

Auch galileo.tv arbeitet am geschundenen Image der Wespen und unterstreicht: „Auch (Hobby-)Gärtner werden so Störenfriede los.“ Außerdem haben Wespen das Prinzip des Upcyclings längst verstanden: „“Leere Schneckenhäuser nutzen die Tiere als Nisthilfen. Die Tönnchen-Wegwespe legt darin bis zu einem Zentimeter lange, tonnenförmige Brut-Zellen aus Lehm an.“

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