Mehrere Bedenken

Alternative nach WhatsApp-Update: Warum Sie nicht zu Telegram wechseln sollten

Da sich die Nutzungsbedingungen von WhatsApp ändern, wechseln viele User den Messenger. Die App Telegram gilt jedoch als keine sichere Alternative.

  • Aufgrund eines kontroversen WhatsApp*-Updates, schauen sich die Nutzer nach Alternativen um.
  • Es wird davon abgeraten, den russischen Messengerdienst Telegram zu installieren.
  • Die App Signal gilt als besonders sichere Option.

Kassel - WhatsApp ändert die Nutzungsbedingungen und hält sich die Option, Daten künftig mit Facebook zu teilen. Sollten Nutzer den Bedingungen nicht zustimmen, können sie den Messengerdienst schon bald nicht mehr nutzen.

Daher sind viele User bereits auf der Suche nach einer Alternative, besonders Telegram ist beliebt - doch alles andere als sicher. Das behauptet zumindest das Technikmagazin Chip Online.

Einer der Konkurrenten von WhatsApp: Der russische Messengerdienst Telegram. (Symbolfoto)

Verschlüsselung ist bei Telegram nicht von Anfang an aktiviert - bei WhatsApp schon

Telegram gilt gegenüber WhatsApp als der sicherere Messengerdienst, was laut Chip Online jedoch „nicht unbedingt der Wahrheit entspricht“. Zwar sei bei der App aus Russland ebenfalls eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Chats vorhanden, allerdings müsse diese erst einmal in den Einstellungen unter „Geheime Chats“ aktiviert werden. Standard sei diese Einstellung jedenfalls nicht - bei WhatsApp hingegen schon.

Reguläre Chats seien zwar dennoch verschlüsselt, sollen aber durch die Cloud-Funktion auf Telegram-Servern zwischengespeichert werden und somit theoretisch entschlüsselbar sein.

WhatsApp nutzt sicheren Algorithmus - Unklar, wo sich die Telegram-Server befinden

Zudem basiere die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Telegram auf einem proprietären Protokoll, so Chip Online. Dies bedeutet, dass niemand außer Telegram selbst beurteilen kann, wie sicher die Verschlüsselung tatsächlich ist. WhatsApp hingegen nutzt den als sicher eingestuften Algorithmus vom Konkurrenzprodukt Signal.

Der russische Messengerdienst Telegram wird außerdem als quelloffene App („open source“) angepriesen, was bedeuten würde, dass externe Experten die App begutachten und analysieren könnten. Da der Servercode von Telegram aber nicht öffentlich zugänglich sei, lässt sich nicht beurteilen, was auf den Servern des Anbieters passiert. Auch der Standort eben jener Server sei unbekannt, was für Unklarheit bezüglich der geltenden Datenschutzgesetze sorge.

WhatsApp oder Telegram? Elon Musk und Edward Snowden empfehlen Signal

Als besonders sichere und kostenlose Alternative gilt die App Signal. Bereits seit Jahren empfiehlt Whistleblower Edward Snowden den Messenger, ebenso wie Tesla-Chef Elon Musk. Chip Online nach spreche hier vor allem die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für sich, ebenso wie die Tatsache, dass es sich bei Signal im Gegensatz zu Telegram um eine „echte“ quelloffene App handeln würde.

Ein weiterer Vorteil des Messengerdienstes: Nicht nur Chats und Medien, sondern auch Metadaten, also übergeordnete Daten, die weitere Informationen erhalten, sollen hier verschlüsselt werden. Entwickelt wurde Signal von einer gemeinnützigen Organisation mit dem Ziel, einen komplett sicheren Messenger anzubieten. Darüber hinaus sind auch viele bekannte Features mit inbegriffen. Wer von WhatsApp oder Telegram zu Signal wechseln möchte, dürfte also kaum eine Funktion vermissen. (Nail Akkoyun) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Sergei Konkov/TASS/dpa

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Kommentare